Ist Dortmund eine "Läuferstadt"?



Liebe Dortmunder Läuferinnen und Läufer,

in der März-Ausgabe der Runner's World wurden 25 große deutsche Städte auf ihre Tauglichkeit als "Läuferstadt" untersucht. Unsere Heimatstadt landete auf Platz 24 von 25! Kaum zu glauben.

Als Kategorien für die Bewertung gab es einige fragwürdige Punkte: Es wurde zum Beispiel gezählt, wie viele Runner's Point - Geschäfte in der Stadt vorhanden sind. Andere Laufgeschäfte wurden nicht berücksichtigt. Wie viele Hunde gibt es pro Einwohnerzahl? Wie viele eisfreie Tage gibt's im Winter? Und lauter so wichtige Gesichtspunkte.


Die Runner's World - Auswertung findet ihr hier [als pdf].

Was haltet ihr von der Auswertung? Wie findet ihr die Stadt Dortmund aus der Sicht eines Laufsportlers? Gehört unsere Heimat auf den vorletzten Platz?

Bitte schreibt mir eure Meinung als Mail oder über das Kontaktformular. Ich werde hier gerne eure Ansichten zum Thema "Dortmund als Läuferstadt" veröffentlichen.



Eure Meinungen...

Florian Biermanns am 10.03.2008
"Gehört Wuppertal auf den letzten Platz? Man muss sich doch nur mal die Kriterien anschauen, mit denen Runner's World die Städte bewertet. Dies mag in der subjektiven Wahrnehmung nicht deiner und nicht meiner Meinung entsprechen.
Es ist aber ein Versuch der Objektivierung und der ist allemal gültig.

Natürlich sind Schlösserlauf und die Ruhrklippe wunderschöne Läufe. Diese sind aber über die Grenzen hinaus nicht oder nur wenig bekannt. Der einzig nennenswerte Wettkampf, zu dem auch von außerhalb Läufer angereist kommen, ist der City-Lauf. Dessen Rahmenprogramm ist aber vergleichsweise dürftig.

Für Nicht-Dortmunder erschließen sich Laufstrecken auch nicht sehr einfach. In Münster kann jeder Ortsunkundige um den Aa-See laufen, in Dresden die Elbe entlang und in München ist der englische Garten groß genug, um sein Pensum dort abzuspulen.

In Dortmund kann man nur den Romberg-Park anbieten. Ansonsten ist man auf das Mitlaufen eines Ortskundigen angewiesen. Der Westfalenpark kostet bekanntlich Eintritt.

Klar ist es schön, im Dortmunder Süden zu laufen. Es ist dort aber auch sehr wellig, was nicht jedem Läufer entgegen kommt.

Fazit: mir ist die Bewertung durch Runner's World eher egal. Da ich hier wohne, laufe ich hier auch. Kaum jemand wird wegen optimaler Laufbedingungen nach Münster ziehen. Eher verschlägt es einen dort beruflich oder privat hin (wobei ich persönlich Münster auch schöner finde als Dortmund, was aber nichts mit dem Laufen zu tun hat).

Man sollte das Ganze auch nicht überbewerten. Letztlich muss Runner'S Wolrd einmal monatlich gefühlte 60 Seiten mit Inhalt füllen. Da kommt dann eben auch mal sowas bei rum.

Ich freue mich auf Samstag. Da laufe ich 35 km im schönen Süden Dortmunds. In diesen 35er bette ich die Ruhrklippe mit ein. Mann, wird das schön sein, wenn der Schmerz endlich nachlässt! ;-))"


Christian Braun am 07.03.2008
"Dortmund mag mitten im Ruhrgebiet vielleicht weniger grün sein als andere Städte, mit denen verglichen wurde. Deshalb muss eine Stadt aber noch lange nicht läuferuntauglich sein. Es gibt sicherlich genügend Strecken, an denen man sehr angenehm laufen kann und das sollte das Hauptargument sein.
Dortmund bietet dazu durchaus reichlich Gelegenheiten. "

