Rund
um den Baldeneysee 2007
45. RWE-Marathon, Essen
von Klaus Kluge |
Etwas
Vorgeschichte muss sein, als da wäre ...
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Mitte
Februar, wegen einer Verletzung war gerade Laufpause, hatte ich
mich, vermutlich aus Frust, bereits für den acht Monate später
stattfindenden Essen-Marathon angemeldet.
Aber die Verletzung zog sich hin - ein zu früher Start führte
zum nächsten Problem, und so sammelten sich lächerlich
wenige Kilometer auf meinem Trainingskonto.
Und so kam es, dass ich zum Start meines 18-Wochen Trainingsplans
gerade wieder lauffähig war, und sehr langsam einsteigen musste:
- ein kleiner Lauf in der ersten Woche
- zwei kleine Läufe in der zweiten Woche ...
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So
brauchte ich die ersten 6 Wochen, um erst wieder auf das Niveau
zu kommen, das für den vorsichtshalber gewählten Anfängerplan
vorgesehen war. Da war ich noch optimistisch, auf 4 Stunden laufen
zu können.
Von da an ging es zunächst auch gut weiter, jedoch führte
eine Erkrankung zu einer ganzen Wochen Trainingsausfall, und das
Zeitziel wurde weiter reduziert. Nun wollte ich mich nur noch an
die 4:15-Hasen hängen und einfach nur durchkommen.
Abgesehen davon klappte das Training recht gut. Selbst das um den
See laufen hatte ich trainiert und bin in den Vorwochen auch zweimal
um den Hengstey- und Kemnader See gelaufen.
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Einen
Schrecken gab es dann nur noch am Samstag vor dem Start - drei Schritte
nach dem Aufstehen hatte ich eine leichte Zerrung der rechten Wade,
die auch noch am Abend spürbar war. Das hätte ich doch
eher bei Kilometer 30 erwartet und nicht schon vor dem Start im
Schlafzimmer. Aber der kalte, nasse Wickel wirkte über Nacht
Wunder. Dem Start stand nichts mehr im Wege.
Die Startunterlagen hatten wir schon am Samstag abgeholt, so dass
wir nicht so früh anreisen mussten. Nur der Parkplatz erforderte
dann schon eine kleinere Wanderung zum Start.
Dennoch Zeit genug für etwas Einlaufen und Dehnen, bevor ich
das Schild für die 4:15-Hasen suchte. Da sammelten sich dann
erst die Brems- und Zugläufer mit den 4:30-Ballons, aber ein
paar Minuten später waren auch die 4:15-Ballons da. |

Kurz vor dem Start |
Unspektakulärer
Start - ein Feld von ca. 1500 Startern wollte an diesem Tag bei
schönstem Wetter zweimal um den Baldeneysee laufen.
Es zeigte sich jedoch, dass die 4:15-Hasen anderes im Sinn hatten.
Mit 6er Pace kann man doch viel besser rechnen, hieß es (was
zu einer 4:12 Zeit führen würde) und auch das schien ihnen
zu langsam.
5:55 schon eher - ein paar Mal gab es sogar eine 5:45er Zeit.
Nach der ersten Runde ließ ich daraufhin Hasen Hasen sein
und lief mein eigenes Tempo - es sollte bei dem 6er Schnitt bleiben. |
Da
die Verpflegungsstellen ca. 6-7 km auseinander lagen, war ich mit
Gurt unterwegs, um auch dazwischen tanken zu können.
Besonders geschickt stellte ich mich dabei nicht an. Als ich nach
einem Papiertaschentuch griff, verlor ich eines meiner Gel-Packs
(und ließ es zurück). Kurz danach verließ mich
das zweite Pack Energie.
Hier hatte ich das Glück dass ein nachfolgender Läufer
es nach vorne trat, so dass es vor mir auf dem Boden lag und ich
es wieder einsammeln konnte. Schon seltsam - war mir im Training
noch nie passiert.
Die Strecke war sehr schön zu laufen, es wurde nur schon recht
warm, so dass ich öfter auf die Schattenseite des Weges wechselte.
Die pralle Sonne hatte doch viel mehr Kraft als die Schattentemperaturen
vermuten ließen. |
Kurz
vor der Halbmarathon-Marke düste schon der Führende an
mir vorbei - es sollte eine richtig gute Zeit sein. Ich habe was
vom dritten Platz in der deutschen Jahresbestenliste gehört
(und dann war es noch ein Debütant).
Kurz nach 24 Kilometern war die erste Runde (plus Wendestück)
geschafft und da es keine Probleme gab, wurde natürlich die
zweite Runde auch angegangen.
Inzwischen hatte sich das Feld schon gut in die Länge gezogen.
Ich lag weiterhin gut im Plan, aber die Idee, ggf. auf den letzten
10 Kilometern das Tempo etwas anzuziehen, musste der Realität
weichen: dem Versuch das Tempo zu halten. Das gelang mir nicht ganz,
aber ein Einbruch war es nun auch nicht. Es wurde nur beschwerlicher.
Bei jeder Verpflegungsstelle freute ich mich mehr, ein paar Schritte
gehen zu können (und es wurden jedesmal ein paar mehr), und
das wieder anlaufen kostete auch immer mehr Überwindung. |
Nachdem
ich eine Zwischenzeit von 3:48 gesehen hatte, kam mir der Gedanke,
dass ich vielleicht noch die 4 Stunden schaffen könnte, aber
das nächste Kilometerschild war dann leider nicht die 40, sondern
erst die 38.
Hier entschloss ich mich dann auch, gar nicht mehr auf die Gesamtzeit
zu schielen, sondern einfach mein Tempo zu halten. |
Als
das Ziel dann endlich erreicht war, blieb die Uhr bei 4:11:41
stehen, womit ich mehr als zufrieden bin, denn das war bei
dem vorhergegangenen Training sicher das Optimum. Nebenbei
erwähnt, habe ich damit meine Bestzeit auch noch um 8
Minuten verbessert.
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Am
Tag danach geht es mir erstaunlich gut. Treppen hoch und runter
sind kein Problem. Ich glaube, in vier Wochen werde ich wieder
durch den Bottroper Herbstwald laufen können.
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Der
Lauf selbst ist wirklich empfehlenswert. Landschaftliche schöne
und flache Strecke, und auch die Organisation stimmt. Klar,
man hat nicht den Trubel eines großen City-Marathons,
aber 1-2 Nummern kleiner ist mir persönlich auch lieber.
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Kurz
noch die 10 KM und HM-Splits:
00-10
0:58:56
10-20 0:59:18
20-30 1:00:09
30-40 1:00:05 |
1.HM
2:04:39
2.HM 2:07:05 |
von
Klaus Kluge
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Prost! |
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