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Allein
durch den Wald
von Hans Urbaniak
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Der
dritte Marathon 2011 führte mich am letzten Märzwochenende
in die Nähe von Köln nach Bensberg. Dort wurde der
37. Königsforst-Marathon durchgeführt. Ein Landschaftsmarathon,
den ich als Trainingslauf in meinem Jahresplan berücksichtigt
hatte. Gemeinsam mit einem Laufkumpel von den Endorphinjunkies
bin ich am Samstag gegen 12 Uhr in Richtung Rheinland aufgebrochen.
Eine kurzweilige Fahrt. Nach knapp 50 Minuten waren wir am
Ort des Geschehens. Im Internet steht, dass der Start- und
Zielbereich leicht zu erreichen ist. Da die Zufahrt zur Veranstaltung
aber total überlastet war und alle Parkplätze in
Startnähe bereits frühzeitig vergeben waren, mussten
wir improvisieren und uns einen Parkplatz in einem nahegelegenen
Wohngebiet suchen. Die rund zwei Kilometer Fußweg zum
Startbereich waren vor allem nach dem Lauf relativ unangenehm. |
Der
Start für Marathon und Halbmarathon erfolgte um 14 Uhr.
Die Strecke führte meistens über befestigte Naturwege
und wenige Kilometer über asphaltierte Strassen durch
den Königsforst. Es ging auch über den Monte Troodelöh,
mit 118 m der höchste Punkt in Köln. Gelaufen wurde
auf einem 21,1 km langen Rundkurs. 260 Marathonis und 700
Läufer für den Halbmarathon machten sich pünktlich
auf den Weg. Ich hatte das Profil des Laufes im Vorfeld unterschätzt.
Es waren zwar keine extremen Steigungen zu bewältigen,
aber die gering ansteigenden und relativ langen Passagen haben
mich richtig viel Kraft gekostet. Das Wetter war nahezu optimal,
trocken und mit 13 Grad nicht zu warm. Obwohl als Trainingslauf
gedacht, ging ich die ersten Kilometer zügig an, so dass
ich nach dem 5-km-Split einen Schnitt von nur 4:51 min/km
hatte. Es lief „rund“ und die schöne frische
Waldluft und die Landschaft waren eine Wohltat. Die fast endlosen
Waldwege waren relativ gut zu laufen. Unterstützung entlang
der Laufstrecke durch Zuschauer fand praktisch nicht statt.
Die Verpflegung während des Rennens war in Ordnung. |
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Allein unterwegs |

Endlich im Ziel |
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Nach
der ersten Runde wurde es einsam auf der Strecke, denn hier
verabschiedeten sich die Läufer des Halbmarathons in
Richtung Zielverpflegung. Die verbliebenen Marathonis verteilten
sich nun auf den langen Waldpassagen. Zeitweise hatte ich
das Gefühl völlig allein zu laufen. Das erinnerte
mich doch stark an den Karstadt
Marathon. Hier wurde es ab Herne immer sehr übersichtlich
auf der Strecke. Spass hat mir das schon damals nicht gemacht.
Hier führte es dazu, zumindest bei mir, dass ich etwas
geruhsamer auf die verbleibenden 21 Kilometer ging. Einzige
Abwechselung war jetzt noch, die Restkilometer zu zählen
und mich so selber zu motivieren. |
Als
ich dann nach 42 Kilometern auf die ansteigende Zielgerade
lief, war der Schock groß. Hatte ich das Zeitlimit etwa
überschritten? Die wenigen Zuschauer ließen dies
vermuten. Ein schneller Blick auf meine Uhr sorgte dann für
Beruhigung. „So muss sich ein Läufer kurz vor dem
Besenwagen fühlen.“ Im Zielbereich war nichts mehr
los. Es fehlte nur noch, dass die Organisatoren schon mit
dem Abbau begonnen hätten. |
Die
Verpflegung im Nachzielbereich war sehr schlecht. Ich war
froh noch etwas Wasser und einige Apfelstücke zu ergattern.
Thermodecken oder ausreichend warme und kalte Getränke
gab es nicht oder nicht mehr. Offensichtlich hatten sich bereits
die Kollegen vom Halbmarathon massig bedient. Ich kam als
50. Marathoni ins Ziel. Rund zehn Minuten nach mir, kam dann
auch mein Laufkumpel an. Müde, frierend, jedoch glücklich
diesen Lauf hinter uns gebracht zu haben, machten wir uns
auf den Weg zum Auto. |
Ich
kann den Königsforst-Marathon nur eingeschränkt
empfehlen. Die Landschaft ist zwar ansprechend, aber irgendwie
stimmt das Gesamtpaket nicht. Ich jedenfalls werde hier wohl
nicht mehr an den Start gehen. Die 3:39 Stunden, die ich für
diesen Marathon benötigt hatte, habe ich in meine ewige
Bestenliste eingetragen. That’s it. Auf zum nächsten
Lauf… |
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