Alles
begann ganz harmlos nach dem Funlauf in Hagen in geselliger Runde.
Irgendwann kreiste ein Zettel mit der Anmeldung zum Grenzlandlauf.
Da ich schon letztes Jahr am 14 km Lauf teilgenommen hatte und
die Stimmung im Zielbereich sehr gut war, schrieb ich meinen Namen
und 14 km auf besagten Zettel. „Wie, du läufst nur
14 km …“, „Schwächelts du?“ und ähnliche
Kommentare musste ich mir anhören. Sehr schnell gingen mir
die Argumente aus und irgendwann strich ich die 14 durch und schrieb
die 33 daneben. In der Runde sah ich neben triumphierenden Blicken
auch ein paar mitleidsvolle, die wussten, wie profiliert die Strecke
ist. |
Später
am Abend machte ich mich auf der Internet-Seite schlau. Als ich
den Streckenverlauf sah, bekam ich einen gehörigen Schrecken,
das sollte ich schaffen? Schöner Slogan Natur und Höhenmeter
pur! Bis dahin waren es noch 4 Wochen, also im Training längere
Strecken und die Berge hinauf laufen, aber reichte die Zeit aus?
Ab sofort ging es sonntags mit Trinkflasche bewaffnet am Hengsteysee
entlang, am Bikerparkplatz geradeaus ins Lennetal bis zur Wendemarke,
wieder zurück bis zur Brücke, ruhraufwärts ein
kleines Stück und dann den Berg an Haus Husen vorbei nach
Syburg hoch.
Oben ziemlich schlapp angekommen, kamen mir große Bedenken,
hier war es nur 1 km bergauf, beim Grenzlandlauf sind es 6 bis
7 km und die durchgehend! Für mich galt erstmal Prinzip Hoffnung,
es sollten ja noch zwei weitere Trainingsläufe kommen. Weiter
lief ich die Syburger Straße Richtung Schwerte leicht bergab,
bog auf die Wannestraße ab, durch das Fürstenberg-Holz
auf die Hohensyburgstraße, am Restaurant Bonsmanns Hof vorbei
und dann die Straße Im Kleff hoch und über den Wittbräucker
Waldweg und Zeppelinstraße zurück nach Hause, insgesamt
ungefähr 31 km.
Was tat das Ausruhen gut! |
Grenzlandlauf
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Noch
zweimal lief ich diese Strecke, mehr ließ die Zeit bzw.
die Dunkelheit nicht mehr zu. Je näher der Lauftermin rückte,
desto mehr Respekt bekam ich vor der der Strecke, ob das klappte?
Da fiel mir Frank R. ein, der sich mit Trainingsplänen auskannte.
Ihm eine Mail geschickt, schnell kam eine Antwort von ihm und
noch ein paar Tempoläufe donnerstags im Stadion durchgezogen
und das schlechte Gewissen war etwas beruhigt.
Bei den Läufen dienstags zog ich an den Bergen etwas das
Tempo an bis manchmal von weiter hinten der Ruf kam: „Da
vorne bitte etwas langsamer“ oder „Zusammenbleiben!“.
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Und
dann war er plötzlich da, der Sonntag, der Hochsauerland
Grenzlandlauf. Um 5.30 Uhr klingelte der Wecker, von meiner Frau
kam nur ein unverständliches Gemurmel zu hören. Wohl
fühlte ich mich beim Frühstück nicht. Um 7.30 Uhr
Treffpunkt an der Bleichsteinhalle. Ob es an der frühen Zeit
lag oder ob die Mitfahrer auch ein mulmiges Gefühl hatten,
jedenfalls war es sehr ruhig während der Fahrt.
In Düdinghausen angekommen, schaute ich mir die Landschaft
an und sprach mir Mut zu, sooo hoch sind die Berge ja nicht. Es
wurden ein paar Aufwärmübungen gemacht und kurze Zeit
später fiel der Startschuss.
Verhalten ging ich die Berge an, überholte trotzdem zwei
Läufer und wunderte mich, wie leicht es mir heute fiel. Später
hatte sich eine Dreiergruppe gebildet und wir lösten uns
bei der Führungsarbeit kontinuierlich ab, ich meist bergauf,
wohingegen ich herunter manchmal Probleme hatte, den Anschluss
nicht zu verlieren. In der Niedersfelder Hochheide spürte
ich, wie sich langsam mein rechter Oberschenkel verkrampfte und
ich Tempo herausnehmen musste. Ungefähr bei km 26 waren die
Schmerzen so stark, dass ich bergab nur gehen konnte. Ich malte
mir aus, noch weiter 7 km in diesem Schneckentempo zurücklegen
zu müssen. Irgendwann tat sich der Wald auf und unten im
Tal sah ich eine kleine Ortschaft, war es schon Bruchhausen, nein
es war wohl Assinghausen. |
Bei
der letzten Verpflegungsstation nahm ich mir eine längere
Auszeit, trank 3 (!) Dosen Red Bull (verleiht ja bekanntlich Flügel),
mehrere Müsliriegel und massierte dabei meinen Oberschenkel
stetig. Ich weiß nicht, woran es lag, die Schmerzen waren
weg, das Ziel vor Augen konnte ich noch einmal zulegen und in
Bruchhausen schien ich förmlich zu fliegen, selbst die kurze
Rampe zum Ziel konnte ich nochmals beschleunigen und am Ende was
für eine Zeit für mich 2.45:28 h, Wahnsinn.
Ich kann nur sagen, trotz der kurzen Vorbereitungszeit und all
meiner Bedenken, alles hat gepasst und es war landschaftlich ein
wunderschöner Lauf.
Auf den nächsten Grenzlandlauf 2007. |
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