KreisLaufGeschichten
- Ein Trainingsmarathon auf der Tartanbahn
von Stefan Schirmer, dem Lauflöwen
aus Hagen
www.Laufloewe.de
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06.06.
bis 07.06.. 24 Stunden. 400 Meter-Bahn. Hunderte Teilnehmer. Tausende
von Euros.
So die nackten Zahlen eines Laufes in Dortmund, die mit Leben gefüllt
werden wollen.
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Mir
bot sich der Termin für einen langen Vorbereitungslauf auf
den 12-Stunden-Lauf in Brühl an. Ich hatte schon lange keinen
langen Lauf mehr in die Nacht hinein gemacht und noch nie einen
auf einer 400-Meter-Bahn. Lauffreunde hatten sich auch angesagt,
die Anfahrtstrecke nach Dortmund ist recht kurz und von den Veranstaltungen
der letzten Jahre hatte ich hauptsächlich Positives gehört.
Also notierte ich für mich den Freitag Abend und nach ein paar
kurzen Telefonaten und Mails war vereinbart, dass ich von 19:00
bis 20:00 Uhr im Staffel-Team der "Westfälischen Rundschau"
caritative Bahnrunden mit dem Staffelstab drehen sollte.
Danach wollte ich noch so 4-5 Stunden in die Nacht hinein laufen,
so dass ich auf ein Ergebnis irgendwo zwischen 42,2 Kilometern und
6 Stunden komme.
Sofern ich keine Kreis-Lauf-Probleme kriege. Oder andere, denn tagsüber
hatte ich schon leichte Magen-Darm-Irritationen, so dass ich nicht
viel gegessen und getrunken hatte. Um die Defizite noch ein wenig
auszugleichen, schlürfte ich auf der Hinfahrt einen Halbliter-Kalorienbomben-Shake
vom Restaurant "Zum Goldenen M" in der Hoffnung, damit
kein sanitäres Fiasko zu erleiden.
Gegen 18:15 Uhr traf ich dann am Stadion "Rote Erde" direkt
neben der BVB-Heimat "Signal Iduna Park", formally known
as "Westfalenstadion", ein. Eigentlich müsste ja
auch das Stadion "Rote Erde" umgetauft werden. In "Grüner
Rasen" oder "Roter Tartan", denn von roter Erde war
nichts zu sehen.
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Das
pralle Laufleben begann bereits mit dem Startschuss um 18 Uhr. Ich
war erstaunt darüber, wie viele Beine dort ihre Runden auf
der Tartanbahn drehten. Kindergruppen, Staffeln, Einzelläufer
- alle liefen zu Gunsten eines guten Zweckes.
Der Erlös der Veranstaltung kam in diesem Jahr dem Allgemeinen
Deutschen Fahrrad Club (ADFC) zugute, damit dieser von den Einnahmen
so viele Fahrräder anschaffen kann, dass damit anschließend
geführte Radtouren für Kinder unternommen werden können.
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Auf
dem kurz geschorenen Rasen suchte ich zwischen all den Zelten und
Ständen den der "Westfälischen Rundschau", wo
ich mich wegen der Staffel melden sollte und wo man mir gleich eröffnete,
dass ein Läufer sich am Fuß verletzt habe und nicht starten
könne. Ob ich denn auch zwei Stunden in der Staffel laufen
würde??
Ich hatte ja nichts anderes vor als die nächsten Stunden zu
laufen, also willigte ich ein.
Nachdem ich kurz für die Zeitung interviewt worden bin erhielt
ich als Laufoberteil ein atmungspassives WR-Baumwoll-Poloshirt in
schwarz. Die ideale Bekleidung für starkschwitzende Läufer,
die bei strahlendem Sonnenschein und ungefähr 25 Grad einen
Marathon laufen wollen. Vorausgesetzt, sie laufen diesen zur Vorbereitung
eines Wüstenmarathons.
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Um
19:00 Uhr übernahm ich dann den hohlen Staffelstab, auf dem
man notfalls auch trompeten kann, wie ich später feststellte.
Auf der Suche nach bekannten Gesichtern hatte ich vorher schon Olli
von den Dortmunder Endorphinjunkies ausgemacht, mit dem ich einige
Runden lief. Später kamen auch noch Sarah, Mattin und Markus
von den Junkies dazu.
Auf der Strecke war ein ziemliches Gewusel. Groß und klein,
alt und jung, schnell und langsam - alles war vertreten und trat
teilweise im Rudel auf. Oder als Walker-Sechserkette, wie sonst
im Wald. Auf die Bahn latschende oder dort "parkende"
Zuschauer forderten so manches Ausweichmanöver, langsamere
Gruppen so manchen Überholvorgang auf der Außenbahn und
abrupte Stopps und Bahnwechsel der Kiddies spontane Seiten-Sprünge
heraus.
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![Mit M & M von den Endorphinjunkies (orangene Hosen) auf der Strecke [Foto: Franz-J. Luthe / DerWesten.de]](../fotos/08_24er_laufloewe.jpg)
Mit M & M von den Endorphinjunkies (orangene Hosen) auf der
Strecke [Foto: Franz-J. Luthe / DerWesten.de] |
Die
Ideallinie auf der Innenbahn war meistens blockiert. Das war aber
alles nicht schlimm. Schließlich ging es nicht um Bestzeiten.
