WR-24-Stunden-Lauf
2007
von Romy Pitula-Ries |
Seit
wir im Jahr 2003 den WR-24-Stunden-Lauf zum ersten Mal mitgemacht
haben, gehört es schon zur festen Familientradition, möglichst
ab Startschuss und dann so lange wie möglich dabei zu sein.
Jedes Jahr findet natürlich auch der interfamiliäre Wettbewerb
um die meistgelaufenen Runden statt.
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Freitag,
15.6.2007
Wegen einer Schulveranstaltung schaffen wir es in diesem Jahr
nicht, pünktlich zum Startschuss im Stadion Rote Erde zu
sein.
Kurz vor zwanzig Uhr sind wir da, melden uns bei unserem Sponsor
BIG und drehen gleich die ersten Runden auf der Bahn. Es sind
nicht viele Leute da, die wir kennen.
Nora begibt sich ziemlich früh schon in die Gesellschaft
von Ralf G., den sie im Jahr zuvor schon kennengelernt und bewundert
hat, als er vorhatte, 24 Stunden ununterbrochen zu walken.
Ralf walkt auf der Außenbahn, Nora läuft neben ihm
und unterhält ihn mit Anekdötchen und Weisheiten aus
ihrem Leben.
Ich hechle eine Runde mühsam mit, dann lasse ich sie laufen.
Die sind mir einfach zu schnell.
Die Runden läppern sich im Laufe des Abends zusammen.
Meine Rundenzahl tut nichts zur Sache. Ich gehe ja hauptsächlich
zum Gucken ins Stadion. Und als Handlanger der Familienathletinnen.
Mehr als zwei Runden am Stück laufe ich nicht.
Raucherpause.
Als Taxi-Papa uns um 22:30 Uhr abholt, steht die Strichliste für
Nora bei 18, für Lina bei 16 Runden.
Zu Hause hetzen wir gegen Mitternacht „früh ins Bett“,
denn am Samstag von 9 – 11 Uhr ist Laufen für die Schule
angesagt.
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Samstag,
16.6.2007
Um zehn sind wir, in Schul-T-Shirts gewandet, im Stadion.
Man trifft gleich auf den ersten Tribünenplätzen die halbe
Eichlinghofer Grundschule. Lehrerinnen, Eltern, Klassenkameraden
und Geschwister.
Weil es gerade mal nicht regnet, haben viele den Weg ins Stadion
tatsächlich geschafft. Schön.
Die Kinder schmeißen sich die Rundenzahlen um die Ohren und
versuchen, sich gegenseitig zu übertreffen.
Mein Muskelkater freut sich, daß es einige Eltern gibt, die
auch nur sitzen und quatschen wollen.
Lina ist fast immer auf der Bahn unterwegs, wechselt ab und zu das
Schul- gegen das BIG-Shirt, zieht die Jacke drüber und wieder
aus, sie hat auch mal einen Pferdeschwanz. So erkennt die Gummi-Bärchen-Reicherin
von der Sparkasse überhaupt nicht, daß sie immer dasselbe
Kind mit Süßzeug versorgt.
Nora investiert ihr Taschengeld ins McDonalds-Glücksrad, gewinnt
eine Schachtel Pommes und jede Menge Plastikkram.
Laufen ist im Moment Nebensache.
Der Schminkstand ist überdacht und nach dem Regenschauer hat
Nora ein schwarzweißrotes Kunstwerk auf der rechten Backe.
Ab zwölf wird es auf der Bahn wieder ruhiger, die Tribüne
leert sich etwas, die Schulen ziehen sich allmählich zurück.
Auch unsere Sportlehrerin, Frau B., hat ihre Schüler-Runden-Liste
abgegeben und wartet noch auf die Urkunden.
Zum Abschied versprechen wir ihr, daß Nora am Montag die endgültige
Rundenzahl mit in die Schule bringt, weil wir -Tradition - bis zum
Zielschuss bleiben werden.
