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Paris-Marathon
am 11.4. 2010
oder
Vom Förderturm zum Eifelturm - Teil 2
von Tatjana Bitthöfer |
Donnerstag,
8.4.2010, 7 Uhr:
Endlich war es so weit und unsere lange geplante Reise zum
Paris-Marathon konnte beginnen. Ein moderner Reisebus der
Essener Firma Job-Tours sollte uns auf unserer 4tägigen
Fahrt begleiten. Wie sich schon zu Beginn unserer Fahrt herausstellte,
hatte uns das Reiseunternehmen mit Frank Werres einen routinierten
Busfahrer, der bereits ca. 600 mal in Paris war, erfahrenen
Reiseleiter und dreimaligen Paris-Marathon-Finisher zur Verfügung
gestellt. Frank freute sich ebenfalls mit so einer netten
Läufergruppe zum Marathon fahren zu dürfen und hatte
sich auch bestens darauf vorbereitet. So hatte er z.B. seine
Laufschuhe dabei und Unmengen „Schlumpfwasser“
gekauft (Isogetränk in blauen Plastikflaschen). Allerdings
war unsere Nachfrage nach Mineralwasser und Apfelschorle (Hinfahrt)
und anderen „isotonischen“ Getränken (Rückfahrt)
größer.
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Im
strömenden Regen sind wir in Dortmund losgefahren und
bei blauem Himmel und Sonnenschein am frühen Nachmittag
in Paris angekommen. Wenn Engel reisen …. !
Zunächst sind wir zur Marathonmesse gefahren und haben
unsere Startunterlagen abgeholt. Dann begann der erste Teil
unserer Stadtrundfahrt durch Paris. Frank wollte uns schon
mal mental auf die Marathonstrecke einstimmen, begann bei
km 30 und fuhr dann Richtung km 25. Auf diesem Stück
müssen die Läufer durch 5 (!) Unterführungen,
also 5 Anstiege bewältigen. Einige Läufer im Bus
begannen daraufhin ihre geplanten Marathonzeiten etwas nach
unten zu korrigieren. Und unsere Betreuer überlegten
sich, dass sie dann bei km 30 auf uns warten wollten…
Auf unserer weiteren Rundfahrt erzählte Frank auch munter,
dass erfahrungsgemäß bei km 30 viele Läufer
bereits gehen. Bei km 35 würde man den Läufern Rotwein
und Käse reichen, was allerdings, so Frank, zu üblen
Krämpfen führen könnte. So manch einer unserer
Läufer plante dort schon eine kleine „Verschnaufpause“
ein. Als wir uns schließlich im Bus der Startlinie auf
der Champs-Elysées näherten und feststellten,
dass uns bereits zu Beginn einige km Kopfsteinpflaster erwarten
würden, verabschiedeten wir uns von jeglichen Zielzeiten
und nahmen uns vor, als reine Spaß- und Genußläufer
zu starten und alles aufzusaugen, was der Paris-Marathon so
zu bieten hätte.
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Am
frühen Abend kamen wir dann zu unserem Hotel im Montmartre-Viertel.
Der Abend stand zur freien Verfügung. Einige nutzen diesen
Abend für einen Spaziergang und bestiegen den Berg zur
Sacré-Cœur und zum Place du Tertre. Von dort hat
man einen wunderbaren Blick auf Paris. Ich nutzte den Abend
zur Besprechung weiterer Details unseres Paris-Aufenthaltes
mit unserem Fahrer und Reiseleiter. … wobei ich auch
Details darüber erfahren konnte, wie er die so scheinbar
schwierige Marathonstrecke immerhin dreimal bezwingen konnte
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Freitag,
9.4.2010
Um 7 Uhr startete eine Gruppe von Läufern zu einem kleinen
Lockerungslauf. Frank lief mit uns und zeigte uns einen kleinen
schönen Park, in dem wir einige Runden drehten. Nach
dem Frühstück begann für diejenigen, die wollten,
eine mehrstündige Stadtrundfahrt, die mit einem gemeinsamen
Mittagessen „typiquement français“ endete.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Da es auch
gegen Abend noch sehr warm war, machte ich mit einigen anderen
ein spontanes Picknick im Park. Am Abend stand dann die 2stündige
Lichterfahrt auf dem Programm.
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Samstag,
10.4.2010
Um 8 Uhr ist eine Gruppe zum offiziellen internationalen Frühstückslauf
gefahren. Wir haben unsere Marathontrikots angezogen, die
für diese Fahrt bedruckt wurden (danke Norbert!) und
unsere große Vereinsfahne und eine Deutschlandfahne
mitgenommen. Am Start warteten schon einige Läufer mit
vielen verschiedenen Fahnen und Flaggen und wir wurden jubelnd
empfangen. Die 5 km lange Strecke führte vorbei am Eiffelturm
zur Avenue Foch, wo auch am Marathontag der Zieleinlauf erfolgen
sollte. So konnten wir diesen schon mal „üben“.
Im Ziel erwartetet uns der Marathonveranstalter mit einem
„petit déjeuner“ bestehend aus Kaffee,
Croissant, Kuchen, Obst und Wasser.
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| Nachdem
Frank uns auf der Fahrt zum Hotel weitere kleine „Tücken“
der Strecke gezeigt hatte, habe ich ihm ganz spontan eine der
beiden Startnummern, die wir noch übrig hatten, angeboten.
