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Ein
traumhafter Endspurt
von Marion Fladda |
Wir
haben den Löwenanteil des Marathons bereits geschafft.
Es läuft super. Es wird ein „Unter vier“
- Marathon. So viel ist klar. Wir passieren das 40Km-Schild
und bis zur 4-Stunden-Grenze ist noch genug Zeit. Ich laufe
euphorisch weiter und beschleunige noch mal. Alles was geht.
Vor mir sehe ich eine Kreuzung, auf der ein Polizist steht
und die Läufer über die Straße winkt. Er blickt
in meine Richtung und guckt dann zu einer langen, langen Schlange
wartender Autos. Ich blicke irritiert zu den Autos. Was machen
die den da?? Ich laufe auf die Kreuzung zu und genau vor mir
dreht sich der Polizist in meine Richtung um und hebt die
Hand. „STOP!“ Ich bleibe stehen. „Jetzt
lassen wir erst mal die Autos durch.“ |
Eine
Herde wild gewordener Autos jagt los und lässt die Straße
vor mir zu einem unbezwingbaren Hindernis werden. Ich gucke
auf meine Uhr. Ein kleiner Puffer ist noch da. Ich warte darauf,
endlich weiter laufen zu dürfen. Langsam wird es eng
mit den vier Stunden. Ich werde langsam nervös. Doch
dann darf ich endlich weiter. Ich spurte los. Ich muss jetzt
die Zeit wieder raus holen, die ich gerade an der blöden
Straße verloren habe. Ich muss unter vier bleiben. Ich
kann unmöglich auf den letzten zwei Kilometern alles
kaputt machen, was ich mir die letzten dreieinhalb Stunden
mühsam erarbeitet habe. Aber es sieht noch gut aus. |
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Wir
verlassen auf einmal die Straße, die Strecke führt
über eine Wiese. Und dann steht da ein Wäscheständer
vor mir. Inklusive eines vollen Wäschekorbs mit Wäsche.
Irgendjemand macht mich darauf aufmerksam, dass ich nur weiterlaufen
darf, wenn ich erst die Wäsche aufhänge. Was ist
denn hier los? Erst der Polizist und dann auch noch ein Wäscheständer.
Nun ja, ich gehorche. Ich mache mich an den Haufen Wäsche,
hänge sie auf und blicke nach jedem Wäscheteil gehetzt
auf meine Uhr. Mist. Das Zeitpolster ist gleich futsch. |
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Ich
hänge weiter verzweifelt die blöde Wäsche auf
und sehe „Sub 4“ in einem Haufen Wäsche verschwinden.
Ich war dem Ziel doch so nah und jetzt ist alles vorbei. Ich
kann die Musik im Ziel schon hören. Obwohl ich mich nicht
von der Stelle bewege, wird sie sogar immer lauter. Und lauter.
Und dann sagt Frank irgendwas zu mir. Ich drehe mich um. Aber
wo ist er? Ich drehe anscheinend langsam durch. Die Wäsche
vor mir und die Strecke fangen an zu wackeln und verlieren
an Schärfe. Sie werden ersetzt durch die Wand des Schlafzimmers.
Der Radiowecker quakt in der Gegend rum. |
Oh
man, es war alles nur ein Traum. Ich liege grinsend im Bett
und bin amüsiert über den Marathon mit roter Ampel
und Wäschekorb. Zu verdanken habe ich diesen lustigen
Traum Thomas, der einen sehr mitreißenden Bericht
über seinen Hamburg-Marathon geschrieben hat. Der
hat anscheinend mein Gehirn zu einem hollywoodreifen Marathon-Traum
inspiriert. Vielen Dank! :-) |
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