Die Begegnung mit der dritten Art (auf vier Pfoten)
von Bewes

Vielleicht hat der Eine oder die Andere aus meinen bisherigen Berichten bei bewes63.de entnehmen können, dass mein Verhältnis zu unseren vierbeinigen Freunden nicht unbedingt das Beste ist. Das liegt in erster Linie wohl an einem Erlebnis als sechsjähriger "Spring in´s Feld" bei dem ich, dank einer dicken Lederhose, nur eine extrem geschwollene Pobacke davontrug. Alle Herrchen und Frauchen mögen mir nachsehen, dass meine Erfahrungen bis zum heutigen Tag nicht dazu geführt haben, das damalige Ereignis zu vergessen. Im Gegenteil ist es so, dass ich sehr viel zu schreiben hätte wenn ich meine negativen Erlebnisse festhalten würde. Nichts liegt mir allerdings ferner, als darüber zu berichten, welchen Verlauf meine ungewollten Rendezvous` mit dem Freund des Menschen nahmen.
Gestern ist allerdings etwas so Kurioses geschehen, dass ich es unbedingt hier niederschreiben muss.
Ich war gerade an meinem Lieblingsteich angekommen, um einen Tempolauf über 12 Km unter meine Füße zu nehmen. Schuhe noch mal gebunden, Pulsuhr abgedrückt und langsam trabte ich los....alles wie immer.
Mein Blick schweifte nach vorn auf den Weg und ich erschrak. Ich sah, wie sich ein großer, schwarzer, angsteinflößender Hund in hohem Tempo auf mich zu bewegte.
Dahinter sah ich noch die Besitzerin mit hektischen Armbewegungen und der Leine in einer Hand. Kurz überlegte ich, was in dieser Situation das Beste zu tun wäre. Zurück zum Auto? Zu spät! Nach rechts in die Botanik? Da erwischt er dich auf jeden Fall. Ich entschied mich dazu, locker weiter zu laufen. Als ich das schabende Geräusch hörte, welches seine Tatzen bei der Berührung mit dem Asphalt hervorbrachten, war ich mir nicht mehr sicher, ob meine Entscheidung die Richtige war.
Mit dem Gedanken beschäftigt, welche Wade ich ihm anbieten soll...oder besser einen Arm, denn bald ist Marathon...nahm ich dann wahr, wie er seine Geschwindigkeit abrupt verringerte. Mit wedelndem Schwanz umrundete er mich einmal und lief dann bei Fuss neben mir her. In meiner Angst sagte ich zu ihm: "Na mein Großer!" Er schaute mich an, als wolle er sagen: "Sag mal, warum bist du eigentlich ohne mich losgelaufen?" Lag es an meinem animalischen Geruch? Konnte nicht sein, ich war ja gerade erst gestartet. Testosteron? Wahrscheinlich! ;-)
Wir erreichten dann zusammen sein Frauchen, welches völlig aus dem Häuschen war. Ich fragte nach einem joggenden Herrchen oder sonstigen Lauffreunden, welche er hin und wieder begleitet. Nichts dergleichen, sie fand keine Erklärung. Mein neuer Freund ließ sich auch mit guten Worten nicht dazu bewegen, meine Seite zu verlassen. Er stand da und wartete wohl darauf, dass es endlich weiter geht. Seine Chefin mußte ihn anleinen und quasi von mir weg ziehen.
Unglaublich und ich frage mich .......wer hat bloß diesen Hund geschickt???

von Bewes
 
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