Spaß gemacht hat es trotzdem. Und Slalom laufen ist sicher
auch gut für die Fußgelenke. ;-) |
Am
Ende meiner Staffellaufzeit gab ich nochmals ein wenig mehr Gas,
um noch etwas Kettenfett und ein paar Schrauben mehr für die
Kinderfahrräder zu erlaufen.
Nach ungefähr 45 Runden - Zählfehler nicht ausgeschlossen
- übergab ich dann den Staffelstab an den nächsten Läufer.
Inzwischen hatten mein linker Fuß und der linke hintere Rückenbereich
gemeinsam beschlossen, mich ein wenig zu piesacken.
Ich wechselte deshalb nicht nur mein Laufshirt auf "zivil"
und funktionell, sondern probeweise auch meine Schuhe. Dann absolvierte
ich noch ein paar unkonventionelle Verrenkungen um dem Rücken
die Schandtaten auszutreiben und hoffte, dabei nicht beobachtet
und zur Lachnummer zu werden.
Danach ging es "auf eigene Rechnung" zurück auf die
Piste, auf der inzwischen auch Lauffreund Pete unterwegs war, mit
dem ich dann viele Runden zusammen lief.
Inzwischen war es auf der Bahn auch etwas leerer geworden.
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Die
Rückenprobleme verschwanden dann im Laufe der Zeit zwar nicht,
wurden aber weniger, so dass ich zumindest weitermachen konnte,
auch wenn so manche Gehpause notwendig war.
Meine Flüssigkeits- und Energieverluste versuchte ich mit einer
gewagten Kombination aus alkoholfreiem Weizenbier und einem Energie-Gel
zu bekämpfen. Das schmeckte in etwa so ekelig wie es sich anhört.
Nach ungefähr 31 und 36 Kilometern legte ich zwei kleine Pausen
ein. Inzwischen war es bereits dunkel, kühler und leicht schwül
geworden und wir drehten unsere Runden unter Flutlicht. Die Anzahl
der Läufer hatte sich auf eine gute Hand voll reduziert. Die
Hüpfburg lag luftleer und schlaff auf dem Rasen, auf der Videowand
wurde zwischendurch ein deutscher Spielfilm mit Ralf Richter gezeigt.
Ansonsten konnte man auf der Wand einen Teil der Laufstrecke sehen
und diese quasi als Rückspiegel nutzen. Dieses Programm gefiel
mir auch deutlich besser.
Irgendwann, es war inzwischen Samstag, zeigte nach gut 100 Runden
mein GPS-Gerät die Marathon-Runde an, nach der ich den Lauf
dann beendet habe. Zuzüglich nicht GPS-gemessener 500 Meter,
bei denen ich den Tacho versehentlich nicht angestellt hatte, kam
ich dann auf knapp 43 Kilometer.
Mit trockenen Klamotten am Leib besetzte ich dann mit Pete, der
eine Laufpause einlegte, noch zwei Faltstühle an der Bahn.
Bei einem bleifreien Bier ließen wir die Läufer an uns
vorbei ziehen und den Lauf Revue passieren.
Ich zahlte danach noch meinen Spenden-Obolus und machte ich mich
auf den Weg nach Hause, während Pete noch in den Morgen lief.
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Fazit:
Es war ein interessanter Lauf mit schöner Stimmung, sowohl
im Gewusel als auch in der Nacht. Langeweile kam keine Sekunde
auf, ein Drehwurm auch nicht. Einen leistungsbezogenen Marathon
oder Ultra hätte man dort aber kaum laufen können oder
höchstens in der Nacht, wenn es ruhig war auf der Bahn, zumal
praktisch - bis auf einen Wasserwagen mit zum Teil längeren
Warteschlangen - keine Läuferversorgung angeboten wurde.
Insgesamt wurde in diesem Jahr übrigens eine Summe von über
24.000 Euro erlaufen.
von
Stefan Schirmer, dem Lauflöwen aus Hagen
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Stefan
läuft mit beim Spendenlauf
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"Vom
12. - 27.09.08 findet ein besonderer Spendenlauf über 2600
km durch alle 16 Bundesländer statt. Ein Kinderwagen wird
dabei die gesamte Strecke von Kiel bis nach Tutzing am Starnberger
See geschoben, um Spenden für das "Kinderhilfswerk Global-Care"
und die "Peter Maffay Stiftung" zu sammeln. Am Sonntag,
den 21.09., wird der Tross dann (auf der Tagesetappe zwischen
Warstein und Düsseldorf um die Mittagszeit herum) durch Hagen
kommen, wo ich den Kinderwagen schieben werde und eine möglichst
hohe Geldsumme an die engagierten Spendenlauf-Veranstalter übergeben
möchte. In diesem Blog
möchte ich Euch über die Fortschritte der Sammelaktion
informieren.
Meine
Bitte an Euch: Helft mir helfen! Mein Schweiss für Eure Euros!
Mehr Informationen zum Projekt und zur Möglichkeit zu helfen
gibt es auf: www.spenden-lauf.de.vu
und www.kinderhilfe-durch-deutschland.de."
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