Gelsenkirchen - Nordsternpark
von Claudia S.

Gab´s da nicht mal eine britische Band namens "Wet Wet Wet"? Die hatte die Undercover Crew zwar eher nicht im Programm, aber gepasst hätte es schon. Zu schade, dass so einer schönen Veranstaltung das Wetter so übel mitspielt. Wir schwammen am Samstag über die Autobahn nach Gelsenkirchen, kuschelten unter dem Schirm bei der Streckenbesichtigung, und dann kostete es schon etwas Überwindung sich aus dem Fleece zu schälen um im kurzen Hemdchen am Start zu stehen.

Der Herr am Mikrofon gab sich redlich Mühe etwas Stimmung herbeizureden, die Kinder kuckten enttäuscht auf den in Regenplane verpackten Bullen, die ca. 400 Läufer liefen sich warm. Immerhin hörte der Regen pünktlich zum Startschuss auf. Obwohl, ein bisschen Niesel auf der Strecke stört ja meist gar nicht so. Und der extra allen Glück (oder war das Glück auf?) wünschende Bergmann aus dem Besucherstollen hatte ja seinen wasserdichten Helm auf.

Die Strecke hatte der Veranstalter echt schön fies herausgesucht, wer sich nicht vorher die Streckenbeschreibung angeschaut hatte, war verraten und verkauft. Alle anderen freuten sich auf die Herausforderung, denk ich mal.

Ein paar nette, gemütliche Kilometer durch den flachen Teil des Parks, über Brücken und so, und dann: DIE HALDE! 65 Höhenmeter am Stück, Rollsplitt und Schotter. Ich bin vorsichtigst angegangen, denn das Ziel des heutigen Tages lautete: Nicht gehen! Berge liegen mir gar nicht und ich bekenne mich schuldig, meine Lieblingsstrecken eher flach zu wählen.
Also bin ich schön langsam in den Berg rein. Die letzten Meter erforderten zusammengebissene Zähne und ein Mantra im Kopf (nicht gehen nicht gehen nicht...). Oben angekommen war der Puls aber dann wirklich am Anschlag, und die ersten Schritte im halbwegs Flachen musste ich dann doch nachgeben.
Die Fläche oben ist total unbewachsen und war gut schlammig, schnell ging da sowieso nichts. Der Puls beruhigt sich, die Aussicht ist grandios, aber sehr nass. Am Rand der Hochebene begegne ich dann dem Helden des Tages, noch auf dem Weg rauf: Ein Papa, der doch tatsächlich den ganzen steilen, rollsplittigen Weg einen sehr solide aussehenden Babyjogger (vermutlich mit Baby drin :-) hoch gewuchtet hat. Wow! Runter war es etwas zu steil um ungebremst Tempo aufzunehmen, schade. Als eine der Letzten keuche ich ins Ziel, wo die schon vom letzten Mal in Bochum bekannt leckere Zielverpflegung wartet und die Stimmung heiter ist. Es regnet mal nicht. Mein Mann ist schon da, auch er hat die Halde überlebt :-).

Wir begeben uns zum Auto, abtrocknen und was Warmes anziehen (Duschen gibt´s ja leider nicht) und wieder retour. Die Band rockt, was die Lautsprecher hergeben, die Läufer kuscheln sich im Unterstand und unter Schirmen zusammen, denn der Regen wollte auch das Konzert hören und brachte die ganze nasse Verwandtschaft mit. Man klatscht fleißig mit, die Läufer in die klammen Hände, der Regen auf´s Zeltdach.
Immerhin war die Kinderschminkaktion anscheinend mit wasserfester Farbe angerückt, süß sahen sie aus! Ach ja, der Bulle durfte zwischendurch auch noch beritten werden.
Und wieder gab es zum Schluss eine stimmungsvolle Siegerehrung und die wirklich schönen, bunten Urkunden.

Ich wünsche der Veranstaltung und uns Läufern, dass die nächsten beiden Termine etwas sommerlicher werden und auch mal der eine oder andere Zuschauer einfach so aufkreuzt. Spaß hat´s gemacht und es wäre schön, wenn es eine Wiederholung im nächsten Jahr gäbe, nur hängt das Sponsoreninteresse erfahrungsgemäß ja doch sehr an der Zahl der Anwesenden.

PS: Der Nordsternpark sieht uns wieder, in zwei Wochen (2.8.2008) kann man dort die deutsche Tria- Elite bestaunen (Bundesliga-Final und Internationale Deutsche Triathlon-Meisterschaft, Kurzstrecke) und ihnen Glück für Olympia wünschen.
-> Nordstern-Triathlon

von Claudia S.

Laufsport bunert in Dortmund - Der Profi rund ums Laufen

Medisport-Lauf - Institut für Leistungsdiagnostik, Trainingssteuerung, Fitness- und Präventivtraining

Home | Nach oben | Laufgeschichten | Veranstaltungsberichte | Ergebnisse