Das LiDo-Team erlaubt sich ein Doppelwochenende zu Pfingsten
von Frank Pachura


Ein langes Wochenende steht bevor. Was bietet sich da an? Ein Doppelwochenende. Das haben wir uns ja schon länger nicht gegönnt ;-)
An Pfingstsamstag fahren wir daher ins Sauerland zum Möhnesee-Pokal-Lauf der LG Deiringsen. Wir entscheiden uns für den 15er mit jeder Menge Höhenmetern. Wir? Ja, eigentlich wir. Aber Marion laboriert noch an den Folgen des Wüsten-Hitze-Marathons in Salzkotten vom letzten Wochenende herum und streikt vernünftigerweise.
In Günne treffen wir uns mit einigen Lauffreunden und genießen die schöne Veranstaltung. Als wir uns langsam auf unseren Start vorbereiten, sind die 30er bereits unterwegs. Sie nehmen unsere 15km-Strecke zweimal unter die Sohlen und auch die doppelten Höhenmeter wollen erklettert werden. Aber mir reichen heute die 15 km. Der Salzkotten Marathon ist erst 6 Tage her und hat eben auch bei mir seine Spuren hinterlassen.
Startschuss. Es geht los und sofort durch ein Waldstück in Richtung Sperrmauer und dann ein paar Meter am Ufer entlang. Selbst der Uferweg verläuft nicht schön gleichmäßig auf Wasserhöhe sondern auch immer auf und ab und mit schon jetzt gut spürbaren Steigungen.

Dann biegen wir nach rechts ab und kämpfen uns das erste Mal in den Arnsberger Wald hinein. Einige hundert Meter klettern wir hinauf und dann laufen wir in einem Bogen zurück zum See. Mir kommt bereits Dampf aus den Ohren und der Nase.
 
Erst wieder ein paar Meter am See entlang und dann geht es aber so richtig auf den Berg. Zweieinhalb Kilometer lang ist der Anstieg und gefühlte tausend Höhenmeter müssen wir rauf. Mein erst zügiges Tempo wird schlagartig um zwei Minuten pro Kilometer langsamer und ich kraxle die Strecke entlang. Da es sich um eine Wendepunktstrecke handelt, kommen uns durchweg die 30er und die schnelleren 15er entgegen. So sehe ich wenigstens die Lauffreunde mal unterwegs auf der Strecke. Hoffentlich sehe ich nicht so aus, wie ich mich fühle. Das wäre ja voll peinlich…
Irgendwann ist endlich der Gipfel und der Wendepunkt erreicht. Es gibt einen Schluck Wasser und dann geht es wieder runter. Mit großen Schritten versuche ich, dass verlorene Tempo wieder heraus zu holen. Aber meine Gummibeine lassen das leider nur bedingt zu. Meine Oberschenkel spüre ich schon ordentlich. Dabei halte ich den Waldweg genau im Auge, denn umzuknicken wäre jetzt bei dem höheren Tempo und den wackeligen, leeren Beinen nicht schön. Gar nicht schön.
 
Aber ich komme heil wieder runter und laufe dann den bereits beschriebenen Weg zurück. Der letzte Kilometer geht dann noch mal in den Wald hinein und auch noch mal wieder gut den Berg hinauf. Meine Güte. Jetzt ist aber langsam mal gut.

Und dann ist endlich das Ziel in Sicht. Es geht noch ein kleiner Endspurt und Dieter Schenzer begrüßt mich (und jeden anderen Teilnehmer natürlich auch) mit ein paar netten Worten an der Linie. Boah. Das war hart. Aber sehr schön ;-)
Im Zielbereich warte ich dann mit Marion und unseren Lauffreunden darauf, dass alle wieder gesund zurück ins Ziel kommen. Dabei schwärmen wir uns von der schweren Strecke vor und von zukünftigen Taten.
Am Pfingstmontag geht es dann nach Dortmund-Kirchlinde zum Friedenslauf. Den 10er haben wir uns vorgenommen. Für Marion ist es der erste Lauf nach Salzkotten, bei mir stecken noch die 15 km von vorgestern in den Beinen. Mein Bruder Klaus, genannt Blauen, kommt heute auch mit. Wir Drei wollen gemeinsam laufen und unter einer Stunde die 10 km abspulen.

Nach vielen interessanten Gesprächen und Begegnungen geht es nun zum zweiten Mal an diesem Pfingsten auf die Strecke.
 
Ein paar hundert Meter durch Kirchlinde und dann in den Westerfilder und Rahmer Wald hinein. Auch hier gibt es wieder einige Höhenmeter zu bewältigen, aber kein Vergleich zum Möhnesee. Da ich gebürtig aus Westerfilde komme, ist das hier der Wald, in dem ich früher als Jugendlicher schon mal die ein oder andere Runde gedreht habe. Damals noch zur Unterstützung anderer Sportarten. Ein Läufer wurde ich erst viel später.
 
Wir laufen zusammen die schöne Runde ab und „genießen“ dann noch den letzten Kilometer, der noch mal ordentlich bergauf verläuft. Klaus kämpft sich mit uns hinauf und spurtet dann tapfer ins Ziel. Gut 58 Minuten hat er bei seinem zweiten 10er Wettkampf geschafft. 4 Minuten schneller als im letzten Jahr auf gleicher Strecke. Herzlichen Glückwunsch.

Marion hat die 10er Runde auch gut verkraftet und meine vom Möhnesee gebeutelteten Beinen haben durchgehalten. Alles im grünen Bereich.
Weiter geht’s am nächsten Wochenende in Marions "alter Heimat" beim Neusser Sommernachtslauf.
von Frank Pachura
 
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