Gabriele Hereth-Preukschat am 03.03.2008
"Ich kann das teilweise nachvollziehen, dass Dortmund nicht unbedingt eine Läuferstadt ist. Man kann es beim City-Lauf in Dortmund anschaulich erleben, die Begeisterung der Menschen auf dem Ostenhellweg hält sich in Grenzen. Wo es doch einen wunderschönen Rundweg zum Laufen in Dortmund gibt "Der Dortmunder Rundweg" wurde vom SGV Bezirk Dortmund-Ardey angelegt. Man erlebt hier die Umgebungsschönheiten der Industriestadt Dortmund. Das Wanderzeichen ist ein D im Kreis. Der Rundweg kann von jeder beliebigen Stelle aus begangen werden. Da seine Länge ca. 110 km beträgt, ist der Rundweg am Besten in Etappen zu bewältigen.
Gruss
Gabriele Hereth-Preukschat, Lauftreff DJK Ewaldi Aplerbeck"
Anmerkung von Frank von Laufen-in-Dortmund.de am 03.03.2008
1. Mehr zum Etappenlauf "Rund um Dortmund" findet ihr hier.
2. Der Dortmunder Citylauf hat in diesem Jahr einen neuen Organisator und endlich eine eigene Homepage.

Ulrike und Hans-Peter Durst am 03.03.2008
"Seit 1997 wohnen wir mit 2 Kindern in der Sportstadt Dortmund.
Wir trainieren täglich , Sommer wie Winter und haben dazu ein vielfältiges Angebot an herrlichen Strecken. Strecken mit Struktur, Strecken auf diversen Untergründen und Donnerstag im Rote-Erde-Stadion ein bestausgestattetes Laufeldorado für Intervall - und Sprinttraining.
Wir empfehlen dem Testteam als Beispiel einen Start am Wohnstift Augustinum mit einem leichten "warmlauf" Anstieg von knapp 3 km zur Viermärker Eiche und von dort auf herrlichen Wegen durch die Wälder der Bittermark, je nach Auswahl Strecken von 10- 35 km, das Herz springt bei solchen Bedingungen.
Desweiteren kann ich eine herrliche Strecke direkt vor meiner Haustür empfehlen, auch wieder im Zwiebelsystem vom 10- 35 km Länge. Start in der Gartenstadt Stadtrat-Cremer-Allee über die Stadtkrone -Ost über den herrlich angelegten Hauptfriedhof , durch das Schürener Feld , in die Aplerbecker Mark , hoch an die Stadtgrenze nach Schwerte, den Maulwurfsweg zurück und entspannt zurück zum Start.
Gerne lade ich immer Samstags zum Langlauf über 35 km ein, entspannt ins Wochenende.
Ebenso laden wir gerne jeden Dienstag zu unserem Kirchenlauftreff Heliand ein, eine entspannte Runde, Walker und Läufer in getrennten Gruppen, um 18.00 Uhr "Kreuz und Quer", so unser Motto durch unsere ökumenische Gemeinde Heliand und St. Martin.
LG Genussläufer"

Martin Steyer am 03.03.2008
"Zweifelhafter Städtevergleich
Einen Städtevergleich hinsichtlich der Lauftauglichkeit halte ich für sehr problematisch und es wird hier einigen Städten Unrecht getan. Viele Ihrer Kriterien sind völlig ungeeignet. Z.B. die Veröffentlichung von Laufstrecken im Internet (welcher Läufer tut dies überhaupt?) oder der Grünflächenanteil (hängt doch vom Stadtteil ab, in dem ich mich befinde) oder die Niederschlagstage (viele laufen auch sehr gerne im Regen) oder die Autos pro Einwohner (es kommen auch viele Autos von außerhalb in die Städte) oder die Gewaltkriminalität (wie oft wurden denn Läufer überfallen?) oder die Anzahl der Runners-World-Abos (viele kaufen die Zeitschrift am Kiosk) oder die Anzahl der Hunde (Leinenpflicht ja oder nein wäre sinnvoller) etc. -- Wenn schon einen Vergleich, dann bitte mit sinnvollen Kriterienkatalogen."

