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Die
Woche der PBs
von Tatjana Bitthöfer |
Vom
Kirchlinder Friedenslauf... |
Nach meinem Hasen-Einsatz in Harsewinkel stand nun am Pfingstmontag
der Dortmunder Friedenslauf an, obwohl ich mir jedes Jahr
spätestens bei km 8 vornehme niiiiee wieder mitzulaufen. |
Und
so stehe ich in der Startermenge und warte auf den Startschuss.
Im letzten Augenblick entdecke ich noch Klaus, der einige
Reihen hinter mir steht, und rufe bzw. brülle ihm zu:
„Klaaausss !“. Klaus gesellt sich zu mir. Um 9
Uhr 45 fällt der Startschuss und los geht’s. Wir
laufen im flotten Tempo bergab. Auf den ersten Kilometern
mache ich das Tempo für uns beide. Vielleicht klappt
es und wir laufen gemeinsam in einer Zeit „so um die
0:47“ ins Ziel. Als wir kurz vor km 8 das riesige Feld
erreichen, an dem der 2 km-Anstieg bis zur Zielgeraden beginnt,
brauche ich irgendeine Ablenkung um den „Niiiee-wieder-10-km-Friedenslauf“-Gedanken
zu vertreiben. |
Seit
einigen Kilometern läuft vor uns eine blonde Läuferin
und ich merke, dass der Abstand zu ihr immer geringer wird.
Also beschließe ich einfach mal dran zu bleiben und
rufe Klaus zu „Los Klaus, komm !“. Doch Klaus
schüttelt nur den Kopf und gibt mir zu verstehen, dass
ich weiterlaufen soll. So überhole ich zunächst
2 andere Läuferinnen und laufe zu der blonden Läuferin
auf. Sie beschleunigt – ich auch. Dann höre ich
plötzlich ein „Mmpf“ neben mir. Meine Chance
:-) Das wird nun einer meiner schnellsten und längsten
Berganläufe. Ich drehe mich lieber nicht um. Am Ende
des Anstiegs stehen – wie jedes Jahr – einige
Wischlinger und rufen mir zu, dass ich lächeln soll.
Ich folge lieber nicht meinem ersten Impuls und reagiere nicht
– ist ja schließlich ein Friedenslauf –
und laufe weiter Richtung Ziel, anscheinend so schnell, dass
der Sprecher es noch schafft mich als 3. Frau anzukündigen,
meinen Namen jedoch so schnell nicht findet. |
Super
– das „Duell“ mit 6 Sekunden Vorsprung gewonnen,
3. Frau, 1. Platz in der W35 und neue PB in 0:46:21. 4. Start
beim Dortmunder Friedenslauf – 4. Bestzeit :-) Klaus
ist übrigens 30 Sekunden nach mir eingetroffen und so
haben wir beide unser Ziel erreicht. Da es im Ziel einige
Probleme mit den Ergebnislisten gibt und ich nicht weiß,
ob ich nun 3. oder 4. Frau bin, schaue ich auf die aushängende
Ergebnisliste und zwar zufällig in dem Moment, als die
3 Erstplazierten aufgerufen werden. Und so stehe ich plötzlich
auf dem Treppchen. Einige noch anwesende Wischlinger sind
ziemlich verdutzt und rufen mir zu, was ich denn da oben mache. |
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durch die Nacht von Borgholzhausen ... |
Nach
diesem erfolgreichen Wochenstart am Pfingstmontag steht einige
Tage später am Samstag (18.6.) der nächste Wettkampf
an: 6 Meilen bei der „Nacht von Borgholzen“. Ich
habe von Friedhelm, unserem Reiseleiter in Boston und Organisator
der „Nacht“, von diesem Lauf erfahren und mich
einfach mal angemeldet. |
Da Borgholzhausen ca. 120 km von Dortmund entfernt ist und
ich es etwas gruselig finde alleine nachts durch den Teutoburger
Wald zu fahren reserviere ich – sehr kurzfristig und
mit viel Glück – ein Zimmer im „Miraculix“.
Und so mache ich mich am Samstagnachmittag auf den Weg, gespannt
darauf, welche „Wunder“ mich wohl erwarten würden:
die Unterkunft befindet sich in unmittelbarer Nähe des
Start-und Zielbereichs im Borgholzhausener Zentrum. Ich hole
meine Startunterlagen ab, schaue mir die Veranstaltungsmeile
und gegen 18 Uhr die Schülerläufe – mit riesigem
Starterfeld ! – an und beschließe vor meinem Start
um 21 Uhr 45 in meiner Unterkunft noch etwas zu schlafen.
