Marathon Rund um Dortmund
von Hans Urbaniak


Der RuDO-Marathon
 
Auf was für Ideen man kommt, wenn man an einem Sonntagmorgen nichts weiter vor hat. Marathon laufen, natürlich!!!
Da am 25. April 2010 der 25. Hamburg Marathon ausgetragen wird, wäre es schön, wenn auch ich dort meinen 25. Lauf über die Langdistanz absolvieren könnte. Ein kurzer Blick in meine Laufhistorie zeigt allerdings, dass mir dafür noch ein Marathon fehlt. Also habe ich mich kurzerhand entschlossen am 11. April noch einen Marathon als Trainingseinheit einzuschieben. Da eine offizielle Veranstaltung nicht kurzfristig mit vertretbarem Aufwand zur Verfügung stand, habe ich mir mit Hilfe von “www.GPSies.com“ eine Strecke rund um meine Heimatstadt Dortmund geplant. Die Benutzung aller Dienste von GPSies ist kostenlos. Man kann dort seine Routen online mittels einer Straßen- oder Satellitenkarte planen und anschließend auf der Website speichern. Die gespeicherten Strecken kann man dann auf eine GPS fähige Laufuhr übertragen, die dich dann auch durch unbekanntes Terrain führt.
Ausgestattet mit Trinkrucksack, Gelpacks, Handy, VRR Karte und etwas Geld für den Notfall, habe ich mich am Sonntagmorgen auf den ca. 42,4 km langen Rundkurs gemacht. Ach so, einen Fotoapparat hatte ich ebenfalls im Gepäck, zwecks Dokumentation meiner geplanten “Heldentat“. Das Profil der Strecke ist anspruchsvoll. 170 Höhenmeter sind zu überwinden, wobei der Grossteil zu Beginn ansteht. Was das Wetter angeht: Trocken, kühl und bis auf den scharfen Ostwind, eigentlich ganz gut zum Laufen.

Vor Haus Suberg in Asseln
 
“Startschuss“ war pünktlich um 8 Uhr in Lücklemberg. Zuerst musste ich an den Ausläufern der Bittermark hinauf und über die Brücke an der B54 in Wellinghofen hoch bis in die Vinklöther-Mark in Wichlinghofen. Dort erreichte ich dann nach ca. 2,5 Kilometern die Wittbräucker-Straße. Ein schwieriger Part war geschafft. Kilometerdurchschnitt schlappe 06:08 Min/km. Jetzt ging es entlang der Wittbräucker-Straße über Höchsten und Sommerberg in Richtung Aplerbeck. Als ich die Schlagbaumstraße erreicht hatte, waren die ersten 10 Kilometer bereits geschafft und das erste Gelpack verspeist. Genug Flüssigkeit hatte ich ja auch noch dabei. Dann ging es durch Sölde in Richtung Flughafen Dortmund, vorbei an der Start- und Landebahn, weiter nach Asseln.
Bis hierher war ich in der Vergangenheit schon oft gelaufen. Daher begann jetzt für mich der explorative Teil der Strecke. Bei Kilometer 17 habe ich dann auch zum ersten Mal meine Kamera zum Einsatz ge-bracht. Der erste Schnappschuss entstand vor dem Haus Suberg in Asseln. Ich fühlte mich gut und freute mich, nicht ohne Grund, auf die kommenden Kilometer, denn diese sind landschaftlich mit der attraktivste Teil meiner Route. Es ging vorbei an Pferdekoppeln, Feldern und Waldgebieten. Menschen trifft man hier eher wenig. Flach ist es außerdem. Es ging durch Kurl, vorbei am Lanstroper-Ei, durch Grevel und Scharnhorst. Als ich die 30 km Markierung erreichte, war ich zurück in der “Zivilisation“. In Eving lief ich die Derner-Straße in Richtung Norden weiter. Meine Kilometerzeit hatte sich mittlerweile auf 05:34 Min/km verbessert. Ab Kilometer 32 wurde es dann noch einmal anspruchsvoll, denn die Steigungen nahmen wieder zu. Das letzte Gelpack nahm ich bei Kilometer 36. Mein Wasservorrat ging auch langsam zur Neige aber es war ja nicht mehr so weit. Die letzten Kilometer schielte ich ständig auf die Uhr. Ich wollte die 4 Stunden Marke nicht überschreiten. Als ich Lücklemberg erreichte, fing es zu regnen an. Egal! Kaputt aber sehr zufrieden lief ich nach 3 Stunden und 56 Minuten über die “Ziellinie“.
Mein 24. Marathonlauf war geschafft!
Meine GPS-Laufuhr hat mich sicher über die gesamte Strecke geführt. An der einen oder anderen Stelle bin ich dann doch einen Umweg gelaufen. Mein Fehler! Das hat dazu geführt, dass die zurückgelegte Route dann fast 43 Kilometer lang war. Insgesamt bin ich durch 18 Dortmunder Vororte gelaufen.
Lücklemberg Wellinghofen, Wichlinghofen, Höchsten, Sommerberg, Berghofen, Berghofer-Mark, Aplerbeck, Sölde, Asseln, Fleier, Kurl, Grevel, Scharnhorst, Kirchderne, Eving, Innenstadt und Brünninghausen.
 

Mehr als die Hälfte ist geschafft
Eine so lange Strecke allein zu laufen war eine interessante und für mich ganz neue Erfahrung. Viele Eindrücke konnte ich sammeln und die Zeit verging wie im Flug. Das war mit Sicherheit nicht das letzte Mal, dass ich so einen Lauf durchgeführt habe, denn es hat riesigen Spaß gemacht. „Hamburg, ich komme“!
von Hans Urbaniak
 
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