Bei
den Wild(j)ungen von Wildungen
von Frank Pachura
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April
2008.
In Bad Wildungen in der Nähe des Edersees gibt es einen kleinen
Lauftreff: 13 nette Kerle, die jeden Donnerstagabend eine 11km-Runde
durch den Kellerwald drehen. Bis auf diesen einen gemeinsamen Lauf
pro Woche trainieren sie jeder für sich allein.
Zurzeit bereiten sie sich auf eine erste gemeinsame Teilnahme am
Rothaarsteiglauf im Mai vor. |
Bei
meinem Kurzaufenthalt in Bad Wildungen – Reinhardshausen lerne
ich den Lauftreffleiter Wolfgang kennen, der mich zu einem Gastlauf
einlädt. Ich nehme gerne an und bin am Donnerstagabend pünktlich
zur Stelle. Treffpunkt Eisdiele Pinocchio, 18:30 Uhr. Es folgt eine
kurze Begrüßung und auf die Frage, wann wir zurück
sind, antwortet Wolfgang: „Nach 1 Stunde und 5 Minuten!“
Und schon geht’s los auf die 11km-Runde rund um den Silbachskopf.
Wir verlassen den schönen Ortskern von Reinhardshausen und
befinden uns recht schnell auf dem Kellerwaldsteig, einem 156 km
langen Wanderweg durch den ganzen Naturpark Kellerwald-Edersee.
Zum Glück laufen wir ihn nicht ganz ab. |
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Wir
kommen am Sternenguckerpfad vorbei. Hier findet man Hinweisschilder
zu verschiedenen Artefakten, die eine Beziehung zum Weltall haben,
wie zum Beispiel die Himmelsscheibe von Nebra oder Ähnliches.
Leider wollen wir ja laufen und ich muss wohl noch einmal hierher
kommen, um mir die Sternentafeln anzuschauen. |
Ein
Bach – die Wölfte – begleitet uns. Es ist ein idyllisches
Bild. Balsam für die Seele. Überhaupt gefällt mir
die Landschaft hier sehr gut. Sehr viel Waldgebiet, unterbrochen
von großen grünen Wiesen und noch braunen Feldern. Auf
fast jeder Wiese fließt ein kleiner Bach und plätschert
vor sich hin. Viele Berge, die mehrreihig hintereinander liegen
und im blauen Dunst immer undeutlicher werden. Für mich Flachlandtiroler
viele neue Eindrücke, die ich sehr genießen kann. |
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Wir
laufen ein angenehmes Tempo und ich unterhalte mich mit Wolfgang
über unsere weiteren läuferischen Vorhaben und mit dem
einen oder anderen Läufer über seine Beziehungen zum Ruhrpott
und im Speziellen zu Dortmund. Schnell landen wir bei Themen wie
dem Bergbau und natürlich dem BVB. Da geht kein Weg dran vorbei.
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Unsere
Laufstrecke hat einige anspruchsvolle Steigungen und daran anschließend
auch wieder ordentliche Gefällestrecken, doch beim vielen Quasseln
merke ich sie kaum. |
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Oben
auf dem Hahnberg sieht man eine merkwürdige große rechteckige
Lichtung und ich erkundige mich darüber, ob das noch Kyrillschäden
sind. Die Läufer schmunzeln und erzählen, dass dort oben
eine Lichtung als Startfläche für einen Drachenfliegerverein
geschaffen worden ist. Diese Lichtung ist dann aber nur kurz genutzt
worden, da der Verein sich direkt danach eine Seilzuganlage angeschafft
hat und die Flieger nun aus dem Tal heraus starten können.
Da wird die Natur sich für diese Glattrasur bedanken. Der Berg
hat jetzt einen Kahlschnitt als Erinnerung an eine politische Fehlentscheidung.
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Schon
ist Reinhardshausen wieder zu sehen. Schade, die Zeit ist viel
zu schnell herum gegangen.
Ich staune, als ich auf die Uhr schaue: 1 Stunde und 5 Minuten.
Bei der anspruchsvollen Strecke nenne ich das eine Punktlandung.
Danke
schön an Wolfgang und die anderen netten Mitglieder des Lauftreffs
aus Bad Wildungen für diesen Gastlauf. Ich
nehme viele Eindrücke von einer wunderschönen Landschaft
und von sympathischen Mitläufern mit nach Hause.
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Es
lohnt sich immer, auch mal Neuland zu betreten. Das gilt fürs
Laufen und genauso auch fürs ganze Leben. Neue Eindrücke
und neue Sichtweisen erweitern den Horizont und verändern die
Einstellung zum Gewohnten. |
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