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Von
schwimmenden Superhelden und schmutzigen Umhängen
von Marion Fladda |
04.
September 2010
Seit vier Monaten fliegen wir nun als Möhnehelden durch
die Gegend und haben dabei nur diesen heutigen Tag im Auge.
Und jetzt ist es endlich soweit. Der Tag an dem wir unsere
schmucken, grünen Höschen bzw. Röckchen mit
Schlamm panieren können und die Sau rauslassen dürfen.
Mit einer Mischung aus leichter Aufgeregtheit, Vorfreude und
Gespanntheit betreten wir an einem schönen Samstagmorgen
das Gelände der Graf-Yorck-Kaserne. Das neue Weeze des
Sauerlands. Nur natürlich viel besser und schöner.
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Ein
letztes Mal für dieses Jahr streifen wir die noch strahlenden,
königsblauen Heldenhäute über. Unser blauer
Skins-Dress hat dieses Jahr ordentlich viele Kilometer Rennluft
geschnuppert. Und nun tragen wir ihn ein letztes Mal zum Start.
Die Sonne strahlt auf das Kasernengelände. Eine interessante
Atmosphäre. Wir schlendern durch eine verlassene "Kasernenstadt",
in der wir viele verwilderte und verlassene Militärgebäude
passieren. Man kann sich gut vorstellen, wie hier irgendwann
mal Soldaten die Straßen auf und ab marschiert sind.
Echte Kerle, die im Schlamm herum robben und sich die Füße
blutig laufen. So wie wir heute. |
Wir
holen unsere Startnummern und machen uns startklar. Beim Befestigen
der Nummern stellen wir fest, dass wir heute ganz besondere
Nummern haben. Die 1 und die 2. Möhnewoman und Möhneman.
Noch nie zuvor hatten wir die Ehre, diese Nummern zu tragen.
Wir betreten die kleine, bunte Zeltstadt. Sie leuchtet richtig
im grauen Kasernengelände. Viele Läufer traben uns
schon entgegen und machen sich warm. Wir stellen uns in den
Startblock und sind überrascht, wie viele Leute die beiden
Superhelden schon kennen. |
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Es
herrscht eine lockere und fröhliche Stimmung im Starterfeld.
Viele lustig verkleidete Läufer hüpfen sich warm.
Läufer mit Handschuhen und alten Baumwollhemden erinnern
uns an das, was uns gleich erwartet. Schlamm, Matsch, Strohwände
und Kuhfladen. Ganz viel geballtes Sauerland halt. |
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14
Uhr ertönt der Startschuss für die Premiere des
ersten Lake-Runs. Wir starten heute aus der Pole-Position
und werden trotz unserer Umhänge und Superheldenkräfte
von einer Herde aus Läufern überholt. Schon nach
ein paar hundert Metern wartet das erste Hindernis auf uns.
Ein geflutetes Loch aus Schlamm, Wasser und ... man weiß
es nicht so genau. Die ein oder andere Kuh hat sich womöglich
auch noch in dieser Brühe verewigt. Mit sauberen Schuhen
laufen wir auf diese ausgesprochen große Pfütze
zu. Der gewohnte Pfützen-Ausweich-Reflex hat keine Chance.
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Er
wird gnadenlos ignoriert und die sauberen Schuhe werden eingetaucht.
Das Wasser spritzt hoch und die Hemmung vor dem Nass ist verloren.
Wenn die Füße einmal nass sind, ist alles egal.
Wir durchpflügen einen Acker und überwinden dabei
mehrere Strohballen.
Ein Glück, dass das Wetter so gut mitspielt, sonst hätten
jetzt mehrere Hundert Läufer ein Plateau aus Ackerboden
unter ihren Laufschuhen kleben. |
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Eine
bunte, schmutzige Läuferschlange zieht sich durch die
schöne Landschaft des Sauerlandes. Die Hindernisse lassen
die Kilometer nur so verfliegen. Für mich ist dies nicht
nur meine Lake-Run-Premiere, sondern auch meine Adventure-Lauf-Premiere,
und ich muss sagen, dass diese Art von Läufen wirklich
einen ganz besonderen Reiz hat und einfach nur Spaß
macht. Man beschäftig sich nicht die ganze Zeit mit der
Zeit und den Kilometern, sondern mehr mit dem Schlamm, der
immer mehr unserer Körper abdeckt. |
Wir
kriechen durch Schlamm, springen über Strohballen, kämpfen
uns über haufenweise Autoreifen, klettern Strohpyramiden
hinauf und quetschen uns durch Betonröhren. Als besonderes
Highlight wartet der Möhnesee auf uns. Hier dürfen
wir insgesamt viermal hinein und müssen dabei sogar kurze
Passagen schwimmen. Dabei saugen sich unsere Umhänge
voll mit Wasser und beweisen ein ungeahntes Wasserbindungsvermögen.
Mit einem Umhang aus Blei überqueren wir auf unserem
Weg ins Ziel alle Hindernisse noch einmal und betreten danach
wieder das Gelände der Kaserne. |
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Ein
Trampelweg führt uns die letzten Meter durch die Anlage
der Graf-Yorck-Kaserne. Hier warten noch zwei Hindernisse
auf uns. Zwei Reihen aus Feuer und eine Schlammgrube. Wir
haben es geschafft. Der Zielbogen kommt immer näher.
In einer Zeit von ungefähr 1:52 haben wir die 18 km,
viele Hindernisse und Schwimmeinlagen bewältigt.
Mein (natürlich ganz objektives) Möhnewoman-Resümee
lautet: Der Lake-Run ist ein absolut laufenswerter Adventure-Lauf,
den man einfach mal laufen muss. Er ist kurzweilig und führt
über eine wunderschöne Strecke und bietet einen
atemberaubenden Blick über das schöne Sauerland
und über duftende Kuhfladen. Aufgrund der letztgenannten
Attraktion (also des Kuh-Kots) kann man die schöne Aussicht
stellenweise zwar nicht so genießen, da man mit der
Positionierung der Füße auf den Kuhwiesen beschäftigt
ist, aber auch dies hat für einen kurzweiligen Lauf gesorgt.
Zu guter Letzt ist auch die tolle Stimmung im Läuferfeld
zu nennen. |
Vielen
Dank für die schöne Strecke, an die ganzen Streckenposten
und Verpflegungsstellen, an das Orga-Team und an alle fröhlichen
Läuferinnen und Läufer. Ihr habt den Lauf zu einem
ganz besonderen Event gemacht. |
Graf-Yorck-Kaserne,
wir werden wieder kommen... |
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