Neues aus Neuss
von Marion Fladda

Samstag 5. Juni 2010
Frank und ich haben heute den Sommernachtslauf in Neuss im Terminplaner. Jetzt fragt man sich wahrscheinlich an dieser Stelle, wie wir auf die Idee kommen, nach Neuss zu fahren, um dort einen popeligen 10er zu machen. Die Antwort ist einfach. Nein, nein, es liegt nicht an Dieter Baumann, der hier in den letzten Jahren durch die Straßen gefegt ist, sondern nur an der Tatsache, dass ich aus Neuss komme und dies mein Homerun ist. Der Lauf, der mich vor drei Jahren dazu bewegt hat, Wettkämpfe zu laufen. Der Lauf, der alles „in“ Schuld ist.
 
Damals hatte ich den Plan geschmiedet, jedes Jahr eine neue Bestzeit in Neuss zu laufen. Letztes Jahr lag sie bei 46:34. Aber das ist für heute ein absolut unmögliches Unterfangen. Mission impossible. Das Wetter ist hochsommerlich warm.
Wir erreichen Neuss am frühen Abend und holen unsere Startnummern ab. Viele Menschen säumen die Strecke. Das gute Wetter hat die Straßen nicht nur mit Sonne flutet, sondern auch mit Menschen.
20:15 Uhr
Der Startschuss fällt. Wir starten unseren Lauf und gehen auf die 6 1/2 Runden. Es ist warm. Ich bin mehr ein Kaltläufer oder Regenläufer. Oder Kaltblüter auf Vorfuß. Wie dem auch sei. Die Stimmung treibt uns durch die Straßen von Neuss. Mein Hals ist schnell trocken. Schon nach der Einführungsrunde habe ich Durst und lechze nach Wasser. Wir passieren die Getränkestation, an der die Helfer stehen und applaudieren, anstatt uns was zu trinken zu reichen. Dann muss ich die erste Runde halt von dem Applaus zehren und verzichte auf das kühle Nass.
Ich entdecke unter den zahlreichen Zuschauern meine Eltern, die mich eifrig anfeuern. Das lässt mich den Durst nun ganz vergessen. Auch ein paar Freunde sehe und höre ich. Sechs mal freue ich mich immer wieder, an ihnen vorbei zu laufen, um ihren Applaus zu genießen. Ein schöner Nebeneffekt bei einem Lauf in der Heimat, im Gegensatz zum Schamgefühl, das durch unser Superhelden-Kostüm ausgelöst wird. :-) Die Runden verfliegen daher trotz Durst und Wärme recht schnell. Nach 6 1/2 Runden laufen wir dem Zielbogen entgegen.
Erst im Ziel blicke ich auf die Zeit. 51:15. Dies ist immer ein netter Überraschungseffekt, da ich ja während des Laufes nie auf den Tacho gucke. Aber diesmal eine schlechte Überraschung.
"Nun Frau Möhnewoman, wo dran hat es gelegen?"
"Mmh... ich denke, an der falschen Zahnpasta."

von Marion Fladda

 
 
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