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Münster-Staffelmarathon, 10.09.2006
von Uwe Weiß
 

"Läufer sind bekloppt, aber total!" stöhnt meine Frau neben mir, als der Wecker nach einer viel zu kurzen Nacht klingelt und dreht sich auf die andere Seite. Ich kann ihr nicht wirklich widersprechen, was soll man schon dazu sagen, wenn jemand an einem Sonntag morgen statt auszuschlafen freiwillig in aller Herrgottsfrühe nach Münster fährt, um mit drei Leuten, die er gar nicht kennt, eine Marathonstaffel zu laufen.
Von meinen Staffelpartnern weiß ich eigentlich nur ihre Nicknames: Brownie, Mary Lou und Schmelli. Dazu noch ich: UDo, das steht für Uwe aus Dortmund (wie einfallsreich), unsere Staffel heißt laufen-aktuell, benannt nach dem Forum der Internet-Seite laufen-aktuell.de. In eben diesem entstand ziemlich spontan die Idee, in Münster eine Staffel zu bilden.
In Münster angekommen stellt sich die spannendste Frage des Tages: Werden wir uns überhaupt erkennen? Aber auch das klappt problemlos, eine dreiviertel Stunde vor dem Start ist unsere Staffel komplett. Jörg aka Schmelli übergibt uns die Startunterlagen, alle sind sehr nett, die Vorfreude auf den Lauf steigt. Es laufen mir jede Menge bekannter Gesichter über den Weg, ich komme mir fast vor, wie der berühmte bunte Hund.


Uwe beim Münster-Marathon

Beim Start ist es noch recht kühl, aber wie immer beim Münster-Marathon scheint die Sonne. Gegen Mittag, wenn ich als Dritter laufe, wird es ordentlich heiß sein. Um 9 Uhr erfolgt der Start, nachdem das Feld die Startlinie überquert hat, gehen wir ein Stück weiter zu KM 4, um die Läufer anzufeuern.
Ein Kenianer hat sich bereits etwas abgesetzt, seine Bestzeit liegt bei 2:15 Stunden. Brownie, unsere Startläuferin, die eigentlich Daniela heißt, hat sich ziemlich weit hinten im Feld eingereiht und sichtlich Spaß. Nachdem sie vorbei gelaufen ist, wechseln wir unseren Standort zum KM 11, wo wir wiederum einen Großteil des Feldes anfeuern können. Nachdem Brownie durch ist, wird es für mich Zeit, zu meinem Staffel-Übergabepunkt zu fahren. Also drücke ich Schlußläufer Schmelli meinen Kleiderbeutel in die Hand und suche meinen Bus. Der Transfer klappt problemlos, allerdings ist der Übergabepunkt in Gievenbeck nicht wirklich für so etwas geeignet. Es ist eng, sehr eng, teilweise werden die Marathonis durch die Wechsel der Staffelläufer und die Wartenden arg behindert. Andererseits ist dies verständlich, da es kaum möglich ist, in dem dichten Feld seinen "Vorläufer" auszumachen. Aber da meine Staffel immer noch im hinteren Teil des Feldes liegt, lichten sich die Reihen der Wartenden merklich und die Übergabes des "Staffelstabes"(Champion-Chip) durch Mary Lou aka Marion klappt problemlos.
Ich laufe los, den ersten KM in 4:18. Zu schnell, wieder einmal, vor allem angesichts meines Trainingszustands. Aber es macht Spaß, die Stimmung ist durch die vielen Zuschauer hervorragend, und ich bin nur am Überholen. Die Marathonis, zwischen denen ich laufe, laufen KM-Schnitte über 5:30 Minuten, auch die hier laufenden Staffeln sind langsamer. Unterwegs treffe ich wieder einige Bekannte Gesichter, ein kurzer Gruß und weiter geht's. Aber das warme Wetter und mein fehlendes Training fordern ihren Tribut, ich nehme Tempo heraus. Auch ein 5-Minuten-Schnitt reicht noch zum Überholen und zwingt mich z.T. zum Slalom laufen.


Ein Bierchen in Ehren...

...natürlich alkoholfrei.

Etwa einen Kilometer vor meinem Übergabepunkt treffe ich Kordula von den Ruhrpotts bei ihrer Marathonpremiere, genau in dem Moment, in dem sie ihre erste Gehpause einlegt (behauptet sie jedenfalls... *g*)
Ich begleite sie bis zum Wechselpunkt, werde dadurch noch etwas langsamer. Aber egal. Heute steht der Spaß im Vordergrund und vielleicht hilft die kurze Begleitung ja. Jedenfalls läuft Kordula wieder. Ich übergebe den Chip an Schmelli, bin froh, heute nur 9,8 KM gelaufen zu sein. Dann geht es mit dem Bus zurück zum Ziel, Schmellis Zieleinlauf sehe ich leider nicht. Er hat noch einiges gutgemacht, am Ende sind wir nach 3:58:41 im Ziel, unser Ziel - sub 4 Stunden - haben wir erreicht. Daher schmeckt das (alkoholfreie) Weißbier und die kohlenhydratreiche Bratwurst noch ein bißchen besser.

Fazit: Es hat Spaß gemacht mal wieder etwas Marathonluft zu schnuppern, gegen eine Neuauflage in 2007 hätte ich nichts einzuwenden.

Uwe Weiß von den Ruhrpotts


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