Part V
„Cool up and down" über Stock und Stein
von Marion Fladda

Meine fünfte Woche war einfach nur „cool“. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Auf dem Plan stand meine erste „richtige“ Trainingswoche inklusive Intervalltraining und Long Jog. Der Wettergott hatte das anscheinend nicht auf dem Plan und zauberte uns Temperaturen im zweistelligen Minusbereich. Für meinen Regenerationsmontag war dies noch kein sonderliches Problem.
Am Dienstag bin ich dann aber mit dem kalten Wetter trainingstechnisch kollidiert. Mein morgendliches Ergotraining im Keller lief bei voll aufgedrehter Heizung bei wohligen Temperaturen. Abends stand dann mein erstes Intervalltraining an. Die Temperaturen lagen bei -10°C und waren alles andere als trainingsfreundlich. Ich entschloss mich mein Training aufs Laufband zu verlegen, um meine Bronchien nicht mit der kalten Luft zu quälen. Für solche Wetternotfälle ist ein Laufband wirklich eine gute Sache, aber aus irgendwelchen Gründen empfinde ich es tausendmal anstrengender als in freier Wildbahn.
Somit verlief mein ohnehin schon anstrengendes Intervalltraining noch anstrengender als erwartet. Eine genaue Intervall-Vorgabe fürs Laufband hatte ich mir vorher nicht überlegt und so kam es, dass ich einfach mal drauf los gelaufen bin. Ich habe ein 400m-Intervall nach dem nächsten bei steigenden Geschwindigkeiten abgespult. Zwischen den Intervallen bin ich immer 400 m zur Erholung langsam getrabt. Und so habe ich dann knapp eine Stunde die Wand vor mir angestarrt, bin mal schnell gelaufen, mal langsam gelaufen, wieder schnell gelaufen, wieder langsam gelaufen… und habe ganze 8 Intervalle zu Stande gebracht.
 
Mit Einlaufen und Austraben habe ich sogar ganze 10 km geschafft. Die Auswirkungen des Intervalltrainings haben mich dann in den folgenden Trainingstagen noch begleitet.
Am Mittwoch gab es einen unspektakulären Waldlauf bei frostigen Minustemperaturen. Donnerstag folgte dann mein Kombitraining aus 60 Minuten Ergo, 15 Minuten Rudern und 14-20 km Laufen. Beim Rudern fiel mir ein, dass ich beim vergangen Training die 1000m-Marke knapp verfehlt hatte. Das sollte nicht noch mal passieren. Und so kam es, dass ich beim Rudern alles in meiner Macht stehende getan habe, um die 1000m-Marke zu knacken. Ich ruderte, wie ein aufgezogenes Duracell-Häschen. Meine Unterarme fingen an zu brennen und fühlten sich an, als würden sie platzen. Aber wenn schon, zum Laufen brauche ich die nicht notgedrungen. Die 15 Minuten waren nach gefühlten 15 Stunden endlich rum und ich hatte die 1000m-Marke tatsächlich geknackt. 1050 m hatte ich virtuell zurückgelegt.
 
Mit schmerzenden Armen habe ich mich dann dick eingepackt und mich bei -11°C auf meine Laufrunde begeben. Der eisige Wind kühlte meine Muskulatur mit jedem Kilometer mehr aus. Und so entschloss ich mich nach 14 km den Lauf zu beenden. Kalte Muskulatur ist anfälliger für Verletzungen, Zerrungen und Co. Und um dem vorzubeugen und natürlich um schnell wieder auf der warmen Couch zu liegen, habe ich mein Training auf ein Mindestmaß reduziert. Samstag stand dann noch ein Long Jog von 25 km auf dem Plan. Aber auch ihn habe ich „a la Weichei“ auf Grund der kalten Temperaturen auf 20 km reduziert.
Als Regenerationsspezial folgte dann am Sonntag ein lockerer Lauf in der Dortmunder Westfalenhalle im Rahmen der ECCO Indoor Trail. Hier haben Frank und ich ein paar Runden gedreht, um etwas Indoor-Trail-Luft zu schnuppern. Ganz so locker fiel der Lauf dann doch nicht aus, da die Strecke über Stock und Stein ganz schön anstrengend war. Die Strecke führte über einen künstlich angelegten Parcours mit Steilkurven, Hügel, Schlamm, Schnee, Kies und Baumstämmen, sowie über die Tribüne und die Katakomben der Westfalenhalle. Unzählige Stufen mussten erklommen werden und so war mein regeneratives Läufchen ruck zuck ein super anstrengendes Krafttraining.
Aber wie schon gesagt, in Sachen Regeneration macht mir keiner was vor. ;-)
von Marion Fladda


 
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