Als Lina um 14 Uhr vom Papa-Taxi abgeholt und zum Kindergeburtstag
gekarrt wird, ist sie zufrieden, als sie die Striche auf ihrem Arm
als Zahl auf die Familienliste schreibt.
35. Nicht wenig.
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Die
Familienrundenliste |
Nora
atmet auf. Sie hat 27. Noch acht Runden, dann hat sie Lina eingeholt.
Und noch knapp vier Stunden Zeit. Locker wird sie das schaffen.
Wir laufen eine entspannte Runde. Und weil das Wetter besser geworden
ist, versuchen wir uns auf dem Pedalo. Nora will „mal eben“
zwei Runden fahren, kriegt aber - im wahrsten Sinne des Wortes -
die Kurve. Die sie leider gar nicht will. Das Ding will nicht geradeaus.
Also hangeln wir uns ein paar Meter an der Bande entlang, geben
auf und das Pedalo wieder ab.
Vor der Bühne quizzt Radio 91.2 mit zwei Kandidaten um Robbie-Williams-Karten.
Ich setze mich auf die inzwischen getrocknete Tartanbahn (zur Sprunggrube).
Nora übt sich auf dem Rasen im Basketball werfen und spielt
dann mit einem kleinen Jungen Fußball.
Auf der Laufbahn ist nicht mehr viel los. Immerwieder die Rundschau-Staffel,
welche von den Stadtwerken und natürlich die BIG. Alte Bekannte
irgendwie. Inzwischen immerhin schon über zwanzig Stunden lang.
Matthias Kartner legt auf der Bühne los. Ok, die BVB-Euphorie...
Aber auch als Nicht-Fan kennt man die Lieder.
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Ca.16
Uhr.
Nora setzt sich kurz zu mir, fragt, wann ich mal wieder laufe.
„ Och nöö, ist so schön hier in der Sonne.“
„Was wollen wir trinken sieben Tage lang... ...so ein Durst.“
Nora hat Hummeln im Hintern.
„Ich lauf dann mal ein bißchen. Tschühüß!“
Als Kasche Schluss macht, begleite ich Nora eine Runde, um sie dran
zu erinnern, daß sie mal wieder ein Päuschen einlegen
könnte. Sie berichtet, daß auf der Uhr gerade einsfünfundfünfzig
stand, daß sie da aber schon drei Runden oder vier hatte...
„...und laufe einfach bis zum Schluss“...
Ich kann nicht laufen und mich gleichzeitig auf ernsthafte Gespräche
konzentrieren. Ich überblicke das Ausmaß des Gesagten
nicht.
„Jaja, lauf mein Kind, lauf du nur – und spinn weiter!“
Nora
zählt ihre Runden selber, ich bin nicht im Bilde. Ihr Kuli
steckt am Halsausschnitt.
Dann und wann arbeitet sie konzentriert mit den Strichen auf ihrem
Arm, offensichtlich schwer am Denken.
Sie läuft langsam, konzentriert und gleichmäßig.
Immerwieder das gleiche Bild, mal mit mehr, mal mit weniger Grinsen,
aber eben auch nie leidend. Sonst würde es mir leichter fallen,
mich durchzusetzen und sie von der Bahn zu zerren. Aber so?
Was tut die gute Mutter?
Nora wird in ein paar Tagen acht. Sie läuft nicht zum ersten
Mal. Sie kennt aber auch ihre Grenzen noch nicht. Ich bin mir
nicht sicher, ob sie die unbedingt kennenlernen soll.
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Ab
und zu reiche ich Nora Power in Form von Dextro-Energy und unsere
Sprudelflasche.
Sie bleibt nicht stehen zum Trinken, ihre Schritte werden nur kleiner.
Ich sage ihr, daß sie spinnt, daß sie sich aber nicht
fertigmachen soll.
Leute beobachten uns. Irgendwie scheinen wir aufzufallen.
Wenige kleine Grüppchen sitzen noch auf der
Tribüne, unsere Tasche wartet einsam. Ich kenne keinen mehr.
