Mein erster Ironman
von Markus Peters

So, nun ist es endlich soweit, nach Monaten hab ich nun das Erlebte verarbeitet und schaffe es dies Schriftlich niederzulegen ;-)
Ob es nun ein Drama war, oder ein Thriller, oder einfach nur ein ganz besonderer Tag überlasse ich euch.
Für mich war es auf jeden Fall bisher der längste Tag in meinem Leben.
Ein Tag voller extremer Gefühle, Emotionen, Erkenntnissen und Erlebnissen!
Alles fing schon mit dem Donnerstag davor an.
Morgens stand das Beladen des Autos an. Bloß nichts vergessen. Mit Sonja dann ab nach Neheim, um Torsten einzusammeln. Mein technischer Berater spielt ab jetzt noch den persönlichen Fahrer. Nach gut 2 Std. dann Ankunft in der Tiefgarage unter dem Römer in Frankfurt. Schrecksekunden beim rückwärts einparken! Es hat die Heckleuchte auf der Beifahrerseite erwischt! Ärgern hilft nichts… Die Aufregung gleich meine Startunterlagen in der Hand zu halten ist größer ;-) Diese hab ich dann auch im Bürgerbüro am Römer entgegengenommen. Mit dem roten Armbändchen um das Handgelenk, welches mich offiziell als IM Athlet ausweist! Im Anschluss haben wir drei uns noch etwas in der Wechselzone 2, sowie in der Innenstadt und auf der Sport Expo umgeschaut. Zum Schluss des Tages im Hotel eingecheckt und mit leichten Kopfschmerzen ins Bett gefallen.
Am Freitag erwartete mich wieder eine nervliche Zerreissprobe! Aber soweit bin ich noch nicht, erst mal in Ruhe und Gemütlichkeit ausgiebig gefrühstückt! :) Danach zum FRAPORT aufs Besucherdeck, etwas Fernweh bekommen. Wieder auf dem Weg zum Bus kam dann der Schocker: Torsten hat an einem öffentlichen Internet Terminal die Temperatur des Waldsees abgefragt! 24,5 Grad! Fast Neo-Verbot! Ab zur Wettkampfbesprechung in der Eissporthalle. Ein Aufatmen ging durch die Menge, als es hieß, ihr dürft Neos benutzten! Yeah!!! Als die Besprechung zu Ende war, noch mal kurz in die Stadt. Faris Al Sultan getroffen! Foto und Small Talk. Sein Tipp: Ich soll all dies hier genießen! Das von einem Weltmeister! Zurück zur Eisspothalle, für die Pasta Party. Macca(Mc Cormac) getroffen. Sonja und Torsten mussten jeder etwas um die 20 Euro bezahlen, um an der Party teilzunehmen. Aber dafür war auch alles “All you can eat“! Gegen 21:30 dann mit der U-Bahn ins Hotel zurück. Action genug für heute.
Samstag war Radabgabetag! Morgens erst mal noch mal in Ruhe und vor allem wieder ausgiebig gefrühstückt! Danach ein paar Stunden, ganz in Ruhe für mich allein. Es galt die 3 Beutel zu packen (den Blauen fürs Bike, den Roten fürs Laufen und den Weißen fürs Schwimmen [OK, den hab ich nur vorbereitet, da ich den Sonntag erst mitnehmen musste])! Der Blaue: Rad Schuhe, Schweißband, Salt Stick Kapsel. Der Rote; Laufschuhe, Socken und die Visor Cap. Danach bin ich raus. Vors Hotel, Musik gehört. Dabei ist mir die Idee gekommen, nebenan zu MC D. Für nen großen Milchschake ;-)
Gegen Mittag dann mit Torsten zum Bus, Sonja kommt zum S-Bahnhof. Mit der S-Bahn dann zum Langender Waldsee. Hatten uns eine in unseren Augen schöne Station ausgeschaut. Waren sogar Schilder, die uns zum Ironman lotsen sollten, vor Ort! Das war eine Tour von 45 Minuten durch den Wald. Schön, aber zu lang! Das ganze musste ich ja auch noch zurück! :(
Das Einchecken ging ganz schnell. Mit Helfern und einer perfekten Organisation! Auf dem Rückweg noch bei Subway was gegessen. Darauf geachtet, dass es nicht zuviel bläht.
