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42
km durch Frankfurts Häuserschluchten
von Thomas Kühnen |
Nachdem
Claudia und ich unsere Ziele in München am 9. Oktober
beide erreicht hatten, ging es Ende Oktober Richtung Frankfurt.
Nach nur 3 Wochen Pause einen Marathon zu laufen, war auch
für uns Neuland. Vernünftig ist das nicht, aber
da Claudia den Startplatz in München (siehe mein Blog
„Qualität kommt von Quälen“) nun mal
gewonnen hatte, wollten wir diesen einfach als Spaß
mitnehmen und genießen. Genießen? Da gibt es immer
das Problem mit meinem Ehrgeiz. Ich kenne mich und weiß,
dass ich doch wieder Gas geben würde, wenn ich mich nicht
als „Hase“ für jemand anderen betätigen
würde. Mit meiner Claudia möchte ich nicht laufen,
für sie wäre es zu schnell und ihre jeweilige Befindlichkeit
berührt mich emotional zu stark. |
Da
war ich froh, dass auch Frank und Marion in Frankfurt starten.
Ich möchte bei Marion bleiben, so kurz unter vier Stunden
erschein mir eine Zeit zu sein, die ich relativ entspannt
laufen kann, dazu noch in netter Begleitung. Claudia wollte
versuchen, eine 5:38er Pace so lange wie möglich zu halten,
also schon an ihrem Limit zu laufen. |
Freitags
kommen wir mit der ganzen Familie an, auch unsere lieben Töchter
Tanita und Celina sind dabei. Wir haben uns in einer Ferienwohnung
im Taunus, ca. 35 km von Frankfurt-City entfernt, für
eine Woche einquartiert. Die beiden sind schon erfahrene Marathon-Touristen,
sie haben uns schon 2008 in Berlin und im Frühjahr in
Hamburg an mehreren Streckenpunkten abgepasst und fotografiert.
So soll es auch hier wieder sein. |
Freitags
geht es sofort zur Marathon-Messe. Freitags hat man da meist
noch Ruhe, es ist nicht voll. Wir machen wieder ein Zielbogenfoto
am BMW-Stand, ich nutze die Gelegenheit, bei einigen Info-Ständen
anderer Veranstalter ein wenig über deren Läufe
zu plaudern. Danach ein kurzer Touristik-Trip in die City:
Bankenviertel, alte Oper und Hauptwache im Schnelldurchgang.
Dann noch eine Fahrt auf das Deka-Bank-Hochhaus. Knapp 200
Meter über Frankfurt erwartet uns eine tolle Aussicht.
Dort, ganz weit unten, würden wir am Sonntag laufen.
Ich freue mich drauf. |
Samstag
treffen wir uns in der Festhalle mit Frank und Marion. Lange
Schlangen bei Nudeln und Getränken, aber es ist genug
da. Es gibt ordentliche Portionen und bei drei Freigetränken
hat die Dehydrierung, der natürliche Feind des Marathonläufers,
keine Chance. Wir verabreden uns für den nächsten
Morgen und wollen gemeinsam beginnen. Kurz kribbelt es noch
mal bei mir, als Frank mir sagt, er habe Sebo getroffen und
ihm meine Handynummer gegeben. Mit Sebo bin ich den LiDoMa
I. gemeinsam gelaufen, er sucht noch einen Läufer, der
mit ihm schnell laufen kann. Ich weiß, wenn er anriefe,
käme ich ins grübeln und es würde unter den
Sohlen brennen, es dennoch wieder Sub 3:20 zu versuchen. Aber
Sebo ruft nicht an. Danke dafür an dieser Stelle! ;) |
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Sonntagmorgen
treffen wir Frank und Marion bei der Kleiderbeutelabgabe.
