Gab´s
da nicht mal eine britische Band namens "Wet Wet Wet"?
Die hatte die Undercover Crew zwar eher nicht im Programm, aber
gepasst hätte es schon. Zu schade, dass so einer schönen
Veranstaltung das Wetter so übel mitspielt. Wir schwammen
am Samstag über die Autobahn nach Gelsenkirchen, kuschelten
unter dem Schirm bei der Streckenbesichtigung, und dann kostete
es schon etwas Überwindung sich aus dem Fleece zu schälen
um im kurzen Hemdchen am Start zu stehen.
Der
Herr am Mikrofon gab sich redlich Mühe etwas Stimmung herbeizureden,
die Kinder kuckten enttäuscht auf den in Regenplane verpackten
Bullen, die ca. 400 Läufer liefen sich warm. Immerhin hörte
der Regen pünktlich zum Startschuss auf. Obwohl, ein bisschen
Niesel auf der Strecke stört ja meist gar nicht so. Und der
extra allen Glück (oder war das Glück auf?) wünschende
Bergmann aus dem Besucherstollen hatte ja seinen wasserdichten
Helm auf.
Die
Strecke hatte der Veranstalter echt schön fies herausgesucht,
wer sich nicht vorher die Streckenbeschreibung angeschaut hatte,
war verraten und verkauft. Alle anderen freuten sich auf die Herausforderung,
denk ich mal.
Ein
paar nette, gemütliche Kilometer durch den flachen Teil des
Parks, über Brücken und so, und dann: DIE HALDE! 65
Höhenmeter am Stück, Rollsplitt und Schotter. Ich bin
vorsichtigst angegangen, denn das Ziel des heutigen Tages lautete:
Nicht gehen! Berge liegen mir gar nicht und ich bekenne mich schuldig,
meine Lieblingsstrecken eher flach zu wählen.
Also bin ich schön langsam in den Berg rein. Die letzten
Meter erforderten zusammengebissene Zähne und ein Mantra
im Kopf (nicht gehen nicht gehen nicht...). Oben angekommen war
der Puls aber dann wirklich am Anschlag, und die ersten Schritte
im halbwegs Flachen musste ich dann doch nachgeben.
Die Fläche oben ist total unbewachsen und war gut schlammig,
schnell ging da sowieso nichts. Der Puls beruhigt sich, die Aussicht
ist grandios, aber sehr nass. Am Rand der Hochebene begegne ich
dann dem Helden des Tages, noch auf dem Weg rauf: Ein Papa, der
doch tatsächlich den ganzen steilen, rollsplittigen Weg einen
sehr solide aussehenden Babyjogger (vermutlich mit Baby drin :-)
hoch gewuchtet hat. Wow! Runter war es etwas zu steil um ungebremst
Tempo aufzunehmen, schade. Als eine der Letzten keuche ich ins
Ziel, wo die schon vom letzten Mal in Bochum bekannt leckere Zielverpflegung
wartet und die Stimmung heiter ist. Es regnet mal nicht. Mein
Mann ist schon da, auch er hat die Halde überlebt :-).
Wir
begeben uns zum Auto, abtrocknen und was Warmes anziehen (Duschen
gibt´s ja leider nicht) und wieder retour. Die Band rockt,
was die Lautsprecher hergeben, die Läufer kuscheln sich im
Unterstand und unter Schirmen zusammen, denn der Regen wollte
auch das Konzert hören und brachte die ganze nasse Verwandtschaft
mit. Man klatscht fleißig mit, die Läufer in die klammen
Hände, der Regen auf´s Zeltdach.
Immerhin war die Kinderschminkaktion anscheinend mit wasserfester
Farbe angerückt, süß sahen sie aus! Ach ja, der
Bulle durfte zwischendurch auch noch beritten werden.
Und wieder gab es zum Schluss eine stimmungsvolle Siegerehrung
und die wirklich schönen, bunten Urkunden.
Ich
wünsche der Veranstaltung und uns Läufern, dass die
nächsten beiden Termine etwas sommerlicher werden und auch
mal der eine oder andere Zuschauer einfach so aufkreuzt. Spaß
hat´s gemacht und es wäre schön, wenn es eine
Wiederholung im nächsten Jahr gäbe, nur hängt das
Sponsoreninteresse erfahrungsgemäß ja doch sehr an
der Zahl der Anwesenden.
PS:
Der Nordsternpark sieht uns wieder, in zwei Wochen (2.8.2008)
kann man dort die deutsche Tria- Elite bestaunen (Bundesliga-Final
und Internationale Deutsche Triathlon-Meisterschaft, Kurzstrecke)
und ihnen Glück für Olympia wünschen.
->
Nordstern-Triathlon
von
Claudia S.