Deshalb freue ich mich umso mehr, als ich die Sportlehrerin Frau
B. treffe, die noch irgendwas wegen den Urkunden zu klären
hat. Sie empfiehlt mir, Nora nicht so lange Strecken laufen zu
lassen. „Das geht auf die Gelenke...“
Jaja, Frau B. Aber soll ich sie denn mit Gewalt von der Bahn reißen?
Trotzdem, sie weckt meine rabenmütterlichen Gefühle.
Nora läuft strikt auf der Innenbahn. Nur
wenn sie durch das aufgeblasene Rundschau-Tor läuft, wechselt
sie die Bahn, um dem Luftkissen auszuweichen.
Direkt nach dem Hindernis kehrt sie in ziemlich spitzem Winkel
an den Rand der Innenbahn zurück.
An dieser Stelle habe ich jedes Mal wieder die klitzekleine Hoffnung,
daß sie jetzt endlich Schluß macht.
Sie läuft nach vorne gebeugt und verlangsamt das Tempo.
Ganz ganz kurz hat es den Anschein, als würde sie zielstrebig
den Rasen ansteuern, doch sie nimmt nur wieder ihren Platz am
innersten Rand der Innenbahn ein.
Sie grinst mich an und winkt. Sie fuchtelt, weil sie mir etwas
sagen will.
Ich laufe keine ganzen Runden mehr, sondern nur noch Meter. Nora
erzählt, daß „da drüben“ vorhin zwei
Männer, der eine mit schwarzem Shirt, sie überholt haben.
Die haben sich drüber gefreut, daß sie so klein ist
und so toll läuft. Die beiden waren es wohl auch, die ihr
mitgeteilt haben, daß das Spielgerät im Hoeschpark
am 18. August eingeweiht wird.
Gut zu wissen.
„Jetzt mach mal fertig!“
„Nöhö! Tschühüß!“
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Ich
kann Noras Laufbekanntschaften nicht mehr auseinanderhalten.
Mir ist langweilig und ich bin irgendwie rastlos.
Mein Kind ist größenwahnsinnig und macht einen auf Halbmarathon...
Ich fürchte, daß ich Nora nachher vom Tartan kratzen
und nach Hause tragen muß, nur weil Frolleinchen sich allmählich
immer mehr ins Rampenlicht läuft.
Und wie Frau B. schon warnte: „Die Gelenke...!“
Im Vorbeikommen plaudert Nora mir zu, daß
sie „dort hinten“ schon Fans hat. Die feuern sie jedes
Mal an, wenn sie vorbeikommt. „Das nervt!“ zickt sie
gekünstelt. Sie freut sich drüber, daß sie auffällt
und ihre Leistung beachtet wird, aber sie will nicht immer darauf
reagieren müssen.
Das kleine bißchen Läuferin in mir versteht, was sie
meint.
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Wieder
laufe ich eine Runde mit. Nora erwähnt, daß sie es locker
noch bis zum Ende durchhält, obwohl sie Pipi muß.
Meine Güte, auch das noch.
Ich verrate ihr, daß ich weiß, wie die Marathonläufer
das machen, wenn sie auf der Strecke „müssen“.
Die männlichen. Von den weiblichen weiß ich leider nix,
das uns jetzt weiterhelfen könnte.
Ich gebe Nora den Tipp, zur Toilette und zurück zu joggen,
dann gilt das sicher nicht als Pause.
„Nö. Das geht schon. Ist ja nicht mehr lange.“
Es ist so um fünf.
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Am
Rundschau-Stand unterhalte ich mich mit einer Frau, die auf die
Viermärker-Urkunden wartet. Weil ich alle Viermärker für
Profis halte, spreche ich das Thema „Gelenke“ an. Frau
Viermärker stellt fest, daß Nora einen guten Laufstil
hat, sie es aber trotzdem nicht übertreiben sollte. Und daß
sie den Leichtathletik-Wettkampf, der für morgen angesetzt
ist, lieber mal vergessen soll. Bei den Viermärkern gibt’s
das auch nicht, daß man zwei große Läufe bzw. Wettkämpfe
an aufeinanderfolgenden Tagen macht. Die Muskeln brauchen Erholung,
um sich von den Strapazen zu regenerieren.