Wolfgang Bruessler am 02.03.2008
"Der Test ist mit "Lauftauglichkeit" überschrieben. Für mich bedeutet das hauptsächlich: Finde ich in möglichst unmittelbarer Nähe meiner Wohnung Laufstrecken für Sommer und Winter? Ist mindestens eine Strecke auch zum Laufen in der Dunkelheit geeignet?

Seit ich 1988 nach Dortmund gezogen bin, habe ich immer gute Laufstrecken gefunden. Von der Rheinischen Straße aus bin ich in Wischlingen und im Rahmer Wald gelaufen. In Loh hatte ich den Niederhofer Wald und jetzt laufe ich im Schwerter Wald. In der dunklen Jahreszeit laufe ich innerhalb der Woche abends über Bürgersteige und Nebenstraßen, das geht auch.
Ich war noch nie bei einem Lauftreff, habe an keinem Wettkampf teilgenommen (ändert sich dieses Jahr) und noch keine einzige Laufzeitschrift erworben. Und dennoch laufe ich seit 20 Jahren

Zum Test:
Die Anzahl der möglichen Laufstrecken ist ein gutes Kriterium. Allerdings würde ich diese auf die bewohnte Stadtfläche beziehen, nicht auf die Zahl der Einwohner. Die Frage ist: Wie ermittele ich die Anzahl an Laufstrecken? Bei jogmap sind scheinbar viele Duplikate enthalten. Als Ortsfremder kann ich das kaum unterscheiden, daher erscheint mir diese Datenbank ungeeignet. Die Datenbank von gpsies ist da schon besser. Aber auch hier kann ich für andere Städte nicht beurteilen, ob die gefundenen Strecken ok sind. Ich würde mir eher anschauen, wie die Verteilung von bewohnten Flächen und Grünflächen ist.

Die Anzahl der Lauftreffs mag ein Indiz für die Lauffreundlichkeit sein. Aber die meisten Läufer, die mir begegnen, sind alleine unterwegs und nicht im Pulk. Im Rudel treffe ich meist nur Nordic Walker.

Das Wetter liegt nicht im Einflussbereich der Lokalpolitik und Vereine, daher würde ich dies nicht zur Bewertung heranziehen.

Die Hunde sind in der Theorie alle an der Leine, außerdem spielen die doch nur ;-) Man könnte genauso den Anteil von Nordic Walkern als negativen Faktor werten (die Stöcke sind beim Überholen gefährlich). Aber das wäre auch Quatsch.

Die Rate von Laufzeitschrift-Abos kann ein Maß für die Laufbegeisterung sein. Getestet werden sollte aber die Lauftauglichkeit. D.h.: Wie gut wäre die Stadt für das Laufen geeignet, wenn ich dies in derselbigen tun wollte?"

Wolfgang Zentner am 01.03.2008
"Wo haben die von Runner's World denn die Daten her? In den 80ern hat der Kicker sich auch schon mal beim Wechsel vom Michael Rummenigge zur Borussia unbeliebt gemacht, von wegen: Was will Rummenigge denn in Dortmund, dort gibts nichts als schlechte Luft.
Wer hier laufen möchte, findet sicherlich eine größere Auswahl an Profilen als in Münster. Wer´s flach mag, nimmt den Rombergpark, den Fredenbaumwald, das Grävingholz, die 3-Schlösserroute oder auch unten am Kanal lang. Wer´s lieber mit Höhenprofil mag, hat die Bittermark, die Bolmke, den Aplerbecker Wald, um nur eine kleine Auswahl zu nennen.
Ich schlage mal vor, dass Runner's World zu den 100 km um Dortmund eingeladen wird, um denen zu zeigen, wo wir hier in Dortmund gerne laufen.
Frohes Laufen an alle Dortmunder Kilometerfresser."

