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Im
Regen durch die Hauptstadt oder
wie ich mit Verdauungsproblemen zu kämpfen hatte
von Hans Urbaniak
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Der
Berlin-Marathon ist für mich das absolute Highlight in
meinem Marathon-Kalender! Schon seit Jahren nehme ich an diesem
Lauf teil. Aber dieses Mal war irgendwie alles anders. Zu
Beginn dieses Jahres hatte ich die Schnapsidee, zwölf
Marathons in 2010 laufen zu müssen. Ein enormes Pensum,
wie mir alle meine Vertrauten immer wieder bestätigten.
„Aber wenn der Hans sich was vornimmt, dann zieht er
das auch durch.“ Berlin war Nummer zehn auf dieser Liste.
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Um
das Top-Preisangebot der Deutschen Bahn zu ergattern, sind
wir bereits freitags um 5:47 Uhr mit dem ICE aufgebrochen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück im Speisewagen
und einer entspannten Fahrt hatten wir Berlin bereits gegen
9 Uhr erreicht. Obwohl etwas müde, hat man so richtig
was vom Tag. Der Besuch der Marathon-Messe im ehemaligen Flughafen
Tempelhof war schnell erledigt, so dass wir uns den kulturellen
und kulinarischen Vorzügen der Hauptstadt widmen konnten.
Ein kleiner Einkaufsbummel durfte dabei dann natürlich
auch nicht fehlen. |
Wir
hatten das Hotel aus dem Vorjahr gebucht und die warteten
mit einer echten Überraschung für alle Marathonläufer
auf. Am Marathon-Vorabend gab es ein Pastabüffet, was
eigentlich noch nicht so der Hammer ist. Aber so musste man
abends nicht auf ein Lokal ausweichen, denn die sind sowieso
alle total überfüllt.
Doch nach dem Lauf wartete dann ein „Verpflegungsstand“
inkl. Fotoservice auf alle Finisher, die Gäste in dem
Hotel waren. Das Foto vor dem Finisher-Buffet bekommt man
dann im Nachgang per Email zugesandt. Sehr, sehr nett! |
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Am Finisher-Buffet nach dem Lauf |
Ich
habe richtig gut geschlafen in der Nacht vor dem Rennen. Was
zu befürchten war, bestätigte dann ein Blick aus
dem Fenster. Richtig mieses Wetter. Es regnete Bindfäden.
Dazu ca. 11 Grad. Na klasse, liegenbleiben wäre auch
nicht schlecht gewesen! Morgens habe ich Vollkornbrot, Obst
und etwas Kaffee zu mir genommen. Gegen 7:45 Uhr haben wir
uns dann mit der U-Bahn in Richtung Start aufgemacht. Tausende
von Startern begleiteten uns dabei. Gut, ich bin also doch
nicht verrückt, hier morgens durch den Regen zu gehen.
Kurz vor dem Bereich, der nur noch für die Läufer
vorbehalten ist, habe ich mich von meiner Frau verabschiedet
und konnte dann rechtzeitig meinen Startblock erreichen. |

Durst! |
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Auf
Grund meiner guten Vorjahreszeit (3:22) stand ich nur ca.
50 Meter von der Startmatte entfernt. Wenn ich zurückdenke,
wo ich bei meinem Berlin-Debüt 2002 stand, so habe ich
in den letzten Jahren etliche hundert Meter in der Startaufstellung
gut machen können. Es ist schon ein imposantes Erlebnis,
ein Teil einer solchen Mega-Veranstaltung zu sein.
Der Tross von rund 40.000 Läufern bewegte sich dann pünktlich
mit dem Startschuss um 9:03 Uhr in Richtung Ziel. Da ich in
der Vorwoche gesundheitlich etwas angeschlagen war, hatte
ich mir vorgenommen, das Rennen nicht zu schnell zu absolvieren.
Die Zeit aus dem Vorjahr schien, auch wegen des schlechten
Wetters, für mich unerreichbar. Am 26.09.2010 war mein
sechster Start in Folge in Berlin und immer war in den letzten
Jahren Top-Wetter. Ich kann mich nicht erinnern, wann es derartig
kalt und regnerisch gewesen ist. Und trotzdem war die Begeisterung
der Zuschauer am Streckenrand wieder unbeschreiblich. Toll,
toll, toll! |
Rein
läuferisch ging es gut. Kein Hänger, kein Hungerloch,
kein Stolpern. Insgesamt bin ich recht gut durch gekommen.
Bei Kilometer 12 rief mich der Streckensprecher auf: „Und
jetzt kommt Hans Urbaniak vom TSC Eintracht Dortmund.“
Das motiviert ganz schön, so wie auch die vielen Zuschauer
und Bands am Rand der Strecke. Aber was dann kam, hatte ich
in meiner jetzt fast zehnjährigen Marathonkarriere noch
nicht erlebt. Ich musste sage und schreibe sechsmal auf den
ersten 23 Kilometern „in die Büsche“. Dabei
habe ich mit Sicherheit rund fünf Minuten verloren. Darüber
hinaus ist mir meine Startnummer viermal an den Ecken eingerissen,
so dass ich immer wieder aus dem Laufrhythmus kam, um Reparaturarbeiten
vorzunehmen. Mir war nach meinen etlichen „Boxenstopps“
relativ schnell klar, dass ich die 3:30 so nicht unterbieten
konnte, also habe ich etwas Tempo herausgenommen und hatte,
als ich meine Frau am Rande der Strecke traf, auch noch Zeit
für ein kurzes Gespräch. Ungefähr zwei Kilometer
vor dem Ziel hörte der Regen dann endlich auf. Na ja,
war jetzt auch egal. Dann kommt das absolute Highlight: das
Brandenburger Tor. Tosender Jubel von allen Seiten und zack
ist man schon im Ziel. Ich finishte in 3:33:12, was unter
den gegebenen Umständen ganz ordentlich war. |
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Mein 30ster |
Im
Nachzielbereich gab es ausreichend Verpflegung und Getränke.
Allerdings bekommt man mittlerweile auch in Berlin eine Einkaufstüte
(mit Apfel, Getränk, Schokoriegel etc.) des Hauptsponsors
in die Hand gedrückt, mit der man dann wie nach einem
Einkauf nach Hause geht. Blöd! |
Der
Lauf am 26. September war mein dreißigster Marathon
und mein Schnellster in 2010. Jetzt wartet der Baldeneysee,
mal sehen was dort so alles passiert… |
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