 |
|
 |
| |
Auch
das noch: Ein Lauf im blau-weißen Umfeld
von Wolfgang Seebacher |
Am
Sonntag, 20.6., zieht es uns, das ist eine Gruppe von fünf
Leuten, zu dem berühmt-berüchtigten Staffellauf
in die Stadt mit dem unaussprechlichen Namen. Netterweise
hat Frank eine Staffel zusammengestellt, die unter "Laufen-in-Dortmund.de"
antritt. Es ist ihm gelungen, uns für den ersten Durchgang
um 12:00 Uhr anzumelden, denn dieser Termin ist immer sehr
schnell ausgebucht.
Die Anreise verläuft – wie bereits im Blog geschildert
– unspektakulär und unblutig. Wir sind guter Dinge.
|
|
|
Dass wir erheblich zu früh ankommen, tut der Sache und
unserer Laune keinen Abbruch. Während der Fahrt versuchen
wir die Startreihenfolge festzulegen. Ich biete mich als erster
Läufer an und erhalte das o k. |
|
|
Beim
Betreten des weitläufigen Geländes erreichen wir
die Stelle, von der man auf die nach außen gefahrene
Spielfläche blickt. Braun- und gelbfleckig präsentiert
sie sich uns.
„Guck mal, da ist ja der Sch….Rasen!“ stelle
ich zufrieden fest.
In der Arena selbst herrscht ein emsiges Treiben. Bei 600
Staffeln sind 3000 LäuferInnen und unzählige Angehörige,
Freunde und Bekannte anwesend. |
Marion
und Frank verteilen als Möhneman und Möhnewoman
Flyer vom Lake-Run und Infozettel zu Frank’s neuem Buch
„Laufend durchs Revier“.
Die Moderation der Veranstaltung hat ein Reporter eines Pay-TV-Kanals
übernommen, der zugleich auch noch glühender Anhänger
des Vereins ist, der in diesem Ambiente seine Heimspiele auszutragen
pflegt. Sei’s drum, wir wollen nur laufen, und zwar
gut laufen. „Die 1 vorne muss stehen!“ lautet
die Parole, die unausgesprochen für uns gilt. |
|
|
|
|
Die
Wechselblöcke sind nach Startnummern unterteilt, so dass
der Partner, an den der Staffelstab zu übergeben ist,
leicht gesehen und angesteuert werden kann. Kurz vor Beginn
der Veranstaltung findet sich im Startbereich eine illustre
Schar von LäuferInnen ein. Die Reihenfolge orientiert
sich nicht an irgendwelchen Richtzeiten, jeder steht da, wo
er gerne will. Mir gelingt es, mich ziemlich in der Mitte
einzuordnen. Und so kommt, was kommen muss: unmittelbar nach
dem Start zu Beginn des Tunnels, der hinaus auf die Strecke
führt, ein Rückstau. |
Das
Läuferfeld muss sich erst sortieren. Geeiere und Geschiebe
allerorten. Auch ich muss notgedrungen schon mal den Ellebogen
ausfahren, um nicht aus der Spur gedrückt zu werden.
Nach dem Tunnel habe ich freie Bahn. Ich erinnere mich an
den Lauf des letzten Jahres: Zu Beginn zügig bergab,
Linkskurve, flach laufen, Linkskurve, Anlauf zum Anstieg –
Bergwertung nennen die das hier. Bis Kilometer 2 heißt
es für mich Laufen, was ich kann. Pause oder Erholungsphasen
gibt es bei einem 5er nicht. |
Dann
kommt diese Bergwertung. Vanman Jochen Heringhaus erwartet
uns. Einige kennt er, er begrüßt sie namentlich.
Auf dem Gipfel Versorgung mit Getränken. Ich beobachte,
wie tatsächlich LäuferInnen stehen bleiben und trinken.
Für mich kein Thema, kostet nur Zeit. Zeit, die ich nie
mehr aufholen kann. Also renne ich, nunmehr bergab um das
Parkstadion. Leider fehlen Kilometermarkierungen, so dass
ich allein auf die Anzeige meiner Super-High-Tec-GPS-Uhr angewiesen
bin. Die ist verlässlich, sie zeichnet alles auf. |
Da,
schon ist die Arena in Sicht. Wir laufen durch eine Gasse
im Messebereich der Veranstaltung, kurz bergab und auf der
dem Start gegenüberliegenden Seite laufe ich durch einen
Tunnel zurück ins Stadion. Ich suche meinen Wechselbereich,
habe ihn und Helmut, der den Staffelstab übernehmen wird,
fest im Blick. Ich wechsle den Stab von der rechten in die
linke Hand, Übergabe an Helmut, puh, ich bin im Ziel:
24:19 Min zeigt mir meine Uhr.
Nicht schlecht, wenn ich bedenke, dass ich beim Start mindestens,
ja wenn nicht sogar usw. verloren habe. |
|
|
Im
Zielbereich bekomme ich neben Getränken auch Weingummi.