Die Zeit vergeht mit den üblichen Ausrüstungsritualen
und Frank’s Videoaufnahmen. Auch ich teste heute meine
neue Brillenkamera. Die üblichen Schlangen vor den Toiletten
lassen uns in den Messehallen keine Chance mehr, als ab zum
Dixi-Klo an den Startblocks. Auch hier ist es voll, es geht
aber gut voran. Dann ab in den Startblock, es ist bereits
kurz vor zehn. Ein riesiges Gedränge und eine Enge, dass
man die Hände nicht aus den Hosentaschen bekäme,
wenn man denn Hosentaschen hätte. Zumindest friert man
hier nicht. Wir sehen eine Wolke aus blauen Ballons aufsteigen,
das heißt, es geht los. Bis wir an der Startlinie sind,
wird es noch ca. 10 Minuten dauern. 15.000 gemeldete Läufer
haben eine gewisse Durchlaufzeit. |
Die
3:59-Pacemaker-Ballons sind gut 100 Meter vor uns zu sehen,
wir werden uns also ein wenig ranhalten müssen, diese
nicht aus dem Blick zu verlieren. Dann sind auch wir unterm
Startbogen auf der Matte. Los geht es, und es läuft sich
überraschend gut an. Ich höre noch Silke und Ralph
rufen, Silke ist eine Kollegin und läuft mit Ihrem Ralph
die Staffel. Zu zweit! |
Schon
biegen wir an der ersten Kurve Richtung alte Oper ab. Das
GPS beginnt bereits zwischen den Häuserschluchten zu
spinnen, gut, dass ich hier kein Zeitziel habe. Noch laufen
wir alle vier zusammen.
Plötzlich ist die Straße in der Mitte geteilt,
es kommt zu einem kleinen Stau. Aber auf der Gegenspur kommt
uns die Spitze entgegen. Unvorstellbares Tempo, aber wenigstens
sehen wir die einmal. Ein kurzes Stück dahinter erkenne
ich André Pollmächer, ich komme in dem Moment
aber nicht auf den Namen. Die Stimmung an der Strecke ist
bereits zu dieser frühen Stunde riesig, kein Vergleich
mit der Öde in München.
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Noch
quatschen wir locker und nehmen die Eindrücke um uns
herum auf. Die Strecke ist bisher absolut flach, es ist ca.
13 Grad, trocken, bewölkt und fast Windstill. Ein Wetter
für Heldentaten. Ich beginne mich ein wenig über
den gewonnenen Startplatz von München zu ärgern,
PB in Frankfurt wäre schon einiges geiler gewesen…. |
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Die
Strecke ist dicht gesäumt von Zuschauern. An der Taunusanlage
vorbei geht es den Hinweg bereits wieder zurück. Immer
noch Gegenverkehr. Am Senckenberg-Museum grüßt
uns ein lebensgroßes Dinosaurier-Skelett, am U-Bahnhof
Bockenheimer Warte führt ein um 45 Grad versenkter Waggon
in die Unterwelt. Und überall Zuschauer. Wir haben die
3:59er Zugläufer nun klar hinter uns gelassen, die erzwungene
Anfangsbummelei ist aufgeholt. Ich mahne Marion, hier schon
das Tempo herauszunehmen. Aber das ist nicht einfach. Am Opernplatz
erwartet uns eine Menschenmenge, vorbei an der alten Oper
und meinen Töchtern, die mit Kamera bewaffnet auf uns
warten. Durch die City zum Kaiserplatz ein einziges Stimmungshoch.
Dennoch, langsamer laufen! Marion ist vor drei Wochen auch
PB gelaufen, das wird auch bei Ihr nicht wieder funktionieren,
denke ich mir. |
Vorbei
am Börsenplatz geht es Richtung Universität. Ein
stetiger, langer Anstieg. Vor uns laufen zwei als „Neandertaler“
kostümierte Läufer. Während ich noch mit Marion
philosophiere, ob sich der Eine eine schwarze Strumpfhose
angezogen oder sich die Beine bemalt hat, sehe ich beim überholen,
dass es sich wirklich um einen Afrikaner handelt! Ich spiele
den ängstlichen, er kommt zum Spaß mit der Keule
auf mich zu. Lachend laufe ich weiter, es ist toll, auch solche
Späßchen mitmachen zu können. Claudia ist
ca. 100 Meter zurückgefallen, während wir in 5:25er
Pace oben angelangt sind. Nun geht es zum Main hinunter. Hinter
einer Getränkestation schicke ich Marion weiter, denn
ich muss mal ein Dixi aufsuchen – meine Blase drückt.