Manfred Zülz am 01.03.2008
"Das kann ich mir nicht so recht vorstellen!
Wir hier in Dortmund haben mitunter sehr viele Lauf-Events, haben gut organisierte Lauftreffs.
Ich aus Dortmund Bodelschwingh habe hier im Nordwesten Dortmunds sehr schöne Laufrunden entdeckt! Eine z.B. ist meine Sonnenuhr-Runde über 20 KM vorbei an der Sonnenuhr in Castrop-Schwerin über die Grenzen Dortmunds hinaus. Oder meine sogenannte Kanal-Runde am Dortmund-Ems-Kanal entlang oder unsere 3Schlösser-Runde vom LT-Wischlingen und viele andere!!

Bis bald mit einem Läufergruß aus Dortmund Bodelschwingh!"

Hans Urbaniak am 28.02.2008
"da geht mir der Hut hoch. Dortmund ist eine Läuferstadt. Ich habe gerade ein interessantes Buch auf dem Schreibtisch liegen: Walter Krämer "Wie lügt man mit Statistik". Das haben die Redakteure der Runner's World offensichtlich intensiv studiert.

Nein im Ernst: Die "Auswertung "ist in einigen Punkten fragwürdig.

Grünflächenanteil:
Dortmund hat bekanntlich 49% Grünflächenanteil. Wer viel laufend unterwegs ist, muss das feststellen. Ich laufe ca. 3500 km im Jahr und weiß wo von ich rede. Ein Blich in Google Maps hilft auf die Sprünge.

Laufstrecken:
Die Anzahl der Laufstrecken/-möglichkeiten ist in Dortmund riesig. Ob Bittermark, Fredenbaum, Bolmke, Wischlingen, Rombergpark, Grävingholz, Dortmund-Ems-Kanal, Vinklöther Mark, Freischütz, Rahmer Wald um nur einige zu nennen. Außerdem kann man sehr schön auch auf Asphalt laufen. Die bei jogmap gelisteten Strecken in Dortmund geben in nicht die Realität wider. Die typischen Strecken, bis auf RBP sind überhaupt nicht aufgeführt. Es ist halt immer problematisch, wenn von grünen Tisch mit Hilfe von Sekundärmaterial eine Auswertung über bestimmte Gegebenheiten durchführt.

Bezugsgrößen:
Bei einem Vergleichswert bezogen auf die Einwohnerzahl sind natürlich kleinere Städte in einigen Punkten klar im Vorteil, da sich der Quotient verbessert.

Runners Point NL und Anzahl von Abos:
Das kann wirklich nicht ernsthaft gemeint sein. Es gibt bei Karstadt Sport, Rückenwind, Bunert & Co eine große Auswahl. RP haben ja sowieso keine entsprechendes Angebot.

Ich beziehe übrigens kein Abo.

Laufveranstaltungen:
Breites Angebot für alle Leistungsklassen.

Einen Wehrmuthstropfen gibt’s allerdings aus meiner Sicht: Die Anzahl der Hunde, da gibt es in Dortmund aus meiner Sicht Verbesserungspotentiale..."


Klaus Kluge am 26.02.2008
So, so, die Runner's World. Vielleicht sollten wir mal eine Umfrage machen, welches die beste Laufzeitschrift ist. ;^) Also, ich finde, ich kann hier super schön laufen. Aber vermutlich sollte man mich nicht fragen, denn vorher habe ich in Wuppertal gewohnt (Platz 25)."


Stella Luhner am 26.02.2008
"Ich glaube oft gar nicht, dass ich mich mitten im Ruhrgebiet befinde. Es gibt hier so viel Grün in allen Himmelsrichtungen! Dortmund ist viel schöner als sein Ruf."
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