Dann ab ins Hotel, geduscht und man glaubt es kaum, auf einem Samstagabend um 20:00 ins Bett. Bin wohl auch gegen 20:30 eingepennt!
Sonntag, um 3:30 ist die Nacht zu Ende! Wahnsinn. Sofort schießt mein Puls hoch! Erst mal etwas gegessen. Leichte Sachen, die ich am Vortag noch besorgt hatte. Danach hieß es eincremen und zwar gründlich und dick. Es sollte sehr sonnig werden. Noch fast einen Liter Flüssigkeit vor den Start zu mir genommen! Dabei hab ich die ganze Zeit den weißen Beutel (wie der Kleidersack beim Marathon) gepackt.
Gegen 5 runter zum Empfang. Torsten ist schon da. Laut GPS nur gut 5 Minuten mit dem Wagen zum See. Gut. Sind durch die schon bestehenden Sperrungen etwas mehr geworden. Werde immer nervöser. Dort angekommen zieht Torsten den Zündschlüssel ab und mir fällt ein:“ Der Neo hängt noch im Hotel“! L, Desaster!
Jetzt brach eine Welt zusammen! Es ging soweit, dass ich keinen Mut hatte, mehr zu starten. Nach gutem Zureden von Sonja und Torsten, ein wenig Musik und für mich allein bin ich dann doch gegen 6:00 in die Wechselzone. Klar, bin ja schon mal die Distanz ohne Neo durchgeschwommen, doch es fehlte mir diese Sicherheitsleine! Was war das? Durchsage ob jemand einen Neo abzugeben hatte, meine Startnummer, am Eingang der Wechselzone melden?!
Sonja hatte Kurt Denk getroffen und einfach mal gefragt ob so was machbar wäre. (lest mal www.ironman.de/deutsch/athletenbericht-2009-diverse.htm )
Es war machbar und es fand sich ein Neo! Mein Helfer hieß Jürgen und er hatte sich wohl entschieden ohne Neo zu starten. War ein lustiger Anzug! Ein Damenneo von Orca. Mir waren die pinken Streifen egal. Er passte und er war nicht ganz so dick! Riesen Vorteil bei den jetzt schon hohen Wassertemperaturen! So es konnte losgehen.
Zur Nationalhymne, über den LKW zur Weißen-Beutel-Abgabe, runter zum See. Etwas einschwimmen und in die Menge von fast 2000 anderen Verrückten einreihen. Oh, schon kein Bodenkontakt mehr.
7:00 der Startschuss fällt! Ich schwimme los. Die Sonne scheint schon ziemlich heftig auf den See.(24°C Außen) Ansonsten ist der See recht ruhig. Außer natürlich da, wo geschwommen wird. Halt, es war am Anfang (etwa die ersten 10 Minuten) sehr brodelig, danach (wo sich das Feld auseinander gezogen hat) wurde es ruhiger.
Nach etwa 2 KM kam der kleine Landgang. Lief bis jetzt gut, war also kein Problem die nächsten 1,8 KM zu schwimmen. Man hat auf diesem Streckenabschnitt auch mal sehen können, wo die Anderen so sind. Auf der Zielgraden (gut durch den Zielbogen zu erkennen) wurde es dann noch mal eng. Neben mir Leute. Auf der linken, OK. Gerader Schwimmer. Ich auch gerade. Doch rechts neben mir eine Frau. Die schwamm immer in mich rein. Hab versucht sie abzuschütteln. Da kneift die mir ins Bein! Toll!
Beim Ausstieg krampfte das linke Bein, in das rechte bin ich gekniffen worden! Den Krampf hab ich auch noch beim Radfahren gemerkt. Kaum auf dem Rad, lag schon nach ca.200 Metern der erste im Graben! Das kann ja noch was werden! Ich hab noch den ein oder anderen heftigen Sturz gesehen. Toll, hatte die ganzen 180 KM Sand in den Schuhen. Super Gefühl! :( Ansonsten, super Radstrecke. Klasse, vor allem, wenn das Wetter wie heute so gut ist, vielleicht sogar schon beim Radfahren zu heiß?!
 
