Seniorensportler gegen die Deutsche Meisterin über 800m
von Volker Hartmann

Dortmund, 06. Dezember 2008. Der 43. Westfalenparklauf fand diesmal später im Jahr statt als sonst. Da er aber zu den ältesten Läufen in Westfalen gehört und praktisch vor der Haustür stattfindet, ist eine Teilnahme Pflicht. 10 Km im Park, das heißt, sechsmal den Berg runter und sechsmal wieder hoch. Der Wettergott hatte ein Einsehen und so starteten wir pünktlich um 15:15 Uhr.

Mit dabei die amtierende Deutsche Meisterin über 800m Jana Hartmann. Sie ist als Sportlerin des Jahres in Dortmund nominiert und ich habe natürlich bei der aktuellen Wahl zur Sportlerin des Jahres meine Stimme für sie abgegeben.
Um ihre Grundlage und Ausdauer zu verbessern, musste sie auf die für sie ungewöhnlich lange Strecke. Ihr Trainer Pierre Ayadi wollte sie begleiten und eine Zeit unter 40 Minuten sollte möglich sein. Leider war er aber krank und bat mich, Jana zu begleiten.
Jetzt ist es aber so, dass ich so nicht mehr der ganz Schlankste bin und ehrlich gesagt, zehn mal einen Kilometer unter 4 Minuten … ne … und dann am Stück ... beim besten Willen nicht. Startschuss.
 
2 Hartmanns
2 Hartmanns

Die erste Runde, wie immer zu schnell und vor mir Jana. Tja ok. Man(n) kann es ja mal versuchen. Und da man mit etwas mehr Gewicht gut rollen kann, holte ich sie beim Laufen bergab ein, gab ihr einen lockeren Klaps, setzte mich vor sie und ließ laufen. Das Problem tauchte relativ schnell auf, nämlich nach einer Linkskurve und dem Berg, der sich vor mir auftürmte. Also, der Kopf sagt: Locker bleiben, Problem, die Atmung hatte es nicht mitbekommen.

Nach der Bezwingung des zweiten Berges war wohl auch gerade das Lied auf Janas I Pod zu Ende und sie guckte mich anhand meiner „Atemtechnik“ etwas irritiert an. Nun nahm ich mir gedankliche Etappen vor. Berg runter vorlaufen, Bergauf dranbleiben, auf der Geraden aufschließen. Gesagt, getan. Nur hatten wir trotz der Anstrengung eine 5 Km Zeit von 20:10 Minuten (gefühlte 18:30) und jeder der selbst läuft weiß, wenn man unter 40 Minuten laufen will, sollte es schon schneller werden.

Nur bei Lactat 18 in den Beinen, wie bitteschön? Also Berg runter vorlaufen….und so weiter. Beim fünften Anstieg dann ein neues mir unbekanntes Geräusch. Verblüfft schaute ich Jana an und…..sie atmete…..und zwar ziemlich schwer. Ha alter Recke, geht doch, jetzt wird das Dingen zusammen durchgezogen.

Der letzte Berg….zusammen….die Zielgerade….ich war davor. Aber halt. So etwas macht man nicht. Also Jana vor in 40:33, Volker dahinter in 40:34. Wir liefen noch ein Ründchen aus und als die Anstrengung vergessen war, stand fest: Auf einem flachen Kurs, also das ist klar, da wären wir drunter geblieben. Tja Jana, mein Versprechen steht, bei deinem nächsten Zehner bin ich wieder mit dabei.

Viel Glück auf deinem Weg nach Berlin 2009…… Jetzt kann nichts mehr schief gehen.

von Volker Hartmann

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