Und von da ab bekamen wir auch die „schönen“
Streckenabschnitte zu sehen ;-). Am Nachmittag nahmen einige
an einer Bootsfahrt auf der Seine teil, der restliche Tag stand
zur freien Verfügung. Am Abend erfolgte dann in mehreren
Gruppen die „Pasta-Party“. |
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Sonntag,
11.4.2010: Tag des Marathons
Bereits um 6 Uhr wimmelte es im Frühstücksraum des
Hotels von Marathonis.
Danach wurde das Gepäck zum Bus gebracht und wir sind
mit der Metro zum Start gefahren. Auch hier begleitete uns
unser Fahrer, packte am Start alles, was wir nicht mehr benötigten,
in Müllbeutel, die wir später im Bus wiederbekamen.
Im Startbereich löste sich unserer Gruppe schnell auf,
zumal wir in unterschiedliche Startblöcke mussten, was
von den Ordnern auch genau kontrolliert wurde. Nachdem wir
unsere beiden „Hasen“ Achim und Michael bereits
vorher verloren hatten, stand ich nun mit meiner Laufpartnerin
Petra M. im Startblock. |
Wir
wollten so lange wie möglich zusammen laufen. Kurz vor
dem Startschuß fiel ihr dann auf, dass ihre Startnummer
nur noch an einem „seidenen Faden“ baumelte und
sie dringend eine weitere Sicherheitsnadel benötigte.
Doch woher nehmen? Also richteten wir unsere Blicke auf dem
Weg zur Startlinie suchend auf den Boden und entdeckten schließlich
mitten auf der Champs-Elysées eine kleine goldene Sicherheitsnadel
zwischen Unmengen von Plastikhüllen, leeren Flaschen
uvm. – na, wenn das kein gutes Omen war !
Gegen 9 Uhr überquerten wir bei blauem Himmel und Sonnenschein
(ich hatte mir eigentlich max. 15 Grad, Wanderwolken, keinen
Regen, keine Sonne und keinen Wind gewünscht)die Startlinie
begleitet von den Lautsprecherklängen „Let’s
do it!“ Die Stimmung an und auf der Strecke war super,
wir wurden von vielen „Allez! Allez! Allez!“ –
Rufen unterstützt, an jedem km-Punkt spielte eine Band,
alle 5 km gab es Verpflegungsstände mit kleinen, sehr
praktischen Wasserflaschen, Rosinen, Bananen, Orangen und
Würfelzucker. Die Strecke war eine wirkliche Sightseeing-Tour
durch das Pariser Zentrum! Bei km 16 holte uns einer unser
verloren geglaubten „Hasen“ ein und bis km 30
sind wir zu dritt gelaufen. Dann sind die beiden anderen etwas
langsamer gelaufen und ich habe die letzten 12 km alleine
zurückgelegt. Bei km 30 und 41, 5 standen unsere Betreuer
am Streckenrand, bei km 35 gab es wirklich Rotwein. Und es
sind auffallend viele Läufer gegangen, so dass man auf
den letzten km stets ausweichen musste. Aber nach 4:12:13
bin ich, mit neuer PB und im vorgegebenen „Zeitfenster“
von 4:10 – 4:15, nach einem wirklich schönen Lauf
ins Ziel gekommen.
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Alle
Läufer unserer „équipe du marathon de Paris“
sind gut und unversehrt durchgekommen!! Einige Frauen unserer
Gruppe, zu denen ich auch gehörte, hatten sich bei dem
offiziellen Wettbewerb „Marathongesicht 2010“
beworben. Gesucht wurden wahre Marathonläuferinnen, erkennbar
an einem rosa Aufkleber, den wir auf dem T-Shirt trugen, und
deren Emotionen und Anstrengungen während des Laufes
von Fotografen festgehalten wurden. Wir haben zwar nicht gewonnen,
aber es war trotzdem sehr schön ;-) Die Verpflegung und
Betreuung im Ziel war gut, wir haben die Medaillen und das
Finisher-Shirt erhalten. Unser Fahrer hatte einen Bus-Shuttle
eingerichtet vom Ziel zum Hotel, so dass wir vor der Abfahrt
zum Glück noch duschen konnten. |
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Die
Rückfahrt verlief nicht so ruhig, wie wir es eigentlich
erwartet hatten. Niemand schlief, alle sprachen über
ihre Erlebnisse, analysierten den Lauf, ließen sich
per Handy aus der Heimat die genauen Zeiten durchgeben….
Auch die immer heißer werdende Busheizung konnte uns
nicht zum Einschlafen bewegen. Einige schmiedeten schon Pläne
für die nächste Marathonreise 2011, woran wohl auch
unser Fahrer und das Unternehmen Interesse hätten. Am
späten Sonntagabend sind wir dann glücklich und
wohlbehalten in Dortmund angekommen. Die stolzen Paris-Finisher
erkannte man am kommenden Dienstag beim LT wohl an den blauen
Finisher-Shirts und dem etwas „merkwürdigen“
Laufstil ;-) |
Nun
danke ich der tollen Reisegruppe, insbesondere unserem LT-Leiter
Peter Teuber – es war sehr schön mit euch! -, unseren
„Edelfans“ Moni, Claudia und Ralf für die
Unterstützung (und Zielschokolade ;-)), den beiden „Hasen“
Michael und Achim, und unserem engagierten Fahrer und Reiseleiter
Frank.
Insbesondere danke ich Pierre Ayadi für die gute Trainingssteuerung
und Beratung und meiner Familie!
Merci beaucoup et peut-être à la prochaine!!!
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von
Tatjana Bitthöfer
LT Wischlingen Dortmund
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