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Von
steilen Frauen und lauten Halden… oder anders herum
von Marion Fladda |
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Die
„harte“ Zeit der Marathon-Regeneration hat begonnen.
Die Aprés-Marathon-Woche war eher geprägt durch
Regen als durch Regeneration. Regen lässt sich auch wesentlich
einfacher schreiben und da dieser ja letzte Woche zu Genüge
vorhanden war, habe ich den Rest des Wortes mal gut sein lassen
und habe mein erstes Doppel-Wochenende 2010 gestartet. |
Samstag,
8. Mai 2010
Frank und ich, alias Möhneman und Möhnewoman, fahren
mit quietschenden Reifen Richtung Hamm zum Frauenlauf. Möhnewoman
muss noch bis eins arbeiten und somit ist für heute ein
friedliches Entspannen vor dem Wettkampf nicht drin. Wir kommen
pünktlich am Stadion an und ich hole die Startnummer...
oder probiere es. Dazu stelle ich mich in die Schlange, die
zu 100% aus xx-Chromosomen-Trägerinnen besteht.
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Der
Geräuschpegel ist unbekannt hoch. Alles um mich rum quasselt
und quatscht und tratscht.... ein Frauenlauf eben.
Die Schlange vor der Ausgabe stagniert. An mehreren Stellen
diskutieren wild gewordene Frauen rum, weil wohl irgendwas
bei der Anmeldung nicht so recht funktioniert hat. Die Startnummern-Ausgabe
bereitet auch irgendwelche Probleme. Ein unkoordiniertes Treiben.
Ich muss auf Klo.
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Nach
einiger Zeit habe ich endlich alles, was ich wollte: Meine
Nummer und eine Toilette. Es geht an den Start. Die Startaufstellung
ist auch etwas ganz Besonderes. Warum das so ist, weiß
ich nicht, aber mir scheint, dass Frauen sich aus irgendeinem
Grund unheimlich gerne zusammenknubbeln.
Ich trabe noch aus aufwärmungstechnischen Gründen
auf der Bahn herum, als sich die Frauen im Startfeld anfangen,
zu formieren. Es geht los. Ich höre, wie der Sprecher
die Walkerinnen auffordert, ans Ende des Feldes zu gehen,
da diese ja in der Regel etwas langsamer sind.
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Ich
erreiche das Feld. Vorne stehen die Läuferinnen bündig
zur Startlinie. Hinten wird das Feld von einer dicht aneinander
gepressten Walker-Front beendet. Ob ich da noch irgendwo rein
dürfte? Räusper. Hallo? Tschuldigung? Kann ich vielleicht
noch hier irgendwo...
Auf ca. 2 m² pressen sich gefühlte 1000 Läuferinnen.
Die Luft im Startblock ist schön mollig warm, der Sauerstoffgehalt
erschreckend gering. Höhentraining so kurz vorm Start
macht eigentlich keinen Sinn mehr, aber was soll’s.
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Der
Start. Die Frauenherde stürmt (mehr oder weniger) los.
Es geht am Kanal entlang in Richtung Kurpark. Das Wetter ist
perfekt, nicht zu warm und trocken. Das Feld ist nach einigen
Metern auseinander gerissen bis auf die massive Walkerinnen-Front
am Ende des Feldes. Diese sperrt den Weg großräumig
nach hinten ab und lässt die schon entgegenkommenden
Läufer kaum durch. Der Vorteil dieser Front ist, dass
man sie schon von Weitem durch lautes Gequassel und Geschlürfe
der Stöcke über den Schotter hört. Somit hat
man noch genügend Zeit, eine Ausweichroute durchs Gebüsch
zu suchen, um irgendwie an ihnen vorbei zu kommen. |
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Nach
einer Runde durch den Hammer Kurpark geht es zurück zum
Stadion und dann in Runde 2 das Gleiche noch einmal. Nach
51:50 min bin ich im Ziel und wundere mich über die langsame
Zeit. Ich habe mich wesentlich schneller gefühlt. Aber
nun ja, der Marathon steckt wohl doch noch irgendwo in meinen
Knochen. Ein schöner Lauf bei schönem Wetter mit
mal einem etwas anderen Läuferfeld.
Als Frank und ich nachher im Auto sitzen, habe ich diesen
Disco-Effekt in den Ohren. Wenn man lange einem hohen Geräusch-Pegel
ausgesetzt war und dann zur Ruhe kommt, dann hört man
es....
Piiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeeeep.............
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9.
Mai 2010
Mein Gehör hat sich wieder komplett erholt und Frank
und ich haben uns heute spontan entschieden, nach Ahlen zum
Haldenlauf zu fahren.
Endlich darf ich wieder zusammen mit Möhneman laufen.
Wenn ich heute wieder aus irgendwelchen Gründen nicht
ins Startfeld gelassen werde, dann kann er mit seinen Superhelden-Fähigkeiten
mal ordentlich auf den Putz hauen.
Wir treffen uns in Ahlen mit Birgit und Heinz-Otto und bereiten
uns auf den Start vor.
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Um
12 Uhr startet der Lauf. Sogar die Sonne ist mal wieder am
Start. Die 11km-Runde geht raus aus dem Örtchen Richtung
Halde und bereits bei km 3 kommt der Anstieg. Ich hatte vorher
keine Vorstellung davon, wie steil der Aufstieg werden wird,
aber die Rampe, die da auf uns wartet, hat es in sich. Sagen
wir es mal so: mit dem Fahrrad wäre ich definitiv umgefallen.
Wir keuchen kleinen Laufschrittes den Berg hinauf und freuen
uns nach schweißreichen Minuten über das Erreichen
des „Gipfels“, denn nach ihm kommt der Abstieg.
Jetzt heißt es: Einfach laufen lassen.
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Unten
angekommen haben wir noch ca. 5 km bis ins Ziel. Die Strecke
führt neben der Werse entlang. Jenes Flüsschen,
das vor ein paar Jahren die schöne alte Zechensiedlung
überflutet hat, in der der Start- und Zielbereich liegt.
Hoffentlich hat das Flüsschen nichts gegen Läufer
und spült uns gleich weg. Wobei es natürlich schon
mal ein gutes Training für den Lake-Run am Möhnesee
wäre. Wir laufen die letzten Kilometer durch eine wunderschöne
Landschaft immer an der Werse entlang und verlassen diese
dann erst, um noch durch die Zeche Westfalen zu laufen. Hier
bestreiten wir die letzten Meter in Richtung Ziel. |
Wir
laufen durchs Ziel bei einer super Stimmung mit einer Zeit
von 1:02 h. Ein super organisierter Lauf bei sonnigem Wetter
und einer schönen Landschaft und natürlich ordentlich
Höhenmetern. Das Alpe d'Huez des Westfalens. Wir haben
es bezwungen. :-) |
Mission
Regeneration erfolgreich beendet. |
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