Um das GPS-Signal nicht zu verlieren, stecke ich meinen Arm
durch den Türspalt hinaus. Muss von außen lustig
aussehen…. |
Beim
Sprint hinter Marion her merke ich, dass mich dies doch anstrengt.
4:45er Pace, sagt meine Uhr. In München bin ich 42 km
deutlich schneller gewesen. Ich hole sie ein auf der Alten
Brücke, von hier hat man den klassischen Blick auf die
Skyline und das Mainufer. Es geht hinüber nach Sachsenhausen.
Ich quatsche noch ein wenig mit Marion, dass heißt,
ich rede und ob sie’s interessiert, kann ich im Moment
nicht beurteilen. „Wenn Du Ruhe brauchst, sag ‚Fresse
halten’“ Ich nehme wieder mein Handy aus der Armhalterung,
um meine Mädels vorzuwarnen. Die warten nämlich
am Schweitzer Platz bei km 14. Rechter Straßenrand,
teilt meine Kleine mir mit. Bei den Zuschauermengen wäre
es nämlich sonst aussichtslos, wir würden sie nur
durch Zufall sehen. In der Kurve stehen sie wieder, ein kurzer
Gruß, weiter geht es. Es wird nun etwas einsamer. Aber
wirklich leer ist der Straßenrand nie. Km 18, ein Gewerbegebiet.
Hier wäre nix los, aber der Veranstalter hat einen Staffelwechselpunkt
hierher gelegt. Mit Moderator, guter Musik. Hier Musik auf
den Ohren zu haben, wäre Verschwendung. Beschwingt laufe
ich weiter. Vor den Verpflegungsständen nehme ich jeweils
Marions Bestellung auf, und komme dann zumeist mit zwei Getränken
hinterher gesprintet. Es würde mich ja schon freuen,
wenn Marion mit mir PB laufen würde…Ich bin halt
immer ehrgeizig. Da gilt es, bei der Nahrungsaufnahme keine
Zeit zu verlieren. |
Bekannte
von Marion überholen uns, sie fragt nach Frank. Wir erfahren,
dass er nur ca. 500 Meter hinter uns läuft. Trotz seiner
„Drehpausen“ – eine gute Leistung bisher!
Durch den Ortsteil Goldstein geht es auf die Halbmarathonmarkierung
zu. Matten auf der Straße, ein Schild, das war’s…
unspektakulär. 1:57:06. Ich rechne hoch. 3:54, wäre
nah an Marions PB. Wenn’s am Ende noch einen Endspurt
gibt, könnte es noch klappen. Ich beschreibe Marion die
Festhalle und schlage vor, sich schon mal ihre Wunschzeit
auf der Uhr unterm Zielbogen vorzustellen – Visualisierung
ist alles. |
In
Schwanheim ist wieder tolle Stimmung, der Ortsteil hat fast
dörflichen Charakter. Vor der Kirche steht irgendetwas
vom Glauben, der beim Laufen weiterhilft. Ich bin nicht besonders
religiös, aber irgendwie haben sie ja recht. Manchmal
glaube ich auch, dass eine höhere Macht meine Schritte
lenkt. Und das ein Glaube an etwas einen weiter trägt,
da bin ich mir sicher. Marion sieht immer noch gut aus, unser
Tempo ist konstant bei etwa 5:36. Schon geht es eine Brücke
hinauf. Eine Live-Band spielt „Über diese Brücke
musst du geh’n – siebenhundert Meter übersteh’n“
Originell und stimmungsvoll. „Heute Abend kennen die
diese Textschleife auswendig!“ bemerke ich, während
wir mittig auf dem Main angelangt sind. |
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Es
geht Richtung Nied und Höchst, der Wiege des Frankfurt-Marathons.
