Abends um 10 ist die (Fuß-)Welt noch in Ordnung
von Frank Pachura

Von Freitag, 1. Juli 15 Uhr, bis Samstag, 2. Juli 15 Uhr, findet im Stadion „Rote Erde“ der beliebte 24-Stunden-Lauf der Westfälischen Rundschau statt. Gelaufen wird in jedem Jahr für einen guten Zweck. Man läuft dort auf der 400m-Bahn im Kreis und spendet für jede gelaufene Runde 50 Cent. Da kommt ordentlich was zusammen, denn viele Schulen, Vereine und Arbeitskollegen kommen zum Stadion und laufen zwischen einer und ganz vielen Runden.
Einen, der ganz viele Runden laufen will, besuchen wir am Freitagabend gegen 22:00 Uhr im Stadion. Max Manroth hatte angekündigt, dass er versuchen will, innerhalb der 24 Stunden 100 km zu laufen… und das barfuß.

Als wir am Stadion „Rote Erde“ ankommen, ist es schon fast dunkel und es herrscht eine tolle Atmosphäre. Die Flutlichter sind an und bestrahlen das alte und das daneben liegende, riesige Westfalenstadion des Deutschen Meisters, den Signal Iduna Park.
 
 
Wir schlendern die rote Tartanbahn entlang und entdecken unsere Lauffreunde Claudia und Thomas, die extra von Rheinberg hierher gekommen sind, um ein paar Runden zu drehen. Morgen wollen sie schon wieder in Witten als Besatzung eines Drachenbootes antreten (und dabei Claudias Geburtstag feiern).

Für Thomas als Schalke-Fan ist es schon was Besonderes, im Schatten des Meisterstadions seine Runden zu drehen. Aber das blauweiße, gesponserte BIG-Shirt entschädigt ihn dafür.
Auf der Tribüne finden wir einige Lauffreunde aus Dortmund. Nach ein paar netten Gesprächen schlendern wir weiter und sehen dann auf der Bahn den barfüßigen Max, der zusammen mit Michele seine Runden dreht. Sie laufen zusammen mit einem 12-jährigen Mädchen.

Das ist Nora, die ich schon mal beim meinem 24-Stunden-Lauf im Jahr 2007 kennen gelernt habe. Damals war sie erst 8 Jahre alt und malte sich mit einem Stift für jede gelaufene Runde einen Strich auf den Arm. Jetzt erleben wir mit, wie sie ihren ersten Marathon finisht. Und das mit 12 Jahren!
 
Nora trägt ein Schild mit der Aufschrift „106 Runden – Marathon“ und unter dem Applaus der Zuschauer beendet sie ihre letzte Runde (für heute!). Morgen wird sie wohl wieder auf der Bahn sein. Da geht noch was ;-)
 
Ein paar Minuten später beendet auch Max seinen Barfußmarathon. Gut 42 km hat er geschafft. Bis jetzt.

Bei einer kleinen Pause und ein paar Gummibärchen unterhalten wir uns über seine Füße und über mentales Training für solche Events. Michele wird ihn weiter begleiten und immer wieder motivieren. Und auch Max’ Frau Marion wird ihn die Nacht und den nächsten Tag über weiter versorgen: mit Bratwürstchen und mit lieben Worten. Bis die 100 km vollendet sind, muss die Hornhaut an Max’ Füßen noch einiges aushalten.
Wir sind gespannt darauf, wie viele Kilometer zusammen kommen werden. Für Max’ Füße und für den 24-Stunden-Lauf insgesamt. Laufen für den guten Zweck. So weit die Füße tragen…
von Frank Pachura

 
 
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