Läufer des TVA Wickede in Hamburg erfolgreich
von Wolfgang Seebacher

Nach wochenlanger intensiver Vorbereitung machten sich am letzten Aprilwochenende vier Läufer des TVA Wickede auf den Weg nach Hamburg, um am dortigen Marathon teilzunehmen. Die Planungen hierzu begannen im Oktober letzten Jahres als die „Termine“ für 2007 festgelegt wurden. Dabei war zu beachten, dass die Anmeldefrist für Hamburg Ende November auslief. Dies bedeutete natürlich ein sehr frühes Festlegen auf einen Termin, bei dem man nicht sicher sein kann, ob nicht Unpässlichkeiten einen Strich durch die Rechnung machen.
Uwe Appel
Uwe Appel
Wolfgang Seebacher
Wolfgang Seebacher
Michael Poller
Michael Poller
Roger Seifart
Roger Seifart
Egal: Michael Poller, Uwe Appel, Roger Seifart und ich (Wolfgang Seebacher) gingen das Risiko ein. Wir einigten uns, nach einem 3:30er Plan zu trainieren, also so zu tun, als würden die 3:30 als Zielzeit erreichbar sein. Nun ist es einfacher gesagt als getan, eine solchen Plan über 12 Wochen sklavisch einzuhalten. Dienstliche oder private Anlässe lassen sich naturgemäß nicht immer unterdrücken, so dass Trainingseinheiten verschoben oder gar ausfallen mussten. So hatte Roger nur sehr wenig Zeit zur Vorbereitung, wollte sich trotzdem dieses gigantische Event nicht entgehen lassen.
Michael, Uwe und ich versuchten hingegen, den Plan einigermaßen einzuhalten. Dies gelang zunächst und so liefen wir zur Erreichung von Wettkampfhärte die Hammer Serie. Die dabei erreichten Zeiten waren eine erste Standortbestimmung für uns. Leider erlief sich Uwe beim Halbmarathon eine Blase, die ihn bei weiteren Trainingseinheiten behinderte. Dennoch absolvierten Uwe und ich als weitere Vorbereitung den Marathon in Steinfurt mit gutem Ergebnis.
Miniaturwunderland
Miniaturwunderland
Am 27. April war es soweit: Uwe, Roger und ich fuhren nach Hamburg, währen Michael bereits am Donnerstag angereist war. Ich selbst hatte ein Programm mit Verwandtenbesuch und Treffen mit einem Klassenkameraden, mit dem ich vor Jahren Abitur gemacht hatte, und der jetzt als Arzt in Hamburg tätig ist. Uwe, Roger und ich besuchten die Miniatureisenbahnanlage in der Speicherstadt und natürlich die Landungsbrücken sowie die Innenstadt.
Uwe und Roger nahmen am Samstag am Frühstückslauf durch die Innenstadt teil, was natürlich schon für die erste Gänsehaut sorgte und „erahnen“ ließ, welche Begeisterung am nächste Tag herrschen würde. Die Temperatur erreichte am Freitag und Samstag fast 30°, so dass wir uns auf eine Hitzeschlacht vorzubereiten begannen. Aber der Wetterbericht verhieß uns Kühle und Wind, was wir natürlich dankbar aufnahmen.
Frühstückslauf am Samstag mit Roger und Uwe
Frühstückslauf am Samstag mit Roger und Uwe
Unser Hotel lag strategisch günstig ca. 600 m vom Start und Ziel in der Karolinenstr. entfernt. So machten wir uns nach einem spartanischen Frühstück – der Läufer isst vor einem Marathon nur wenig und hinterher umso mehr und üppig – auf den Weg zum Start. Es war sehr frisch und ein mäßiger Wind strich um uns herum. Viele, viele LäuferInnen trafen sich im Startbereich, um sich vorzubereiten. Vor den kleinen grauen Häuschen bildeten sich die üblichen Schlangen, wohl auch mehr ein Zeichen der inneren Unruhe und Anspannung. Immerhin lagen 42,195 km vor uns. Jeder hatte wohl insgeheim seine Zielzeit festgelegt, aber ob sie erreicht werden würde, wer weiß das schon vorher.
Nach den „Rollis“ starteten wir ab 9:00 Uhr aus insgesamt drei Startblöcken. Den Rennverlauf kann ich natürlich nur aus meiner Sicht schildern, den Berichten meiner Lauffreunde konnte ich aber entnehmen, dass sie genauso empfanden.
Nach 5 km merkte ich, dass ich gut drauf war und mein eingeschlagenes Tempo von knapp über dem 5er-Schnitt halten konnte. Es gab so viel zu sehen und zu bestaunen, dass mir die Abstände zwischen den Kilometermarkierungen verdammt kurz erschienen.
Die Begeisterung der Hamburger war kaum zu toppen und widerlegte jeden, der den Norddeutschen eine gewisse Sturheit unterstellt. Es war wirklich unglaublich. Ich hatte das Gefühl, durch einen permanenten Geräuschteppich zu laufen, waren doch jede Menge Trillerpfeifen, Rasseln und dergleichen von den Sponsoren an die Zuschauer verteilt worden.
Zudem hatte der Veranstalter die Vornamen der LäuferInnen auf die Startnummer gedruckt, so dass wir auch persönlich angefeuert wurden:
Gänsehaut pur.
Beim Zieldurchlauf bekam ich wirklich feuchte Augen, und das lag nicht unbedingt an der ins Gesicht scheinenden Sonne.
Das TVA-Wickede-Hamburg-Marathon-Team 2007
Das TVA-Wickede-Hamburg-Marathon-Team 2007
Mit unseren Zeiten (Michael 3:29, Uwe 3:56, Roger 4:36 und ich 3:38) waren wir sehr zufrieden. Wir sind ohne Blessuren durchgekommen.
Nach dem Lauf konnten wir noch im Hotel duschen. Der Hotelier hatte zudem Wasser und Bananen zur Verfügung gestellt.
Als wir uns soweit von den Anstrengungen erholt hatten, fuhren wir am Nachmittag zurück nach Dortmund.

von Wolfgang Seebacher (TVA Dortmund-Wickede)

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