Laufsport bunert in Dortmund - Der Profi rund ums Laufen

Medisport-Lauf - Institut für Leistungsdiagnostik, Trainingssteuerung, Fitness- und Präventivtraining

Hochsauerländer Grenzlandlauf
von Jörg-Peter Zöllner
 

Alles begann ganz harmlos nach dem Funlauf in Hagen in geselliger Runde. Irgendwann kreiste ein Zettel mit der Anmeldung zum Grenzlandlauf.

Da ich schon letztes Jahr am 14 km Lauf teilgenommen hatte und die Stimmung im Zielbereich sehr gut war, schrieb ich meinen Namen und 14 km auf besagten Zettel. „Wie, du läufst nur 14 km …“, „Schwächelts du?“ und ähnliche Kommentare musste ich mir anhören. Sehr schnell gingen mir die Argumente aus und irgendwann strich ich die 14 durch und schrieb die 33 daneben. In der Runde sah ich neben triumphierenden Blicken auch ein paar mitleidsvolle, die wussten, wie profiliert die Strecke ist.
Später am Abend machte ich mich auf der Internet-Seite schlau. Als ich den Streckenverlauf sah, bekam ich einen gehörigen Schrecken, das sollte ich schaffen? Schöner Slogan Natur und Höhenmeter pur! Bis dahin waren es noch 4 Wochen, also im Training längere Strecken und die Berge hinauf laufen, aber reichte die Zeit aus? Ab sofort ging es sonntags mit Trinkflasche bewaffnet am Hengsteysee entlang, am Bikerparkplatz geradeaus ins Lennetal bis zur Wendemarke, wieder zurück bis zur Brücke, ruhraufwärts ein kleines Stück und dann den Berg an Haus Husen vorbei nach Syburg hoch.

Oben ziemlich schlapp angekommen, kamen mir große Bedenken, hier war es nur 1 km bergauf, beim Grenzlandlauf sind es 6 bis 7 km und die durchgehend! Für mich galt erstmal Prinzip Hoffnung, es sollten ja noch zwei weitere Trainingsläufe kommen. Weiter lief ich die Syburger Straße Richtung Schwerte leicht bergab, bog auf die Wannestraße ab, durch das Fürstenberg-Holz auf die Hohensyburgstraße, am Restaurant Bonsmanns Hof vorbei und dann die Straße Im Kleff hoch und über den Wittbräucker Waldweg und Zeppelinstraße zurück nach Hause, insgesamt ungefähr 31 km.
Was tat das Ausruhen gut!
Grenzlandlauf
Grenzlandlauf
Noch zweimal lief ich diese Strecke, mehr ließ die Zeit bzw. die Dunkelheit nicht mehr zu. Je näher der Lauftermin rückte, desto mehr Respekt bekam ich vor der der Strecke, ob das klappte?

Da fiel mir Frank R. ein, der sich mit Trainingsplänen auskannte. Ihm eine Mail geschickt, schnell kam eine Antwort von ihm und noch ein paar Tempoläufe donnerstags im Stadion durchgezogen und das schlechte Gewissen war etwas beruhigt.

Bei den Läufen dienstags zog ich an den Bergen etwas das Tempo an bis manchmal von weiter hinten der Ruf kam: „Da vorne bitte etwas langsamer“ oder „Zusammenbleiben!“.
Und dann war er plötzlich da, der Sonntag, der Hochsauerland Grenzlandlauf. Um 5.30 Uhr klingelte der Wecker, von meiner Frau kam nur ein unverständliches Gemurmel zu hören. Wohl fühlte ich mich beim Frühstück nicht. Um 7.30 Uhr Treffpunkt an der Bleichsteinhalle. Ob es an der frühen Zeit lag oder ob die Mitfahrer auch ein mulmiges Gefühl hatten, jedenfalls war es sehr ruhig während der Fahrt.

In Düdinghausen angekommen, schaute ich mir die Landschaft an und sprach mir Mut zu, sooo hoch sind die Berge ja nicht. Es wurden ein paar Aufwärmübungen gemacht und kurze Zeit später fiel der Startschuss.

Verhalten ging ich die Berge an, überholte trotzdem zwei Läufer und wunderte mich, wie leicht es mir heute fiel. Später hatte sich eine Dreiergruppe gebildet und wir lösten uns bei der Führungsarbeit kontinuierlich ab, ich meist bergauf, wohingegen ich herunter manchmal Probleme hatte, den Anschluss nicht zu verlieren. In der Niedersfelder Hochheide spürte ich, wie sich langsam mein rechter Oberschenkel verkrampfte und ich Tempo herausnehmen musste. Ungefähr bei km 26 waren die Schmerzen so stark, dass ich bergab nur gehen konnte. Ich malte mir aus, noch weiter 7 km in diesem Schneckentempo zurücklegen zu müssen. Irgendwann tat sich der Wald auf und unten im Tal sah ich eine kleine Ortschaft, war es schon Bruchhausen, nein es war wohl Assinghausen.
Bei der letzten Verpflegungsstation nahm ich mir eine längere Auszeit, trank 3 (!) Dosen Red Bull (verleiht ja bekanntlich Flügel), mehrere Müsliriegel und massierte dabei meinen Oberschenkel stetig. Ich weiß nicht, woran es lag, die Schmerzen waren weg, das Ziel vor Augen konnte ich noch einmal zulegen und in Bruchhausen schien ich förmlich zu fliegen, selbst die kurze Rampe zum Ziel konnte ich nochmals beschleunigen und am Ende was für eine Zeit für mich 2.45:28 h, Wahnsinn.

Ich kann nur sagen, trotz der kurzen Vorbereitungszeit und all meiner Bedenken, alles hat gepasst und es war landschaftlich ein wunderschöner Lauf.

Auf den nächsten Grenzlandlauf 2007.
Jörg-Peter Zöllner

Mehr Infos zum Hochsauerland Grenzlandlauf
 
Home | Nach oben | Laufgeschichten | Veranstaltungsberichte | Ergebnisse