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Auf
den Spuren Hermanns durch den Teutoburger Wald
von Frank Pachura |
16.
Oktober 2010
Drei Wochen noch bis zur Trailrun WM in Dortmund. So langsam
beginnt unser Trainings-Endspurt und zur Überprüfung
unserer Form treten wir heute beim Teutolauf an, einem 29
km langen Traillauf im Teutoburger Wald. 600 Höhenmeter
soll er haben und die maximale Steigung beträgt 20 Prozent.
Auf dem Weg nach Lengerich-Hohne fahren wir durchgehend mit
laufendem Scheibenwischer. Der graue Himmel tut sein übriges
und so richtig will heute gar keine Lauflust aufkommen. In
Lengerich suchen wir den Startbereich und landen dann schnell
auf einem Parkplatz auf einer grünen ungemähten
Wiese. Sie ist vom vielen Regen ganz matschig und weich und
wir machen uns Gedanken darüber, ob wir hier nachher
mit dem Auto wieder runter kommen. Aber das Problem lösen
wir in ein paar Stunden.
Im Startbereich schauen wir uns ein wenig um und treffen den
Vanman Jochen Heringhaus, mit dem wir ein paar Worte wechseln.
Er moderiert heute und hat immer einige flotte Sprüche
auf Lager. Danach stellen wir uns im Startblock auf und frieren
uns einen Wolf. Das Wetter ist heute echt trailig. |
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Start.
Es geht über rund 6 km Feldwege aus dem Ort Lengerich
hinaus und dann laufen wir auf einen bewaldeten Bergrücken
zu.
Mit gut 800 weiteren Teilnehmern klettern wir nun in den Teutoburger
Wald hinein, bis oben auf den Bergrücken hinauf und bewegen
uns ab jetzt auf dem Hermannsweg. Auf ihm laufen wir bis nach
Bad Iburg und bekommen unterwegs die tollsten Ausblicke, sobald
sich der Wald etwas lichtet. Es geht immer wieder steil rauf
und runter und über Stock und Stein. |
An manchen Stellen ist der Weg voller Matsch und Schlamm.
Anfangs suchen wir uns immer noch trockene Pfade, um an den
Matschstellen vorbei zu kommen, aber nachdem wir dann versehentlich
hier und da mal rein gelatscht sind, ist das dann irgendwann
egal. Wir laufen einfach hindurch.
Auf halber Strecke geht es eine ganz lange, schmale Waldtreppe
hinauf und oben auf dem nächsten Bergrücken laufen
wir auf dem Ahornweg wieder zurück nach Lengerich. An
mehreren Stellen laufen wir direkt auf dem Grat des Bergrückens
und nach links und rechts geht es steil nach unten. Zum Glück
stolpern wir nicht oder bleiben an einer Wurzel hängen.
Gut aufzupassen ist hier wirklich wichtig.
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Unsere
Beine halten die recht hohe Belastung heute gut aus. Trotz
der vielen Anstiege fühlen sie sich immer noch kraftvoll
an. Nur meine Sauerstoffaufnahme funktioniert nicht so richtig.
Das kalte, nasse Wetter erzeugt bei mir leichte asthmatische
Beschwerden und ab und zu pfeife ich sehr laut beim Atmen.
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Marion
schaut sich dann immer besorgt nach mir um. Vielleicht glaubt
sie aber auch einfach nur, dass von hinten ein Dampfzug heran
gebraust kommt und uns gleich überrollt. Nur an einer
Stelle wird das Pfeifen meiner Atmung noch übertönt.
Ein Streckenposten hat seinen Wagen mitten im Wald abgestellt
und alle Türen geöffnet. Er möchte uns zeigen,
was er für eine erstklassige High-Fi-Anlage im Auto hat
und beschallt uns mit Heavy Metall in voller Lautstärke.
Irgendwie passt das nicht zu einem Wald- und Naturlauf und
wir sind froh, als wir wieder genügend Abstand zu ihm
haben. |
Die
letzten drei Kilometer geht es wieder über Feldwege in
Richtung Ziel. Hier zum guten Schluss versucht mich noch eine
Biene oder Wespe (auf jeden Fall etwas schwatzgelbes) vom
Erreichen des Ziels abzuhalten. Sie sticht mir in mein Schienbein.
Aber ich kann den Stachel sofort ziehen und es geht weiter.
Zum Auslutschen der Einstichstelle sind meine Beine viel zu
dreckig und ich bin wohl auch nicht gelenkig genug, um daran
zu kommen.
Außerdem bin ich dem Insekt sowieso nicht böse,
denn die Schwatzgelben sind ja immer die Guten. Bei einer
blauweißen Biene wäre das natürlich etwas
vollkommen anderes. |
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Zu
guter Letzt laufen wir noch über den Parkplatz, auf dem
unser Auto steht. Die schnelleren Läufer fahren zum Teil
schon nach Hause und stehen mit ihren Autos auf der Laufstrecke
herum. Der Zugangsweg vom Start- und Zielbereich zum Parkplatz
geht auch über die Laufstrecke und so kommen uns auf
den letzten vierhundert Metern schon viele fertige Teilnehmer
entgegen. Das alles macht unseren Schlussspurt nicht wirklich
einfacher. Mit so viel Hindernissen und Gegenverkehr haben
wir nicht gerechnet.
Aber was soll’s. Es ist eben ein Traillauf. Und da gehören
ein paar Hindernisse einfach dazu. |
Nach
2:59 Stunden und ein paar Sekunden sind wir im Ziel. Der Vanman
begrüßt uns und nachdem wir erstmal ordentlich
nachgetankt haben, gehen wir sofort zum Auto und ziehen die
nasse Kleidung aus. Dabei gehen wir den nach uns einlaufenden
Teilnehmern nun leider genauso entgegen. Aber jeder wird noch
mal angefeuert und für die letzten Meter motiviert. |
Der
Teutolauf ist eine sehr anspruchsvolle Veranstaltung, die
von den Teilnehmern schon einiges abverlangt. Die tollen Aussichten
und die sehr abwechslungsreichen Trailpfade lohnen sich aber
auf jeden Fall. Und unser Ka hat den Schlamm auf dem Parkplatz
auch gut geschafft. Auch er ist eben Trail gewöhnt. |
In
einer Woche haben wir noch einen außergewöhnlichen
Termin am Rhein bei einem LPM (was das ist, könnt ihr
in der nächsten Woche lesen). Und dann kann die Trailrun
WM kommen. Wir sind bereit. |
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