Women's Run Köln
von Marion Fladda

08.08.2009. Ein Samstag.
Mein zweites Doppelwoche in Folge. Mein insgesamt drittes Doppelwochende in diesem Jahr. 13 Wettkämpfe stecken bisher in meinem Körper. Seit dem 22.04.2009 habe ich an 13 Läufen teil genommen und habe jegliche Regenerations- und Trainingsempfehlungen ignoriert.
Der Plan für heute sieht vor, gegen Nachmittag Richtung Köln zu fahren und Silke zu treffen.
 
Silke war bzw. ist noch immer eine Läuferin aus dem Dürener Raum. Sie hatte mich seiner Zeit bei dem Lauf in Obermaubach angesprochen und gefragt, ob ich Interesse an einer Staffel habe...
Jetzt ist es so weit. Wir haben aus dem Staffel-Wochenende ein Doppel-Wochenende fabriziert. Heute laufen wir den Frauen-Lauf in Köln und morgen die Staffel im Rahmen des Monschau-Marathons.
Start ist heute um 19 Uhr. Der Haken ist jedoch, das die Startunterlagen nur bis 17:00 abgeholt werden können. -grummel-
14:46
Ich habe gerade mit Silke telefoniert. Sie hat mit irgendwem von der Organisation gesprochen und es ist kein Problem, wenn wir etwas später kommen und unsere Sachen holen. Der Plan sieht nun vor, Silke um kurz vor fünf in Köln zu treffen.
16:45
Wo ist meine Uhr??
16:53
....Uhr?
16:54
...Uhr?
16:55
Habe gerade mit Silke telefoniert. Ich soll mir keinen Stress machen, sie hat ihre Laufschuhe in der Eifel vergessen. Gut, dann kann ich ja noch in Ruhe weiter meine Uhr suchen. Wann wollte ich noch mal in Köln sein? Wie lange fährt man?
17:23
Köln-Chorweiler. Angst. Silke eingeladen und auf dem Weg zum Tanzbrunnen.

18:33
Startnummern heften an unseren Shirts. Wir gehen zum Start. Wetter ist ganz schön. Es ist alles ein rosa Meer. Alle Läuferinen um uns rum tragen rosa T-Shirts. Die konnte man sich bei der Anmeldung bestellen. Und das haben scheinbar auch alle außer uns getan.
 
 
18:55
Silke und ich stehen im Startkanal. Vor uns stehen ungefähr 1000 rosa, gutriechende Läuferinnen. Die Altschweiß-Nuance, die sonst bei Unisex-Läufen bereits vorm Start in der Luft liegt ist heute nicht zu vernehmen.

Über die Boxen läuft kölsche Musik und Silke hüpft auf und ab und macht den Eindruck mindestens 1,7 Promille zu haben. Ein schwarzes, hüpfendes Shirt unter knapp 3000 rosa shirts.
19:03
Oh man.
Aus dem Weg. Aus dem Weg. Weg. Weg. Ich drängel mich durch das rosa Meer.
"Samma, gehts noch???!"
Ich werde angefaucht. Mmmh....Irgendwie ist mir der Schweiß-und-co-Gestank doch lieber. Ich habe nach einigen Metern das Gröbste überholt. Das Feld...das rosa Feld zieht sich immer mehr und mehr auseinander.
 
  Es geht am Rhein entlang Richtung Deutzer Brücke. Ich laufe recht flott. Habe ja schließlich nur einen 8,7 km langen Lauf zu laufen. Das kann man auch mal etwas zügiger machen. Es geht über die Brücke. Zum Dom.
Eine super Stimmung am Straßenrand. Man beginnt zu fliegen. Es geht einige Treppen rauf. Die Leute klatschen.
"Los Marion!"
Hä? Ich gucke mich irritiert um. Da hat jemand meinen Namen gerufen. Ich gucke in ein mir vollkommen fremdes Gesicht.
"Marion!" Und da fällt es mir wieder ein. Ich gucke runter auf meine Startnummer. Marion. Das hat also doch seinen Sinn.
Ich gebe alles und beginne sogar, Läuferinnen zu überrunden. Ich bin noch nie in meinem Leben an so vielen Frauen vorbei gelaufen, geschweige denn an rosa Frauen.
Ich komme ins Ziel mit 38:04 und lande damit auf dem 23. Platz.
23. von knapp 3000 Starterinnen. Ich sach mal, gar nicht soooo schlecht...

von Marion Fladda (Fotos: Detlev Ackermann von Laufen-in-Köln.de)
 
 
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