Der Schuh, der eigentlich ein Socke ist
von Marion Fladda

Wenn einem der Nike free noch nicht free genug ist, dann gibt es jetzt etwas noch Freieres auf dem Schuhmarkt. Die Bezeichnung "Schuh" ist dabei schon etwas weit her geholt, denn es handelt sich bei diesem neuen "Schuhmodell" lediglich um eine stabile Socke mit Gumminoppen-Sohle.

Dieser neue "Schuh" heißt Leguano. Er will dem Träger zurück zu seiner ursprünglichen Laufweise verhelfen. Barfußlaufen mit Schutz.
Die Füße werden nicht eingeengt, können sich frei entfalten und die Muskulatur wird mehr gefordert als in konventionellen Laufschuhen. Für mich als ambitionierte Nike free-Läuferin ist dieser Schuh natürlich ein absolutes Muss und so kaufe ich ihn mir am verkaufsoffenen Sonntag bei Bunert in Dortmund.

Die ersten Gehversuche im Laden fühlen sich direkt unheimlich gut an. Als Schuhe sind sie erst ungewohnt, erinnern sie doch eher an stabile Laufsocken mit dicker Gummisohle. Man spührt einfach noch mehr Boden unter den Füßen.
 
Zu Hause werden die neuen Schuhe direkt auf dem Laufband getestet, da das momentane Wetter nicht zum "Fast-Barfußlaufen" einlädt. Schon bei den ersten Schritten spüre ich vor allem meine Ballen. Und das, obwohl meine Füße eigentlich Einiges gewohnt sind. Sie haben in diesem Jahr bereits über 800 Wettkampfkilometer in Nike free zurückgelegt.
 
Ich laufe und laufe und warte ab, wie sich das Laufgefühl verändert. Durch die nicht vorhandene Dämpfung sollte man mit dem Leguano unbedingt Vorfuß laufen, da man dadurch die Stöße federnd abfangen kann. Und dies beansprucht natürlich die Sehnen und Muskeln ganz ordentlich. Da ich seit mehreren Jahren mit dem Nike free nur Vorfuß laufe, bin ich ganz gut gerüstet. Dachte ich...

Nach 5 km auf dem Laufband muss ich dann leider feststellen, dass die Ballen sich etwas wund anfühlen, und ich beende meinen ersten Testlauf. Lustigerweise habe ich nur am linken Fuß eine Blase am Ballen und humple nun durch die Wohnung.
Trotz der kleinen Blase am linken Fuß muss ich sagen, dass ich ein sehr gutes Laufgefühl mit dem Leguano habe. Die Sehnen und Muskeln werden ordentlich gefordert. Wenn man Interesse daran hat, Bänder, Sehnen und Muskeln der Füße zu trainieren, sollte man sich einen solchen Schuh anschaffen.
Allerdings sollte der Leguano-Läufer darauf achten, zuerst nur kürzere Strecken zu laufen und diese dann langsam zu steigern, da einem sonst entweder die Haut flöten geht oder die Wadenmuskeln explodieren.
Ich freue mich schon darauf, wenn mein linker Fuß wieder blasenfrei und das Wetter besser ist und ich den Schuh auch mal in der freien Wildnis ausprobieren kann.
Mein Resümee: Der Leguano ist eine angenehme Alternative zum Nike free mit einem sehr sehr freien Laufgefühl. Er fordert die Fuß- und Wadenmuskulatur und stimuliert die Reflexzonen der Füße... so lange, bis dort Blasen wachsen. ;-)
von Marion Fladda
 
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