Einmal den Marathon aller Marathonläufe laufen
von Norbert Kerstiens

...dabei sind wir nicht nach New York geflogen, um neue Rekorde und Bestzeiten aufzustellen, sondern um die einmalige Atmosphäre und die Euphorie der Zuschauer zu genießen. Mit entsprechendem Outfit, sodass man auch sofort sah, wo wir herkommen, und Kamera haben wir uns auf die Strecke begeben.

Nach kurzer Nacht ging es morgens mit dem Bus in den Startbereich, zum Glück hatten wir richtig gutes Wetter. Die paar Zelte wären nie genug gewesen, um sich bei Regen unterzustellen. Die Organisation, sprich Kaffee, Beagle oder Wasser, war jedenfalls ok.
 
 
Der Hit waren aber die Toilettenhäuschen, so viele auf einmal habe ich noch nie gesehen. Selbst neben dem Startblock ging es im WC-Häuschen schneller, als sich in die Büsche zu schlagen.

Dann endlich der Start über die Brücke hinein nach Brooklyn. Einige hatten etwas Pech mit ihrer Startnummer, sie liefen erst nach über 40 Minuten über die Startlinie. Doch die Stimmung unterwegs entschädigte dann die lange Wartezeit.
Die ersten Meilen vergingen wie im Flug, die nächsten wie im Rausch. Frank und ich haben dann die Taktik etwas geändert.
Wir liefen jetzt am Rand, direkt an den Menschenmassen entlang. Da hat man viel zu tun mit Grüßen und Hände abklatschen, da gerät der Marathonlauf an sich schon fast in den Hintergrund. Das sieht man natürlich auch in der Ergebnisliste, alle haben rund 30 - 50 Minuten länger gebraucht als üblich.

Aber es war schade um jede Meile, die man hinter sich gebracht hat. Im Zieleinlauf, im Central Park, kam bei mir jedenfalls so etwas wie Wehmut auf.
 
 
Da freut man sich fast 2 Jahre auf diesen einen Lauf, und ehe man sich versieht, ist er schon vorbei. Im Ziel heißt es nun erst mal Medaille umhängen lassen, Folie abholen und eine Tüte mit Verpflegung. Als erstes wird der Apfel verputzt, das gehört sich so in Big Apple. Danach durchschieben bis zum UPS-Wagen mit dem Kleiderbeutel. Auf zur nächsten Subway und zurück zum Hotel.
Unterwegs bekam man von allen Seiten ein “Good Job” zugerufen, klasse.
Selbst am nächsten Tag, beim Gang durch New York, natürlich mit Medaille um den Hals, gab es von überall noch Lob.

Dass doch noch drei Bestzeiten rausgesprungen sind, lag natürlich an unseren neuen Marathonis. Anette Meyer, Ute Hoffmann und Reinhard Mücke haben ihren ersten (und letzten?) Marathon absolviert. Obwohl an eine optimale Vorbereitung gar nicht zu denken war. Denn die Stadt will entdeckt werden.

Oder wer legt sich schon in New York ins Hotelbett zum Ausruhen, wenn draußen das Leben tobt?
 
 
Wenn man die Stadt sehen will, muss man die Beine in die Hand nehmen und nicht nur Subway fahren. Dabei ist es völlig egal, ob wir bei Macy's, Paragon Sports, im M&M’s Store oder durch Little Italy und China Town shoppen waren, oder uns auf die Sehenswürdigkeiten wie Ground Zero, Empire State Building, Brooklyn Bridge, Central Park, Top of the Rock und Freiheitsstatue gestürzt haben.

Ebenfalls sehr beliebt waren die Museen: Naturkunde, Guggenheim oder MoMA.

Also kann man mit gutem Gewissen behaupten, dass unsere Nichtläufer mit Sicherheit auch ihre Marathondistanz in New York zurückgelegt haben.
Nach einer viel zu kurzen Woche haben wir doch Folgendes gelernt:
1.) Es gibt an jeder zweiten Ecke ein Starbucks Cafe, um mit einem Becher Kaffee Latte in der Hand durch New York zu gehen.
2.) Wenn kein Auto kommt, geht man auch bei Rot über die Straße, sonst steht man den New Yorkern im Weg.
3.) Die Amerikaner sind stets freundlich und hilfsbereit und fragen ständig, wie es einem geht, auch wenn es niemanden wirklich interessiert.
4.) Falls man wirklich mal tagsüber etwas vergessen hat zu kaufen, der Deli-Store hat Alles und immer auf.
5.) Alle 14.500 Taxis sind gelb und immer unterwegs.

Fazit:
Die Reise war jeden Dollar wert - und es waren viele Dollars.
 

von Norbert Kerstiens
Laufsport bunert in Dortmund - Der Profi rund ums Laufen

Medisport-Lauf - Institut für Leistungsdiagnostik, Trainingssteuerung, Fitness- und Präventivtraining

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