2011 begins
von Marion Fladda

Flierich ist jedes Jahr der Beginn unseres neuen Laufjahres. Die frischen, neuen Vorsätze können direkt in Tempo, Kilometer und Leistung umgesetzt werden. Oder so ähnlich.
Allerdings haben Frank und ich in zwei Wochen unseren ersten Marathon und daher musste in dieses Wochenende unbedingt noch ein Long-Jog integriert werden.
Da „Rund um Flierich“ am Sonntag stattfindet, konnten wir für unseren ersten Long-Jog in diesem Jahr nur den Samstag davor wählen. Über drei Stunden sind wir durch die Gegen getrabt. Und dies durfte ich heute mit Freude bei jedem Schritt spüren. Meine Oberschenkel fühlen sich irgendwie geschwollen an und vermitteln mir den Eindruck, dass irgendeine brennbare Flüssigkeit in ihnen steckt. Jeder Schritt brennt und zieht. Dies wird ein wunderschöner Lauf heute.
 

Mit dem Vanman
 
Wir reihen uns um kurz vor elf in das gut gefüllte Starterfeld ein. In dem Getümmel entdecken wir am Rand kleine weiße Schilder mit dem voraussichtlichen Zieltempo. Wir gehen näher an das Schild heran, um zu gucken, in welchem Block wir uns so frei einsortiert haben. Unter 43. Wow! Wir blicken uns belustigt an. So gute Vorsätze haben wir dann doch nicht. Wir schlappen weiter nach hinten und stellen uns brav in den Block "unter 53".

Ich fühle in meine Beine und gucke mir kritisch die 53 auf dem Schild an. Beim hin und her Wippen zieht und brennt jede Muskelfaser in diesen blöden Oberschenkeln. Der Startschuss ertönt und reißt mich aus meinen verkaterten Oberschenkeln. Es geht los. Wir setzen uns in Bewegung. Die Beine fühlen sich schlechter an, als ich dachte. Nun ja... es sind nur 10 km. Das wird schon irgendwie laufen... oder eher gehen.
Wir schieben uns im Läufer-Peloton immer weiter nach vorne. Die Kilometer vergehen und irgendwie werden die Beine geschmeidiger und durch kiloweise Adrenalin läuft es doch recht rund. Bei gut der Hälfte ist das brennende Gefühl in meinen Beinen wieder entfacht. Und das auf etwa das Dreifache. In meinen Adern fließt anscheinend kein Blut mehr, sondern Brandbeschleuniger. Wenn ich das jetzt wenigstens in Tempo umsetzen könnte. Frank fühlt sich noch super und ich schicke ihn vor, damit er mir schon mal den Weg frei macht. Meine Schritte werden immer steifer.
Nach dem steilen Berg bei Kilometer 4 geht es auf den letzten Kilometern noch mal eine kleine Steigung hinauf, die mir fast die Beine zerreißt. 30 m vor mir sehe ich die ganze Zeit einen Bekannten, Heinz-Otto vom TV Flerke. Ich versuche den Abstand zu halten. Er bleibt konstant. Ich passiere das letzte Kilometerschild und kann bereits die Stimme vom Vanman im Ziel hören. Jetzt ist es nicht mehr weit, ihr blöden Loser-Oberschenkel. Ich versuche das Tempo etwas zu forcieren. Der Abstand zu Heinz-Otto, dem Flerkerianer, bleibt. Ich komme nicht näher heran. Nun, dann werde ich halt hinter ihm ins Ziel kommen. Auf der etwa 700 m langen Zielgeraden laufen wir gegen eine Wand aus Wind. Vor mir gibt es keinen Windschatten-Spender und ich inklusive meiner Hochleistungsbeine muss alleine den Kampf gegen den Wind bestreiten. Ich drehe mich um und gucke mich nach potenziellen Angreifern um. Nichts. Ich laufe und laufe. Kämpfe mich langsam an Heinz-Otto heran.
Auf den letzten 200 m kommt mir Dirk, ein Bekannter vom LT Bittermark, entgegen. Er ist bereits fertig. Er erkennt mich, bleibt stehen, feuert mich an und rennt neben mir her. Er beschleunigt und feuert mich immer mehr an. Ich ziehe mit und komme immer näher an Heinz-Otto heran. Meine Beine drehen sich wie die vom Roadrunner. Miiiiiimiip.... ich fliege an Heinz-Otto vorbei und passiere die Ziellinie. Frank erwartet mich schon. Wir haben fertig.

Der erste Wettkampf 2011 ist gefinished und erste Eintrag im Runners-Ranking ist sicher. Jetzt wird den müden Beinen erstmal ne Runde Regeneration spendiert, denn der Marathon in zwei Wochen wartet schon.
 

Zieleinlauf vor Heinz-Otto
Bis dahin
von Marion Fladda
PS: Noch mal einen lieben Dank an meinen Tempomacher auf den letzten Metern. :-)
 
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