Hmmh, da kann ich mich reinsetzen. |
Staffelübergabe
an Frank Pachura |
|
|
Helmut,
der schon ungeduldig auf Wolfgang gewartet hat, stürmt
los. Er wühlt sich durch die sich warm laufenden oder
noch wartenden Läufer der anderen Staffeln und entschwindet
schnell unseren Augen. Klaus dreht nun ein paar „Runden“
im Stadion und stellt sich dann an die Bande, um auf Helmut
zu warten.
Als Wolfgang mit seiner Medaille um den Hals wieder bei uns
ist, treffen wir auf Bewes, der mit seiner Staffel auch heute
dabei ist. Er befindet sich genau in der Wartekammer neben
uns. Demnächst werden wir endlich mal ein gemeinsames
Trainingsründchen drehen. |
Da
kommt schon Helmut wieder in die Arena und übergibt die
Staffel an Klaus, der sich auch durch das Durcheinander hinter
uns seinen Weg bahnt. Auch er kämpft sich über die
hügelige 5km-Runde und kommt dann rasch durch den Einlauftunnel
zurück in die Arena.
Übergabe an Marion. Sie zieht los. Klaus stützt
sich erstmal an die Bande und lässt literweise Schweiß
abtropfen. Er sieht aus, als wäre er gerade duschen gewesen.
Während er sich dann erstmal stärken geht, laufe
ich mich langsam warm. Ich trabe auf und ab und muss dabei
aufpassen, dass ich nicht mit den gerade startenden Läufern
der anderen Staffeln kollidiere. Hier ist wirklich ein ganz
schönes Durcheinander. |
|
|
|
|
Und
dann kommt Marion in die Halle gestürmt. Ich habe meinen
Fotoapparat in der Hand und möchte von ihr noch ein Ankunftfoto
machen, ich drücke ab und … da springt so ein "Blödmann"
direkt vor die Linse. Jetzt habe ich ein schönes Foto
von irgendeinem Läufer einer anderen Staffel und Marion
läuft direkt dahinter auf mich zu. Während ich noch
kurz auf das Display schaue, ist sie auch schon da, gibt mir
die Staffel und ich starte durch. Klaus nimmt mir im Weglaufen
die Kamera aus der Hand, die ich eigentlich mitnehmen wollte.
Er macht dann wenigstens noch ein Nachher-Foto von Marion.
Alles geht ganz schnell und schon bin ich auf dem Weg zum
Tunnel. Raus geht’s. |
Draußen
ist es unerwartet warm. Ganz angenehm. In der Arena haben
wir alle ziemlich gefröstelt. Los jetzt. Ich laufe zügig
die Strecke entlang und überhole den einen oder anderen
Läufer. Hin und wieder jagt auch jemand an mir vorbei
und ich staune über die Geschwindigkeit, mit der ich
überholt werde. Die Schlussläufer der anderen Staffeln
sind wohl doch die richtig Schnellen. |
Nach
der halben Strecke kommt der kleine Berg mit dem Vanman und
er spricht mich über die Lautsprecheranlage an: „Hallo
Möhneman, deine Möhnewoman ist gerade vorbei und
ich habe ihr auch Glück gewünscht. Einen guten Lauf
für dich!“ Das gibt mir Kraft für die zweite
Hälfte. |
Vor
mir laufen zwei noch junge Läufer. Sie haben mich schon
mehrfach überholt und ich habe sie immer wieder eingefangen.
Nun geht es an den Endspurt und sie wollen sich nicht mehr
überholen lassen. Der Erste gibt aber ungefähr einen
halben Kilometer vor der Arena auf und lässt sich zurück
fallen. Der Zweite wehrt sich und läuft mit aller Kraft
vor mir her. Als wir durch den Tunnel in die Arena hinein
stürmen, jage ich hinter ihm her. Die letzte Kurve und
plötzlich habe noch mal einen Motivationsschub. Ich gebe
noch mal mit letzter Kraft alles, was ich habe, und erwische
ihn ein paar Meter vor der Zielmatte. Das wäre doch gelacht… |
|
|
Ich
bin triefend nass, bekomme meine Medaille umgehängt und
eiere erstmal zum Verpflegungsstand. Iso und Äpfel müssen
die Speicher wieder füllen. Dann treffen wir uns alle
im Zielbereich und genießen, dass wir es geschafft haben,
recht flott die 25 km abzuspulen. Ein späterer Blick
auf die Ergebnisliste zeigt uns: Punktlandung. 1:59:57 h.
Drei Sekunden unter zwei Stunden. Besser geht es nicht. |
Auf
der Rückfahrt nach Dortmund schwärmen wir noch von
der schönen Veranstaltung in der Veltins-Arena in …
äh… hmmm… wie heißt diese Stadt doch
gleich. Keine Ahnung. Habe den Namen vorher noch nie gehört
;-) |
von
Wolfgang Seebacher und Frank Pachura |
|
|
 |
|
 |
|
|