Immer wieder laufe ich mal rückwärts, um mit meiner
Brille Filmaufnahmen von Marion zu machen. Auch hier ist wieder
der Bär los. Zuschauermäßig ist Frankfurt
in meinem Ranking mit Berlin gemeinsam ganz vorne! Schon ist
km 26 erreicht. Mir geht es blendend. Es geht noch einmal
hinauf, vorbei am Höchster Schloss. Wir sind am westlichsten
Punkt der Strecke. Von hier „nur“ noch zurück.
Wir treffen auf eine Bekannte von Marion. „bunert Dortmund“
steht auf Ihrem Shirt. Sie ist im Juni Biel gelaufen, wir
quatschen ein wenig darüber. „Wenn Du Biel gelaufen
bist, kannst Du Dir sagen ‚es ist ja nur ein Marathon’“
baut sie sich und uns auf. |
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Ich
rufe wieder meine Töchter an, die stehen etwa bei km
29 in Nied. Zunächst wieder ein Staffelwechsel. Wolle
Petry dröhnt mir mit „Der Himmel brennt“
im Ohr. Bei mir brennt Gott sei Dank noch nichts. Ich hoffe,
bei Marion auch nicht. Ich habe nämlich den Eindruck
dass wir allmählich langsamer werden. Meine guten Mädchen
stehen an einer S-Bahn-Unterführung. Ich klatsche Tanita
kurz ab und laufe gut gelaunt weiter. Nun geht es 4 km geradeaus
über die Mainzer Landstraße. 4 km geradeaus zurück
Richtung City. Hier ist etwas weniger los, dennoch sind Leute
an der Straße. Ich sage Marion, dass sie nun nur nicht
mehr langsamer werden muss, um eine tolle Zeit zu laufen.
Nicht langsamer, schneller ist nicht nötig. Ihre Bekannte
scheint sie abzulenken. Es gibt die erste Cola am Verpflegungsstand.
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Vor
uns ein älterer Herr in rotem T-Shirt. 450. und 2009
steht auf dem Rücken. Bewundernd spreche ich ihn an und
erfahre, dass es heute bereits sein 455. Marathon ist und
er 67 Jahre alt sei. Ich zolle ihm allen Respekt und wünsche
ihm noch den 1000. Marathon. „Ne, ab 500 will ich etwas
kürzer treten“ entgegnet er mir und wir sind vorbei.
Tolle Leistung, tolle Einstellung. Das ist Marathon! Das ist
Laufen! |
Etwa
bei km 33 kommt Ralph zu uns aufgelaufen. Er hat den „Staffelstab“
in Nied an meine Kollegin Silke übergeben und läuft
für sich zu Ende. Ihm geht es nicht gut, er hat Schmerzen
im Fuß und heute „absolut keinen Spaß“.
Ich empfehle ihm lächelnd die Straßenbahn, welche
uns gerade überholt, aber das ist kein Thema für
ihn. „Ich wollte meiner Frau die Festhalle ermöglichen,
das kriegen wir hin, und ich zieh das jetzt durch!“
Und weg ist er. Nach vorne natürlich. Er ist schließlich
eine halbe Stunde nach uns gestartet! Auch das ist Marathon. |
Und
noch ein Déjà-vu wartet auf mich. Ein Läufer
redet auf seine Partnerin ein. Sie geht, er will, dass sie
wieder läuft. „Es ist sinnlos, lass es“ denke
ich im Vorbeilaufen und denke an Claudia und mich in Hamburg.
Wenn der Körper streikt, dann ist alles gute Reden sinnlos.
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Auch
Marion hat zu kämpfen. Ich lenke ihren Blick nach links,
denn dort ist bereits der Messeturm zu sehen. „Da ist
das Ziel, Marion“ Und weiter geht es. „Die Häuser
werden bereits wieder höher“. Mein Aufbau-Repertoire
geht zu neige. Aber wir sind bereits bei 34 km, die Mainzer
Landstraße ist geschafft. Jetzt kommen nur noch Stimmungshighlights.
Und dichte Zuschauerreihen entlang der Strecke. Für mich
ist das jetzt die Kür. Mir geht es gut, ich merke natürlich
auch meine Beine, aber die Endorphine sind wesentlich stärker.