 
Sah richtig klasse aus, als ich in Frankfurt City reingefahren bin und dann dort noch durch einen langen Tunnel. Die Verpflegung lief auch super. Hab es immer geschafft die Flaschen abzuwerfen und aufzunehmen. Mit den Riegeln (waren nur Stücke) und den Bananen (auch Stücke) lief super. Immer mal Gels in die Rückentasche gepackt (weiß gar nicht, hab ich überhaupt eins benutzt?!) und die Sache mit den Salzkapseln war nötig und lief rund.
Beim Wechsel zum Laufen hab ich, nachdem ich meine Laufbeutel gefunden hatte (kurz dran vorbeigelaufen!), erst mal ein Dixi-Klo aufgesucht, irgendwo muss ja das Wasser hin (obwohl ich schon ordentlich geschwitzt hatte) ;-) Ab ins Zelt. Ein Helfer stand schon bereit (wie auch beim Radwechsel) half mir mit dem Beutel, reichte mir Socken, Schuhe und Visor an und packte alle meine Radsachen zurück in den Beutel. Wow, an dieser Stelle Hut ab vor den vielen Helfern bei diesem Event.
Raus zum Laufen. Gluthitze. Was ist mir gesagt worden?! 38 Grad Asphalttemperatur! Na gut. 4 Runden noch überstehen. Lief in der ersten auch gut. Wie beim Training. Bei der 2 wurde es schon schwerer. Mein Magen fing an Theater zu machen. Ok, noch mehr Bananen drauf (waren glaub ich an dem Tag 8-9 ganze!) Hilft nicht wirklich.
Hab beim Laufen wohl auch kein Gel genommen?! Aber dafür, während des Laufes angefangen Salzbrezeln zu essen und Salzwasser zu trinken! Hatte meine Salzkapseln, bei einem weiteren Besuch auf dem Dixi-Klo verloren! Der Magen hat mich zwischen KM 15 und 25 immer wieder auf dieses gezwungen und danach musste ich dort immer mal wieder zum „pinkeln“ hin! Und ich gebe es zu: Zwischen KM 25 und 40 bin ich immer wieder gegangen. War nichts mehr mit Laufen! Aber als ich wusste, ich brauch keine Runde mehr und es geht hoch zum Römer (letzter KM), da hab ich noch mal richtig aufgedreht. Da war alles vergessen und ich bin den roten Teppich nur so hoch gerast! Geschafft! Yeah! Was ein Tag :)
 
 
Ich bin stehend im Ziel und musste nicht wie so viele, raus getragen werden. Bin dann mit dem mir zugeteilten Helfer in den Athletenbereich. Meinen Beutel abholen und duschen. Tat das gut.
Ab ins Catering-Zelt, etwas richtiges Essen und einen Red Bull trinken. Na ja, das Essen ist irgendwie nicht so richtig runter gegangen! Torsten hatte sich bereit erklärt, mein Bike abzuholen.
Nachdem das geschafft war, ab zum Bus und gegen 22:30 oder so waren wir dann wieder im Hotel. Hatte definitiv einen zu hohen Salzverlust an diesem Tag!

Ordentlich verkohlt war ich, vor allem im Nacken, trotz fetter Sonnencreme! Bin dann recht schnell ins Bett, hab glaub ich noch mal geduscht?!
Weiß nur noch, hatte auf jeden Fall noch etwas Schüttelfrost und bin direkt weggepennt.
Montag: Die Nacht war irgendwie kurz. Schon um 6:00 wieder wach gewesen?! Uhh, waren meine Beine lahm. Dem Rest des Körpers ging es nicht besser! Halsschmerzen! Nur ein wenig. Kommt wohl von den Salzbrezeln, die ich mir fast ganz runtergeschlungen hab! In Ruhe Sachen gepackt, noch mal Frühstück mitgenommen und dann nach Hause.
2011 geht es in die nächste Runde ;-)
von Markus Peters
 
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