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RWE-Marathon "Rund um den Baldeneysee" am 14.10.07 in
Essen
von Wolfgang Seebacher |
Möglicherweise
erinnert der eine oder andere noch meine Berichte zur Vorbereitung
auf den Münster-Marathon. Zusammen mit Uwe Appel und Michael
Poller, der zeitgleich den Sparkassen-Marathon in München lief,
sollte die Teilnahme ein weiterer Höhepunkt unseres Läuferlebens
in 2007 darstellen. Leider musste ich erkältungsbedingt auf
den Start verzichten. |
Ich
wollte aber in diesem Jahr noch einen Marathon laufen. Deshalb entschied
ich mich für den Lauf "Rund um den Baldeneysee" in
Essen. Der ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch am Sonntagmorgen
gut zu erreichen. Ich bin dort schon fünfmal gestartet, kenne
die Strecke also ziemlich genau. Allerdings konnte (wollte) ich
mich nicht so intensiv hierauf vorbereiten, da ich zum einen darauf
vertraute, noch genug Kraft aus der Münsteraner Vorbereitung
zu haben und zum anderen eine seit längerem geplante Reise
zur Ostsee mit entsprechendem Programm durchführen wollte.
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Kurzum
die Vorbereitungszeit war nicht intensiv und bestand im wesentlichen
aus zwei Läufen über 20 km hinaus, ansonsten absolvierte
ich mehrfach die bereits allseits bekannte Vereinsrunde plus Zusatzrunde
im Wickeder Industriegebiet. Insofern waren meine Ansprüche
an das Ergebnis nicht allzu hoch angesetzt. Eine Zeit unter 4 Stunden
sollte es aber doch werden. |
So
fuhr ich denn am Samstag mit meiner Frau zum Ort des Geschehens,
um mich nachzumelden. Klappte auch ganz gut. Wir waren um die Mittagszeit
da, und die Temperaturen erreichten die 20° Marke. Naja, für
den Lauf war also kurz angesagt. Am Sonntag ging es dann mit dem
Bus-Nachtexpress (Straßenbahnen fuhren um diese Zeit noch
nicht), dem Regionalexpress und der S-Bahn zum Ort des Geschehens.
Ich hatte die Anfahrt so kalkuliert, dass mir noch genügend
Zeit zur Vorbereitung und für das ein oder andere Gespräch
mit Bekannten blieb.
Zum ersten Mal wollte ich die genauen Zeiten mit meiner High-Tec-GPS-Uhr
nehmen.
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Vor
dem Start erklärte ich einem Bekannten in der Umkleidekabine
die Funktionsweise der Uhr. Dabei antwortete ich auf die Uhr-System-Frage:
"Sind Sie in einem geschlossen Raum?" bedenkenlos mit
"Ja" und schaltete somit den GPS-Teil der Uhr ab. |
Im
Startbereich das übliche Gewusel. Die Temperatur betrug um
die 17°, ich fühlte mich gut und war voller Tatendrang.
Um 10 Uhr ging es pünktlich los. Gespannt blickte ich auf meine
Uhr und wartete darauf, dass nach dem Einschalten auf der Startmatte
nun die Zählerei anfing. Aber es tat sich nichts. Lediglich
Herzfrequenz und absolvierte Zeit wurden registriert. Nach einem
Kilometer war immer noch der gleiche Zustand. Ich schaltete auf
Satellitenempfang: Null. Ich blickte andauernd auf die blöde
Uhr und konnte mich gar nicht richtig auf den Lauf konzentrieren.
Nach drei bis vier Kilometern dämmerte mir was: Du hattest
doch der Uhr signalisiert, dass du dich in einem geschlossenen Raum
befindest. Da war nichts mit GPS. Also schaltete ich die Uhr komplett
ab und initialisierte sie neu. Das dauerte natürlich eine gewisse
Zeit, aber schließlich hatte ich guten Empfang und ab Kilometer
sieben zeigte die Uhr auch die GPS-Signale an. Die GPS-Anzeigen
hatten für mich ab da nur noch die Funktion, die Kilometerabstände
anzuzeigen. Ich schätzte den Verlust zwischen Start und Überlaufen
der Startmatte auf ca. zwei Minuten, die ich dann von den angezeigten
Zwischenzeiten immer subtrahierte. |
Ihr
könnt Euch sicherlich vorstellen, dass das bis dahin kein Genuss
war. Umso freudiger für mich: Bei km 15 standen Sabine, unsere
"Marathoneuse" und Michael, um mich anzufeuern. Das war
natürlich eine gelungene Überraschung und es gab ein großes
Hallo. |
Die
Halbmarathonmarke erreichte ich nach der Anzeige in 1:46, für
mich gefühlt minus zwei Minuten, also 1:44. Bei km 25 betrug
die angezeigte Durchgangszeit 2:08, für mich 2:06. War das
wirklich so? Oder hatte ich das Zeitgefühl verloren und war
der Verlust geringer? Ich konnte die Fragen nicht beantworten und
tat das Beste: weiterlaufen. |
Ab
km 30 musste ich meine Geschwindigkeit reduzieren, da sich nun die
fehlende Ausdauer bemerkbar machte. Aber das hatte ich bei meinen
Planungen schon berücksichtigt. Die Zeit von unter vier Stunden
war immer noch realistisch. |
Die
nächste freudige Überraschung kam bei km 38. Ihr könnt
es schon ahnen: Richtig, Sabine und Michael, diesmal mit Wasserflasche,
standen goldrichtig und puschten mich noch einmal nach vorne. Wir
verabredeten uns für den Zielbereich und weiter ging's. Immer
mehr Läufer ließen es gemütlich angehen und genossen
gehend den Sonnenschein und die schöne Landschaft am See. Nicht
so ich: Die 4-Std-Grenze wollte ich schon unterschreiten. |
Der
Kurs verläuft auf den letzten 800 m direkt an der Wasserkante
des Sees an den gut besuchten Terrassen der Restaurants vorbei:
Da konnte ich mich doch nicht blamieren und gehen. Das taten schon
genug andere Läufer. Also habe ich die letzten Kraftreserven
mobilisiert und bin über die Zielmatte gesprintet. Als Zielzeit
realisierte ich noch 3:52; somit konnte ich nach meiner Rechnung
um die 3:50 gelaufen sein. |
Ihr
könnt es Euch schon denken: Im Zielbereich standen wieder Sabine
und Michael und freuten sich mit mir, dass es geschafft war. Dank
an Euch für die Superunterstützung während des Laufes.
Das hat mir sehr geholfen. |
Erster
Nachtrag: Das mit dem Rechnen ist so eine Sache. Beim Betrachten
der Ergebnisliste fiel mir eine Ungereimtheit bei meinen Rechenkünsten
sofort auf. Der oben erwähnte Unterschied zwischen Brutto-
und Nettozeit betrug nur wenige Sekunden. Insofern waren die Zwischenzeiten
annähernd auch meine Zeiten. Aber das ist mir im Streß
untergegangen. |
Zweiter
Nachtrag: Ich trug ein Shirt mit dem Aufdruck "2010 fit 4 New
York". Ich muss sagen, das wurde sehr viel beachtet und kommentiert.
Vielen Dank hierfür auch an denjenigen, der das Shirt zur Verfügung
gestellt hat. |
Fazit:
Ich war zwar nicht so vorbereitet wie für Münster. Der
Lauf hingegen hat mir sehr gefallen, die Strecke ist in Ordnung,
das Wetter war hervorragend und die Stimmung war super. Läuferherz,
was willst du mehr? |
Dieser
Marathon ist sehr empfehlenswert.
von
Wolfgang Seebacher
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