Ein
Glockenschlag für 42 km
von Hans Urbaniak |
Hamburg
wollte ich schon immer laufen. Bislang kollidierte der Frühjahrslauf
im Norden allerdings immer mit dem Ruhr-Marathon, dem ich bisher
immer den Vorrang gegeben habe. Bisher. Denn dieses Jahr stand
der 27.04.2008 in Hamburg fest auf meinem Marathon-Programm. |
Also
Familie eingepackt und los ging es. Die kurze und entspannte
Fahrt am 25.04.2008 lief wie geschmiert und hat es uns ermöglicht,
am gleichen Abend noch die Startunterlagen auf der Marathon-Messe
abzuholen. Dort funktionierte alles perfekt und ich kam sehr
schnell an meine Startnummer. Die dazugehörende Sportartikelmesse
unterscheidet sich nicht von denen anderer Veranstaltungen dieser
Art. Alle großen Ausstatter sind hier vertreten. Der neueste
Renner sind im Übrigen Kompressionsstrümpfe, die angeblich
ein ermüdungsfreies Laufen für die Waden erlauben.
Habe ich aber noch nicht ausprobiert. Obwohl die Anzahl von
23.320 Teilnehmern nicht gerade wenig ist, hat man in Hamburg
nie das Gefühl, dass es übervoll ist. Eine Wertung
für Halbmarathon gibt es in Hamburg nicht.
Somit
war der Samstag komplett „lauffrei“ und wir konnten
uns ein wenig die Elbmetropole anschauen. Unter anderem haben
wir eine Stadtrundfahrt gemacht und so relativ kraftsparend
viel von der Stadt gesehen. Kann ich jedem Hamburg-Reisenden
empfehlen. Danach etwas Shopping und abends eine „private“
Pasta Party im Vapiano. Groß „zaubern“ kann
man vor einem Marathon sowieso nicht, daher sind wir relativ
früh aufs Zimmer zum relaxen.
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Auf der Marathonmesse |
Viel Trinken
bei dem Wetter |
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Habe
die Nacht gut geschlafen und entspannt gefrühstückt.
Da unser Hotel nur ca. 500 m vom Start-/Zielbereich entfernt
lag, sind wir dann erst gegen 08:20 Uhr Richtung Start aufgebrochen.
Auch hier ein ähnliches Bild: Viele Teilnehmer, aber kein
Gedränge. Sehr angenehm. Das Wetter war allerdings nicht
optimal für einen langen Lauf. Schon zur Startzeit ca.
18 Grad, sonnig. Es sollte noch schlimmer kommen.
Um
9.00 Uhr schickte man uns mit einem kräftigen Glockenschlag
auf die 42,195 Kilometer durch die Hamburger Innenstadt, übrigens
das zweitgrößte Straßenrennen Deutschlands.
Drei Minuten dauerte es, bis ich die Startmatte überqueren
konnte und die Reeperbahn entlang durch St. Pauli lief.
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Eine tolle Stimmung, allerdings relativ wenig Musik und Bands.
Es wurde wärmer. Also viel trinken. Die Versorgung war perfekt.
So dass ich brav an allen Verpflegungsstellen den obligatorischen
Becher Wasser getrunken habe. Vorgenommen hatte ich mir für
die Hamburger-Strecke einen Schnitt von 05:15 min/km, um die Zeit
von Berlin (5:16) leicht zu verbessern. Das schien auch nicht
unrealistisch, da ich in meiner Vorbereitung verletzungsfrei und
gut trainieren konnte. Außerdem habe ich meinen Laufstil
komplett umgestellt, nachdem ein Leichtathletikprofi ein vernichtendes
Urteil über meinen kräfteraubenden Stampfschritt fällte.
Daran habe ich in meiner Vorbereitung am meisten gearbeitet, so
dass mein „Personal Trainer“ jetzt hoffentlich zufrieden
mit mir ist. Wenn ich es jetzt noch schaffen könnte, meine
Arme effektiver einzusetzen, würde mir dies das Laufen weiter
erleichtern. |
Die
ersten Kilometer waren etwas holprig. Aber ab Kilometer fünf
hatte ich meinen Rhythmus gefunden und war punktgenau laut Plan
unterwegs. Ich merkte wie gut ich drauf war. Daher fiel es mir
relativ leicht bis Kilometer 25 einen Vorsprung von zwischenzeitlich
3,5 Minuten auf meinen Plan heraus zu laufen. Nur das warme Wetter,
es waren mittlerweile ca. 24 Grad, hat das Laufen nicht gerade
leichter gemacht. Bis Kilometer 37 hielt ich meinen Vorsprung.
Danach hatte ich eine kleine Schwächephase, die ich aber
nach 1,5 Kilometern überwunden hatte. Danach habe ich noch
etwas zugelegt und weiter Zeit gut gemacht. Allerdings hat Hamburg
ein ganz anderes Profil als Berlin. Hier geht es durchaus mal
etwas rauf und runter. Gerade zum Schluss muss man noch einen
Hügel erklimmen. |
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Bei
Kilometer 32, immer schön locker bleiben |
Es ist geschafft |
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Die
Laufstrecke ist durchgehend asphaltiert und in gutem Zustand.
Entlang der Binnenalster macht es richtig Spaß zu laufen.
Ein Wehmutstropfen gibt es allerdings. Zwischen Kilometer 39 und
40,5 werden die Straßen sehr schmal, was dazu führt,
dass man nur noch im Zickzack an den vielen gehenden Teilnehmern
vorbei kommt. Das geht an die Substanz und auf die Zeit. Andererseits
fühlt man sich wie bei der Tour de France, so nah sind die
anfeuernden Zuschauer an der Strecke. Eine tolle Atmosphäre.
Um 12.37 Uhr bog ich auf die eindrucksvolle 600 Meter lange Zielgerade
ein. Eine Bombenstimmung. Mit 3:38:12 Stunden konnte ich die Ziellinie
in persönlicher Bestzeit überqueren. |
Entspannt.
Zufrieden. Glücklich. Ich war 4:15 Min schneller als in Berlin
im Jahre 2007. Medaille in Empfang genommen und ab zurück
zum Hotel. Duschen und eine Kleinigkeit essen. |
Erschöpft
aber glücklich sind wir Sonntagabend wieder in Dortmund angekommen.
Es war ein außerordentlich erfolgreiches Hamburg-Debüt
für mich. Trotz der relativ hohen Temperaturen konnte ich
meine persönliche Bestzeit um über 4 Minuten verbessern.
Ist schon ein Hammer, was gezieltes Training ausmacht. Vielen
Dank für die vielen konstruktiven Hilfen meiner Trainingspartner,
die mich etliche Vorbereitungskilometer ertragen mussten. Die
Stimmung in Hamburg war entlang der gesamten Strecke spitze. Es
hat einfach Spaß gemacht, ein Teil davon zu sein. Den Ruhr-Marathon
laufe ich trotzdem, aber locker. |
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