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Der
Kampf mit der Technik
von Thomas Kühnen |
Achim
Achilles hatte eine tolle Idee gepostet: Strecken von GPSies
auf den Garmin Forerunner runterziehen! Und was tun wir schon
am Feiertag? Ein Long Jogg steht an, bis zum LiDoMa sind's
schließlich nur noch gut drei Wochen! Da es Claudias
Fuß noch nicht so gut geht, sollten so um die 20 km
reichen! Die heimischen Strecken können wir aber seit
der Hamburg-Vorbereitung irgendwie nicht mehr sehen. Also
habe ich die Suche in GPSies gestartet. Natürlich mal
schnell nach dem Frühstück! |
Diese
Strecke sollte es sein, ca. 22 km und der Start MSV-Arena
für uns recht schnell mit dem Auto zu erreichen. Eben
runtergeladen, Garmin noch nie als Navi genutzt und zur Vorsicht
nur mal kurz 'ne Radwanderkarte eingesteckt, wo mich Duisburg
als Schriftzug drauf angrinste. |
Wollte
eigentlich nur einen Trink-Gürtel mitnehmen, Claudia
hielt den Rucksack für besser. Das Frauen aber auch immer
Recht behalten müssen! Also Rucksack füllen, ab
ins Auto und los. |
Hinter
der MSV-Arena parkten wir unser Auto, und mein Garmin fand
auch rasch die Strecke. Die ersten 3 Abbiegungen hatte ich
mir gemerkt, stellte aber bereits beim Abzweig zur Regattabahn
fest, dass der Pfeil auf meiner Uhr immer in die Richtung
zeigte, in die ich tatsächlich lief, nicht in die, wohin
wir laufen sollten! |
Abgebogen
über die Eisenbahnbrücke, wo mich meine Ortskenntnisse
von den Winterlaufserien verließen, wählten wir
auch prompt die falsche Richtung. Nach ca. 50 m die Warnung
"Strecke verlassen - enter" (oder so ähnlich).
Aber kein Hinweis, wohin es denn zur Strecke gehen soll! Nur
ein kleines Anzeigenfeld, welches die Meter anzeigte, die
wir uns von der Strecke entfernten. Gut, hier war es noch
einfach - rechts ab oder links ab. Wir liefen also zurück,
dann rechts in den Wald und malten uns bereits aus, wie es
wohl an der ersten richtigen Kreuzung werden würde -
3 Möglichkeiten - 3 mal 50 Meter bis zur Warnung hin
und zurück - super! |
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Jetzt
erstmal schön den Berg hinauf - die Strecke hatte nämlich
zu Beginn einen netten Anstieg von etwa 120 Höhenmetern
im Duisburger Wald. Bei zwei Kreuzungen lagen wir jeweils
im 2. Versuch richtig, dann kam endlich die erste, wo es erst
im 3. Versuch klappte. Immer schön 50 Meter falsch hin,
50 Meter zurück! Mittlerweile hatten wir die Orientierung
verloren. Dann der Super Gau: Dichtes Laub über uns:
"kein Satellitenempfang - enter". Toll. Gott sei
Dank ein paar Meter weiter eine Lichtung. Garmin sucht, aber
Garmin findet nicht! |
Ein
älteres Ehepaar auf Fahrrädern fragt uns, wo es
zum "Entenfang"(See in Duisburg) gehe. Da mein Garmin
eh noch fleißig das Firmament nach seinem Satelliten
durchforstet, holt Claudia die Radwanderkarte aus meinem Rucksack.
Leider verloren, es ist die vom Ruhrgebiet, die endet leider
auf Höhe der A40, fast unsere gesamt Laufstrecke ist
nicht drauf - der Entenfang natürlich auch nicht. |
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Zumindest
hat der Garmin inzwischen seinen Satelliten wieder und wir
traben wieder an.
Ein Golfplatz erscheint vor uns, ein kleiner Weg mittendurch.
"Strecke verlassen - enter" wieder zurück,
auf einem anderen Weg über den Golfplatz - auch falsch!
Golfer sprechen uns an - ist ja auch nicht ungefährlich
bei tief fliegenden Golfbällen! Wieder ein Stück
zurück - die angezeigte Entfernung von der Strecke wächst
wieder. Diskussionen mit Claudia - am Rande des Ehekrachs
(Spaß!). Da fragt uns ein Golfer, wo wir hinwollten
und erklärt uns den Weg um den Golfplatz herum. Wieder
ein Kilometer mehr! Gut, dass wie genug zu trinken im Rucksack
haben. Zunächst wächst die Entfernung zur Strecke
auf meinem High-Tech-Gefährten wieder, dann beginnt sie
aber zu schrumpfen und endlich der erlösende Schriftzug
–„Strecke gefunden“. |
Weiter
geht’s über die A3, dann wieder in den Wald. Natürlich
erst wieder in die falsche Richtung – 50 Meter hin und
zurück . Claudia geht es nicht gut, Ihr Fuß schmerzt
ziemlich und der Schmerz zieht sich den Körper hinauf
in den Rücken. Noch einmal „Strecke verlassen –
enter“, aber da war doch gar kein Weg?! Ich laufe allein
ein Stück zurück und finde etwas, das mal ein Weg
gewesen sein könnte. Als Karl der Große gegen die
Sachsen zog! Zugewachsen und Brennnesselverseucht. Wir ackern
uns durch. Ein vernünftiger Weg erscheint, wie biegen
darauf ab – leider wieder falsch. Geradeaus im Wald
steht ein Waldarbeiter-Unimog mit einem abgestellten Kleinbagger.
Diese Schlammspur ist tatsächlich unser Weg! |
Weiter
durch das Unterholz, diese Strecke ist Gift für Claudias
Rücken. Noch 7,5 km bis zum Auto – und schon 19
km gelaufen. Dann kommt sogar ein Bach, den wir auf Baumstämmen
und Steinen überklettern müssen. Endlich wird der
Weg besser, nur noch mit Gras zugewachsen! |
Wir
schleppen uns noch zwei Kilometer weiter. Ich frage Claudia,
ob sie warten möchte – allein im Wald keine gute
Idee. Dann endlich die Sechs-Seen-Platte und die Stelle, wo
die Winterlaufserie erstmals in den Wald abbiegt. Hier will
Claudia warten und mir entgegengehen, während ich das
Tempo anziehe und zum Auto laufen will.
Ein älterer Läufer will mich überholen –
das weckt noch mal meinen Ehrgeiz. Ich versuche, auf seiner
Höhe zu bleiben. Wahrscheinlich hat der aber noch keine
23 km in den Knochen. Ich schaue auf mein technisches Wunderwerk
– 4:25er Pace den letzten Kilometer an der Seite des
fremden Läufers. Ich verabschiede ihn lächelnd und
lasse ihn ziehen. Das muss ich jetzt nicht mehr haben. Er
läuft links des Parallelkanals, ich rechts – und
dadurch ist er wieder auf meiner Höhe. Ich ziehe doch
wieder an. Mit 4:32er Pace beende ich die letzten 1,5 km bis
zum Auto und hole Claudia ab. |
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Für
mich ein schöner Lauf – für Claudia war es
hart. Hoffentlich reicht’s für den LiDoMa! Aber
die GPSies-Tour mit dem Garmin muss ich wohl noch mal ein
wenig studieren!
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