21,1 km in Harsewinkel ohne Hase und ohne Winkel
von Marion Fladda

Vier Tage vor unserem kleinen 24-Stunden-Lauf-Intermezzo hat es uns an einem leicht bedeckten bis leicht nieseligen Sonntagmorgen nach Harsewinkel verschlagen. Unsere Optionen sind: 5km, 10km oder 21,1km. Da sich echte 24 Stunden-Läufer für 10km nicht die Mühe machen die Schuhe zu schnüren, fällt die Wahl sehr leicht. Der Halbmarathon soll es sein.
Auf dem Weg in das besagte Dörfchen bemerken wir, dass sich kleine, freche Regentropfen auf der Windschutzscheibe breit machen. Frank und ich gucken erbost gen Himmel. "Hallo? Wir wollen jetzt in Harsewinkel nen Halben laufen, nur für den Fall, dass es dort oben noch nicht angekommen ist..."
Einige Zeit später strecken wir unsere dreiviertel Laufhosen aus dem Auto und berühren Harsewinkeler Boden. Innerhalb von Sekunden bildet sich eine ausgewachsene Gänsehaut auf den blanken Beinabschnitten.
 
Wir trotten fröstelnd zur Anmeldung.
Sie befindet sich in einer Halle, in der es glücklicherweise schön warm ist. Wir holen uns die Nummern 410 und 411 ab und schauen uns noch etwas um. Der Zieleinlauf endet in dieser Halle. Schöne Idee. Direkt ins Warme. Aber nun müssen wir erst noch ein paar Stündchen arbeiten.
Wir gehen fröstelnd zum Start. Frank zieht sich wacker und männlich und unkaputtbar die warme Jacke aus und läuft nur im langen Shirt. Ich hingegen lasse alles an, was ich besitze. Mädchen halt.
Nach dem kaum wahrnehmbaren Startschuss, der sogar von den startenden Pulsuhren übertönt wurde, geht’s los. Das Wetter ist gnädig und schon nach einigen Metern bereue ich, dass ich in voller Montur laufe, und werde dafür auch direkt von Frank belächelt. Er hatte frierend im Startfeld noch gewitzelt, dass er nachher wenigstens nicht so schwitzt und auch was von der Sonne mitbekommt und bla bla bla...
Er sollte recht behalten. Die Sonne kommt sogar raus und wir begeben uns bei bestem Wetter auf die Laufstrecke durch das schöne Harsewinkel. Viel Feld und Wald mit mäßigem Wind, der auch hin und wieder von vorne kommt. Drei Verpflegungsstellen versorgen uns mit Tee und Wasser.
 
 
Wir laufen ein schön gleichmäßiges Tempo und geben nicht alles. Nach 1:55:10 kommen wir in die warme Halle und genießen nach einem kleinen Endspurt die Getränke. Denn einige von uns Zweien haben unter einer dicken Schicht Laufklamotten einiges an Schweiß produziert, was nun erstmal wieder ergänzt werden muss.
Die Laufveranstaltung war super organisiert und glänzte u.a. durch einen Urkundendruck, der beinahe schon fertig war, als wir noch bei km 10 waren.
Wir werden bestimmt mal wieder kommen, aber dann mit Hase. Oder Winkel. Oder sogar beidem.
    von Marion Fladda
 
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