Ich werds Frollein ausrichten.
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Von
weitem sehe ich, daß ein Grüppchen Jugendlicher ihren
Tribühnenplatz in der Nähe unserer einsamen Tasche einnimmt.
Wir haben kaum Wertsachen dabei. Ein paar Euro, Handy, Ticket2000.
Trotzdem: Ich traue den Kids nicht und pirsche mich unauffällig
in ihre Nähe.
Gleichzeitig beobachte ich, daß der WR-Fotograf Nora anspricht.
Sie fertigt ihn kurz ab und läuft schon fast rückwärts,
um ihm zu zeigen, wo ich bin. Ich gehe ihm entgegen, sage ihm, daß
ich meine Tasche im Auge behalten will, konzentriere mich nur halb
auf das Gespräch.
Er fragt mich, wie viele Runden Nora schon gelaufen ist.
Weiß ich nicht, und es ist auch gar nicht mehr wichtig. Ich
sehe nur noch die Spanne von zwei Stunden und sorge mich um Noras
Gelenke.
Er fragt noch ein bißchen und weist mich an, Nora nach dem
Zielschuß zu ihm und seinen Kollegen zu schicken, damit sie
Noras endgültige Rundenzahl endlich erfahren.
Jaja, machen wir.
Oje, mein Kind wird immer wichtiger.
Ich laufe wieder mit, um Nora ins ehrgeizige Gewissen
zu reden.
Als wir um die erste Kurve sind, wird sie vom Fangrüppchen
„dort hinten“ schon angejubelt und beklatscht. Ich
geselle mich zu den beiden Männern und zwei Frauen und erkläre
ihnen, daß sie gerade meine mütterliche Autorität
untergraben. Offensichtlich sind diese Leute auch Sportler, denn
auch sie beurteilen Noras Laufstil.
Einer von ihnen outet sich als Sportlehrer und kann mich wegen
Noras Gelenken beruhigen: „Wenn sie Gelenkprobleme hat,
hört sie von ganz alleine auf.
... Und bisher sieht es ganz und gar nicht danach aus.
Toll, Nora! Du hast n Super-Stil.“
Grins. Freu.
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Ich
reiche Nora einen Becher DEW-Wasser, ermahne sie, zum Trinken stehen
zu bleiben, was sie natürlich nicht macht.
Im Laufen versucht sie, den leeren Becher in den Müllcontainer
zu treffen, obwohl sie weiß, daß Langstreckenläufer
ihren Becher auch einfach neben die Bahn werfen dürfen.
Ein Vater hebt den Becher auf und entsorgt ihn. Seine Frau fragt
mich, ob ich denn die Mutter von der Kleinen bin. Sie hat schon
eine ganze Weile nach der Mutter Ausschau gehalten, die ihr kleines
Kind (alle schätzen Nora 1-2 Jahre jünger) so lange laufen
lässt.
Ja, meint die denn etwa, ich hätte dem Kindchen Schläge
angedroht, wenn es nicht mindestens...?
Bei einer weiteren gemeinsamen Runde bereite ich
Nora darauf vor, daß all die wichtigen Menschen wie Rundschau-Fotograf
und -Schreiberlinge, Organisatoren und sonstige sie sofort nach
dem Zielschuß haben wollen.
Ich stelle aber auch gleich klar, daß jegliche Interwiews
und Fototermine bitteschön bis nach dem Toilettenbesuch warten
müssen.
Soviel Zeit wird ja wohl sein.
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Nora rennt |
Noch
zehn Minuten.
Ich gebe den BIG-Mitarbeitern schon mal unsere Familienliste und
kündige an, daß Noras Zahl erst um 18 Uhr kommen wird.
