Am
17.6. fuhren wir um 7:15 Uhr los. Uwe hatte die Route aus dem Internet
geladen. Da der WDR2 an diesem Tag nur Musik aus der Flower-Power-Zeit
spielte und dies eigentlich auch meine Zeit war, war meine Stimmung
schon sehr gut und Uwe musste wohl oder übel sehr viele Kommentare
und Bemerkungen zu den einzelnen Musiktiteln über sich ergehen
lassen.
Wir
erreichten den Veranstaltungsort in Willingen sehr zügig und
erhielten im Haus des Gastes unsere Startunterlagen. Zum Start hatten
sich ca. 100 LäuferInnen versammelt. Vor dem Start ließen
wir uns noch photographieren.
Mit
dabei war auch Peter Michels aus Kirchlinde. Pünktlich um 10:00
Uhr ging’s los. Uwe setze sich schon nach kurzer Zeit von
mir ab; sein Ziel war, unter 3 Std. zu laufen. Ich ließ es
langsamer angehen und lief die ersten Kilometer mit Peter. Das Gelände
war von Anfang an kupiert, so dass ich bald auch Peter den Vortritt
lassen musste.
Die
Strecke führte zunächst zur Sprungschanze. Am Auslauf
bot sich uns ein imposantes Bild . Was für ein Glück,
dass die Organisatoren uns da weder rauf noch runter laufen ließen.
Es reichte auch so. Bis Kilometer 7 stieg die Strecke durch das
Strycktal kontinuierlich an, so dass ich einen Gang rausnahm und
so die Landschaft besser genießen konnte. Dabei bemerkte ich
sehr schnell, dass "Kyrill" ganze Arbeit geleistet hatte.
Ich sah sehr viele umgestürzte Bäume. Am Zustand der Wälder
konnte ich erahnen, wie viel Zeit noch vergehen wird, bis alle Schäden
beseitigt sind.
Von
km 7 – 10 ging es über die Ski-Langlaufstrecke bis zum
Biathlon-Stadion und vorbei am Schießstand. Glücklicherweise
fand dort kein Wettkampf statt, so dass die LäuferInnen diesen
Teil stressfrei durcheilen konnten. Es ist doch schon imposant,
welche Highlights die Veranstalter in diesen Lauf eingebaut haben.
Weiter ging es kernig bergan – Ausnahme eine kurze Gefällstrecke
zur Diemelquelle – bis zur „schönen Aussicht“
bei km 15. Diese hat ihren Namen zu Recht verdient, denn der Blick
ins Tal war sehr beeindruckend. Aber der Läufer an sich ist
ein unsteter Typ, also nicht lange verweilen, ein Auge immer an
der Stoppuhr mit Pulskontrolle und weiter laufen.
Zwischendurch
waren Passagen über Wiesen mit knöchelhohem Gras zu bewältigen,
da die Ergebnisse von „Kyrill“ dies nicht anders zuließen.
Ich empfand dies als urig, denn das gehört für mich zu
einem echten Trail-Lauf einfach dazu.
Immer
mehr Höhenmeter sammelten sich an. Zum vollständigen Genuss
legte ich mehrfach Gehpausen ein, nicht etwa weil ich erschöpft
gewesen sein könnte.
Doch ein weiterer Glanzpunkt ließ nicht lange auf sich warten.
Nach Bewältigung der längsten Steigung des Laufs, die
ich teilweise wiederum wegen des Genusses ging, bekamen wir den
Lohn für die Qual „kredenzt“: Die Hochheide. Wenn
ich nicht genau gewusst hätte, dass ich mich in über 800
m Höhe befinde, hätte ich denken können, in der Lüneburger
Heide zu sein. Dieser Streckenabschnitte betrug etwa 3 Kilometer,
auch ein wenig beeinträchtigt durch Sturmschäden.
Weiter
ging es in Richtung Ettelsberg. Leider war keine Fahrt mit dem Lift
talwärts im Programm vorgesehen, da die Markierungen uns rechts
am Lift vorbei noch zu einigen kernigen Steigungen führten,
bevor es dann wirklich bergab ging. Die letzten Kilometer liefen
wir wieder durch das Strycktal und an der Sprungschanze vorbei.
Der Lauf schien schon gelaufen, da haben uns die Veranstalter noch
einen Berg in den Weg gestellt, der es in sich hatte. Da muss wohl
der letzte Kilometer bis zur Viermärker Eiche Pate gestanden
haben. Natürlich war für mich auch wieder genussgehen
angesagt. Auf dem letzten Kilometer bot sich ein herrliches Bild
auf den Willinger Viadukt. Dann kam nach 3:21 für mich das
Ziel in Sicht. Dort im Zielbereich traf ich Uwe wieder, der in hervorragenden
2:49 diesen knochenharten Lauf absolviert hat. Peter trafen wir
auch im Zielbereich wieder. Er war mir 3:01 ebenfalls sehr zufrieden
Zugegeben:
Der 33-km bzw. der Marathon -Lauf sind sehr hart. Für Leute
allerdings, die gerne Landschaftsläufe wie den Hermannslauf
oder den Rennsteiglauf absolvieren, bietet dieser bislang wenig
frequentierte Wettkampf ein weiteres Angebot, das es durchaus verdient,
in die Phalanx der großen Läufe eingeordnet zu werden.
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