Das erste Mal auf'm Treppchen (wenn auch nur auf Stufe 7)
von Frank Pachura

Freitagabend, 14. Januar 2011 in Ostbevern
In einem edlen Restaurant in Ostbevern soll heute Abend die Abschlussveranstaltung des Volksbank Straßenlauf-Cups im Kreis Warendorf stattfinden. Wir haben im Spätsommer an drei Läufen teilgenommen: in Ostbevern, in Einen und in Telgte. Der Vierte war erst im Dezember in Everswinkel und aus bekannten gesundheitlichen Problemen an Marions Knöchel und aus wettertechnischen Gründen haben wir diesen ausfallen lassen. Aber man musste nur drei von vieren laufen, um in die Wertung zu kommen. Also machen wir uns auf zur Abschlussveranstaltung in den Kreis Warendorf.
Doris, unsere Navigationsgerätin, führt uns sicher und selbstbewusst nach Ostbevern und dann schnurstracks in einen dunklen Feldweg hinein. Überall Schlamm und Dreck. Das waren doch Straßenläufe und keine Trails? Was macht sie denn da? Wo will sie mit uns hin? Nach längerer Rumgurkerei und dem Auffinden mehrerer Straßen mit dem gleichen Namen, legen wir Doris in ihr Bettchen ins Handschuhfach und fragen einen Passanten nach dem Restaurant. Die Veranstaltung läuft schon seit einigen Minuten und so kurz vor dem Ziel wollen wir doch nicht das Ganze verpassen.
Der (männliche!) Passant erklärt uns den Weg. Und wir müssen tatsächlich noch 5 km fahren, obwohl Doris uns bereits am Ziel wähnte. Na ja… Frauen und Karten lesen… das kennt man ja.
Im Restaurant betreten wir dann mit einiger Verspätung einen großen, festlich geschmückten Saal. Wir glauben zuerst, dass dies eine Hochzeitsgesellschaft ist und dass wir hier doch wieder falsch sind, aber weit gefehlt. Wir sind richtig. Dies ist der Abschluss des Volksbank Straßenlauf-Cups. Auf so einer pompösen Laufveranstaltung waren wir noch nie. Es wirkt wirklich wie auf einer Hochzeitsfeier. Sehr festlich, die Tische mit weißen Tischdecken, eine Band – die Rocketeers – macht sich gerade fertig. Wir suchen uns zwei freie Plätze und hören erstmal den Reden der Bürgermeister der teilnehmenden Städte zu.
 
 
Wir bestellen uns Getränke und genießen dann das weitere Programm. Die Rocketeers machen richtig Stimmung mit zünftigem Rock’n Roll und fetzen über die Tische. In einer Pause bekommen wir zwei schöne Funktionsshirts der Serie. Danach folgt die Siegerehrung und direkt zu Anfang wird Marion aufgerufen. Sie hat den ersten Platz in ihrer Altersklasse gewonnen. Als sie auf der Bühne steht und einen tollen Pokal überreicht bekommt, mache ich von unten jede Menge Fotos. Obwohl Marion öfter Pokale bekommt und sie darin etwas Routine hat, finde ich es immer wieder so besonders, dass ich es auf Fotos festhalten möchte.
Vielleicht liegt das auch daran, dass meine Altersklasse viel voller und vor allem mit viel schnelleren Läufern ausgestattet ist. Ich laufe seit 10 Jahren und war noch nie auf einem Treppchen.
Marion kommt mit ihrem Pokal zurück an unseren Tisch und lässt sich von unseren Tischnachbarn beglückwünschen. Dann geht die Siegerehrung weiter. Die nächsten Altersklassen kommen dran und irgendwann kommt meine. Es werden alle Läufer aufgerufen, die drei von den vier Läufen geschafft haben und so werde auch ich auf Platz 7 meiner AK auf die Bühne gerufen. Das erste Mal in meiner Laufkarriere. Boah. Ich bin tatsächlich etwas aufgeregt, als mein Name genannt wird. Ich gehe mit wackeligen Beinen nach vorne und klettere auf die Bühne. Einer der Veranstalter übergibt uns unsere Urkunden und ein Fotograf der örtlichen Presse macht Bilder.
 
Aber wo ist meine Fotografin? Ich suche Marion. Wo ist sie? Sie sitzt noch am Tisch. Warum macht sie keine Fotos? Hallo? Ich bin das erste Mal auf einer Bühne einer Siegerehrung. Hallo! Marion! Hallo! Fotos bitte! Wo bist du! Sie sitzt doch tatsächlich da und unterhält sich mit unseren Tischnachbarn. Ich glaube es nicht, Ich bin auf einer Siegerehrungsbühne und Marion macht keine Fotos. Hallo! Marion! Komm doch nach vorne und mach doch bitte ein Bild. Hallo!
 
Wir werden noch mal mit einem Applaus entlassen und dann gehe ich wieder zu unserem Tisch. Marion quasselt immer noch. Ich setze mich wieder neben sie und sage zu ihr: „Das war was! Es war das erste Mal in 10 Jahren Lauferei, dass ich geehrt wurde. Nachher schaue ich mir zu Hause noch einmal die Bilder an und genieße den Augenblick noch mal ganz in Ruhe.“ Ich lächle sie an und genieße ihr schlechtes Gewissen, als ihr klar wird, dass das für mich ein „wichtiger“ Moment war, den sie vollkommen verpasst hat. Für sie ist es eben schon Routine. Jetzt habe ich aber etwas gut ...

Nach der Siegerehrung ist das Büfett eröffnet. Es ist wirklich wie auf einer Hochzeitsfeier. Total edel. Danach genießen wir noch den schönen Abend mit einigen netten Läufer-Unterhaltungen an unserem Tisch und dann fahren wir irgendwann wieder nach Hause.

Die Rückfahrt übergeben wir wieder an Doris. Den Weg nach Hause wird sie ja wohl finden. Obwohl… man weiß es nicht.
   
von Frank Pachura

Nachtrag: Marion hat doch ein Bild geschossen. Hat sie mir jedenfalls so verkauft :-)

 
Laufsport bunert in Dortmund - Der Profi rund ums Laufen

Medisport-Lauf - Institut für Leistungsdiagnostik, Trainingssteuerung, Fitness- und Präventivtraining

ACTIVE Sportshop in Hamm - Laufen, Nordic Walking, Triathlon

foot power Dortmund - Schmerzen beim Laufen? Hier findest Du Hilfe...

 

Volksbank-Cup

 


Home | Nach oben | Laufgeschichten | Veranstaltungsberichte | Ergebnisse