Daß sie den Computer schon weggepackt haben, beunruhigt mich
ein bißchen.
Auf meiner Uhr ist 18 Uhr schon vorbei –
und ich hab tatsächlich den Schuss nicht gehört.
Ich Rabenmutter habe nicht miterlebt, wie mein Kind ins Ziel gelaufen
ist. Ich mache mich auf die Suche.
Keine Nora im Zielgetümmel.
Der Weg zum Klo ist weit – keine Nora.
Ein Blick in Richtung unserer Tasche.
Nora steht allein auf der Tribüne, hat schon Schuhe und Socken
ausgezogen.
Sie berichtet, daß sie bis zum Zielschuss gelaufen ist und
ihre Füße jetzt nicht mehr können.
Müssen sie auch nicht mehr.
(... und hätten sie von mir aus auch nicht so lange müssen).
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Ich
trage das glückliche Päckchen zur Toilette, vertröste
Herrn Fiebig auf gleich, halte Papiertücher unter den Wasserhahn,
kleistere sie um Noras geschundene Füßchen und trage
sie zurück zum Platz.
Ich stelle sie zu den Großen, die sich schon fürs Abschluß-Foto
aufgestellt haben, zu den 3 Staffeln.
Stolz zeigt Nora ihren Arm mit der Strichliste in die Kamera.
Ein paar Fotos, dann können wir uns endlich um die Füße
kümmern.
Noras Fußsohlen sehen aus wie Omma-Füße
nach einem Badewannen-Marathon. Völlig aufgeweicht und schrunzelig.
Aber wenigstens hat sie keine Blasen.
Herr Fiebig stürmt auf Nora zu, schüttelt ihr die Hände
und bedankt sich ehrlich herzlich bei ihr.
Er wirkt stolz wie Oskar, als er sagt: „Nächstes Jahr
kriegt Nora ihren eigenen Sponsor.“
Jau, Herr Fiebig, machen Sie mal!
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Frau
Sarrazin will auch noch was wissen. Vor allem Noras Rundenzahl.
Mit den 38 in den letzten beiden Stunden ohne Pause gelaufenen Runden
sind es insgesamt 71 Runden, die Nora in den vergangenen 24 Stunden
gelaufen ist.
Das Kind spinnt, ist aber auch mächtig stolz.
Zu Recht.
Nora sitzt auf der Tribüne und wird endlich
locker.
Ich frage mich gerade, wie ich sie bis zur Bahnhaltestelle kriegen
soll, als mein Handy klingelt.
Taxi-Papa fragt, ob wir endlich fertig und zur Abholung bereit
sind.
Nora schafft es langsam, aber auf eigenen Füßen,
bis zum Auto.
Zu Hause werden die Beine großzügig
mit Franzbranntwein eingerieben, die Füße im warmen
Fußbad geparkt, die Magnesium-Sprudeltablette bereitet und
das ganze Muskelpaketchen ein bißchen gehüddelt und
getüddelt.
Bis ich Lina vom Kindergeburtstag abgeholt
habe, ist Nora an Papas Seite eingeschlafen. Ich trage sie ins
Bett und creme die inzwischen wieder rosig-glatten Füße
mit viel Feuchtigkeitslotion ein.
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Auf
den LA-Wettkampf am nächsten Tag hat Nora tatsächlich
verzichtet. So hat Lina wieder einen Punkt mehr errungen im familieninternen
Wettkampf um die meisten Wettkämpfe.
Den Sonntag hat Nora mit fettem Sportsalbenverband um den Knöchel
(ziemlich gute Humpel-Show) vor der Glotze verbracht.
Abends auf dem Gemeindefest waren Füße, Beine und Nora
wieder ganz die alten und ständig unterwegs.
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Und
am Montag in der Rundschau war Nora plötzlich Prinzessin!
vom
Romy Pitula-Ries
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Westfälische
Rundschau vom 18. Juni 2007 |
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