Ich versuche wieder, mit dem Publikum zu spielen und es zum
Anfeuern zu animieren. Mal gelingt es besser, mal schlechter,
aber irgendjemand macht immer mit. Ich hoffe, es trägt
Marion nach vorne. Wir haben nämlich mit der 5:40er Pace
zu kämpfen. Aber das sage ich Marion nicht. Wir sind
immer noch zu dritt. Aber auch Marions Bekannte wird das Tempo
schwerer, so kommt es mir vor. |
Wieder
sind wir in den Häuserschluchten Richtung City, das GPS
ist wieder unbrauchbar. Um die Taunusanlage, wieder zum Kaiserplatz.
Hier ist es richtig voll. Man muss sich fast eine Gasse durch
die begeisterten Leute bahnen. |
Nun zur alten Oper. Ich hebe meine Arme, versuche im Takt
der Musik in die Hände zu klatschen. Einige Zuschauer
machen mit. Ich habe Spaß, hoffentlich spornt das auch
Marion an.
Die 40er Matte kommt, 3:44. Das war’s mit Marions Bestzeit,
denke ich. Ich ziehe dennoch das Tempo wieder hoch. Immer
wieder blicke ich zurück, feuere Marion an. „Arbeiten,
nicht langsamer werden, Marion!“ Der Moderator auf dem
RP-Bus. Vorhin hat er Frank begrüßt, jetzt ist
Marion dran. Km 41, ich rufe den Zuschauern zu, dass alle
hier unter 4 Stunden laufen werden und tolle Sportler sind.
Einige jubeln uns lauter zu. Die letzte Kurve vor der Startgerade.
Ein Anruf, meine Tochter Celina kann kein Wort verstehen,
offensichtlich ist es laut im Ziel. Auch hier draußen
ist es rappelvoll. Vor uns ein Paar, sie kann offensichtlich
nicht mehr. Ihr Mann spielt den Zugläufer, sie hält
sich an seiner Schulter fest. Ich rufe Marion zu, sich an
den beiden festzubeißen.
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| Unser
Tempo ist wieder unter 5:30. Der „Hammering Man“
ist zu sehen, das so symbolträchtige Kunstwerk vor dem
Messeturm. Ich freue mich auf die Festhalle. Immer wieder
rufe ich Marion zu „Zieh!“ „Gib Gas“
- es geht um die Ecke Richtung Festhalle. Ich starte meine
Kamera-Brille wieder. Dann hinein in die dunkle Halle. Der
rote Teppich unter unseren Füßen, laute Musik,
Dunkelheit und nach uns tastende Lichtfinger vieler Scheinwerfer.
„Ist das geil!“ entfährt es mir. Der Zielbogen,
viel zu schnell, danach schnell weitergehen. Hier ist die
Engstelle, man muss sofort weiter in eine Messehalle, damit
sich kein Stau vor der Zielmatte bildet. Ich umarme Marion
kurz und bedanke mich für den schönen Lauf. Ich
glaube, sie ist froh, im Ziel zu sein. Ich gratuliere Ihr
zu einer tollen 3:56er Zeit. |
Frankfurt
war der Lauf, der mir in diesem Jahr mit Abstand am meisten
Spaß gemacht hat. Trotz Bestzeiten in München und
Bielefeld. Zwar keine Zieleuphorie und kein Stolz über
Erreichtes, aber Laufgenuss pur. Und der durfte es nach diesem
Jahr auch mal sein. Mit Berlin klar die Nummer 1 und 2 in
Deutschland! |
Ach
ja, Claudia hat sich auch wieder in 4:10 durchgebissen. Trotz
Schmerzen. Sie ist eine Kämpferin. Im Ziel treffen wir
auch Frank wieder. Die Zielverpflegung ist gut, leider ist
es inzwischen sehr voll. Und so verlieren wir uns auf dem
Weg zum Gepäck aus den Augen. Wir müssen zur Ferienwohnung,
da meine Töchter am Abend noch nach Hause fahren wollen.
Wir hängen noch ein paar Tage Urlaub dran. |
Die
Saison ist noch nicht vorbei. Und die 3:15 mal in Frankfurt
zu knacken, das wäre schon was…. |
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