Es würde ja schließlich eine lange bzw. kurze Nacht
werden. Nach ca. 2 Stunden „Ruhephase“ mache ich
mich auf den Weg, laufe mich etwas ein und begebe mich zum
Startbereich. Einige Reihen vor mir stehen natürlich
die Top-Läufer aus Kenia, Äthiopien, hinter mir
ca. 200 Schiedsrichter, die ebenfalls mitlaufen. Um 21 Uhr
45 geht’s los, 6 Meilen bzw. 9, 654 km, 4 Runden! |
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Ich
laufe einfach mal los. Schon kurz nach dem Start rutschen
meine Flamingofüße (Dank an Steffi! :-)) –
aber egal! Bei km 5 stelle ich fest: neue PB – aber
im Moment egal! Das Ziel ist ja noch nicht erreicht!
Es wird immer dunkler, überall auf der Runde werden Fackeln
angesteckt – eine tolle Atmosphäre. In der Fußgängerzone
stehen die Leute – trotz des Wetters – dicht gedrängt.
In den Vorgärten werden kleine Partys veranstaltet, überall
feuert man die Läufer an, v.a. auf dem langen Anstieg
an der Schulstraße, den wir 4mal bewältigen müssen
:-) |
Ab
der 2. Runde ist es ein ständiges Überrundet-werden
durch die Top-Läufer und ein ständiges Überrunden.
Irgendwann überrunde ich auch den „menschlichen
Besenwagen“ – ein Mann auf einem Fahrrad, der
einen Besen hinter sich herzieht. Bei km 9 werfe ich nochmals,
so gut es bei der Dunkelheit geht, einen Blick auf meine Uhr
und kann es kaum glauben…. Zwischen km 8 und 9 ziehen
plötzlich die Läufer um mich herum das Tempo an
– ohne zu zögern lasse ich mich mitreißen
und so folgt auf dem letzten km abermals einer meiner schnellsten
Berganläufe. Nach 6 Meilen bzw. 9, 654 km und einer Zeit
von 0:43: 58 und Platz 3 in der W35 bin ich glücklich
im Ziel!!! Ein wirklich schöner Lauf und wieder eine
neue PB! :-) Ich schaue mir noch die Siegerehrung auf dem
Kirchplatz an, dann kehre ich – hellwach – zu
meiner Unterkunft zurück. |
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zum Kamener Triathlon |
Nach dem Frühstück verlasse ich Borgholzhausen.
Für den Sonntag steht noch ein Zwischenstopp in Kamen
an. „Unser“ Ligastart beim Triathlon (1 km Schwimmen,
40 km Fahrrad und 10 km Laufen) ist erst um 12 Uhr. Ich parke
am Stadion. Obwohl ein Streckenposten mir sagt, dass das Kamener
Freibad „total weit“ weg ist, mache ich mich zu
Fuß auf den Weg und bewältige die 5 km, überwiegend
abgesperrte Landstraße, auf der schon einige Triathleten
unterwegs sind. Ich komme noch vor dem Ligastart im Freibad
an, wünsche viel Erfolg und Spaß und kehre wieder
– zu Fuß! – zum Stadion zurück. |
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Mittlerweile
regnet es und der Wind weht ziemlich stark. Trotzdem suche
ich mir einen Platz an der Strecke, unterhalte mich mit anderen
Zuschauern, warte auf meinen „Schützling“,
der 4 Radrunden zurücklegen muss. Ich konzentriere mich
voll auf meine Aufgabe als Streckensupport . Als „10
km-Hase“ werde ich nicht einspringen, obwohl die Aussicht
eine 3. PB über 10 km innerhalb einer Woche zu erzielen,
schon verlockend erscheint :-) Aber da siegt die Vernunft!
„Wir“ schaffen den Triathlon auch so sehr gut,
die 10 km übrigens in 0:41. Etwas durchgefroren gebe
ich schließlich „nach Hause“ in mein Navi
ein – und so geht eine Woche mit 3 schönen Sportveranstaltungen,
2 PB’s , einem 1. und zwei 3. Plätzen zu Ende!
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