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Auf
Kriegsfuß
von Hans Urbaniak
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Für
2011 hatte ich mir mal wieder richtig viel vorgenommen. Aber
eine langwierige Erkältung hat dann meine Pläne
doch gründlich durcheinander geworfen. Um es vorweg zu
nehmen: Abgebrochen habe ich. Nach nur 20 Kilometern. Ich
fühlte mich nach überstandener Erkältung vor
meinem geplanten Start in Düsseldorf nicht richtig fit,
wollte allerdings nicht auf die Ratschläge meiner Familie
hören. |
Ich
bin mit der Bahn nach Düsseldorf gefahren. Eine gute
Entscheidung, denn Parken rund um Start und Zielbereich ist
praktisch nicht möglich. Außerdem kann man während
der ca. einstündigen Bahnfahrt ganz gut entspannen und
man kommt in unmittelbarer Veranstaltungsnähe an. Schnell
noch den Kleiderbeutel abgegeben und dann ging es auch schon
los. Es war mit rund 27 Grad sehr warm. Der Start erfolgte
leider erst gegen 9:30 Uhr am Joseph-Beuys-Ufer, so dass man
richtig schön in die Mittagshitze hinein lief. Die zuschauerstarke
Laufstrecke führte direkt am Rhein entlang durch die
Innenstadt, über die Königsallee und in die Altstadt.
Top Verpflegung und tolle Stimmung machen diesen Lauf zu einer
perfekten Laufveranstaltung. |
Ich
kam gut ins Rennen und konnte mit einer Durchschnittspace
von knapp unter 5 Min/Km die ersten 10 KM ganz gut hinter
mich bringen. Es wurde wärmer und wärmer. Kräftemäßig
war ich erstaunlich gut drauf, musste mein Tempo jedoch etwas
reduzieren. So, dachte ich, könnte man dem Lauf locker
ins Ziel bringen. Dann passierte etwas, was ich nicht einkalkuliert
hatte. Mir ging mit zunehmender Kilometerzahl irgendwie die
Motivation flöten. Als ich dann auch noch nach gut 18
Kilometern in Zielnähe vorbeikam war meine Entschei-dung
gefallen. „Ich höre auf und trinke mir jetzt ein
leckeres Erdinger, fahre nach Hause und genieße den
Tag im Kreise meiner Familie im Garten.“ Gesagt getan.
Als die Läuferschar auf der Königsallee sämtlich
nach links abbog, lief ich einfach geradeaus weiter und huschte
unter der Absperrung hindurch. Die anwesenden Ordner wollten
mich zwar noch aufhalten, aber wenn ich mir mal etwas in den
Kopf gesetzt habe, dann ziehe ich das auch durch. |
Ich
war mir sicher das Richtige getan zu haben und lief voller
Entschlossenheit in Richtung Kleiderbeutelausgabe. Als ich
dort ankam und ins Gehen wechselte, wurde mir mein Dilemma
erst so richtig bewusst. Total leer hier. Nur die echten Loser
waren dort, um mit hängenden Köpfen ihre Habseligkeiten
abzuholen. Und ich war einer von Ihnen. Ich bin ein Blödian!
Hätte ich ein, zwei Kilometer die Zähne zusammen
gebissen, dann wäre ich wahrscheinlich durchgelaufen.
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Eine
nette Anekdote an Rande: 2006 hatte ich schon mal den Düsseldorf
Marathon in Angriff genommen und musste damals wegen starker
Zahnschmerzen aufgeben. Lustigerweise auch nach dem Halbmarathon
auf der Königsallee. Seit damals habe ich 28 Marathons
in Serie gefinished. Irgendwie scheint Düsseldorf für
mich kein gutes Marathonpflaster zu sein. Aber irgendwann
werde ich auch hier finishen. |
Was
soll ich sagen? Als ich zu Hause war, haderte ich immer noch
mit meiner Entscheidung. Aber zu ändern war das jetzt
nicht mehr. Gesundheitlich fühlte ich mich wohl und mir
tat nichts weh. Abends habe ich dann noch einen lockeren 10er
gemacht, um den Kopf frei zu bekommen. Den ebenfalls im Mai
geplanten Start beim Hamburg-Marathon habe ich dann abgesagt.
Also doch lernfähig! |
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